VHS-Theater Schatulle zeigt in „Titania und Oberon“ liebevolle Charaktere

Eine Liebe in zwei Welten

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Zipfelmützen-Elf Lyrin hat einen wunderbaren englischen Touch in der Stimme. Die Rolle passte wie die Faust aufs Auge, denn Paul Mallinson ist gebürtiger Engländer

Rahden - Von Volker Knickmeyer. Die Laienspielgruppe „Schatulle“ der Volkshochschule Lübbecker Land (VHS) ist für liebevoll gemachte Theatervorführungen bekannt. Auch in diesem Jahr wurde wieder fleißig geprobt und eine tolle Geschichte mit prächtiger Bühnendeko im Rahdener Bahnhof auf die Beine gestellt. Das Stück „Titania und Oberon“ des norddeutschen Theaterautoren Ingo Sax steht auf dem Programm. Für Rahdener Verhältnisse bearbeitet wurde es von Friedlind Thane.

Die Premiere am Freitag lockte unverdient nur wenige Zuschauer in den Bahnhof. Für alle anderen Termine war ein guter Vorverkauf zu vermelden. Ursprünglich stammen die Figuren Titania, die Elfenkönigin, und Oberon, der Troll, aus Shakespeares Sommernachtstraum. Autor Sax hat sich die Frage gestellt, wie wohl dieses ungleiche Paar zusammengekommen ist. Schließlich sind die grazilen Elfen die Herrscher über Luft und Wasser und die klobigen Trolle, Herrscher über Erde und Feuer, doch nicht richtig kompatibel. In der klassischen Fabelwelt beherrschen die beiden gemeinsam die Welt.

Auf der Schatullen-Bühne gibt es zwei Welten: Links das Elfenreich, bunt und grün mit Plätscherbrunnen, rechts das Land der Trolle, dunkel und schmuddelig mit Feuerstelle und Amboss. Links Königin Lucinda (Nadja Radicke), Mutter von Titania (Tanja Dittmann), sowie Alt-König Aerius (Arndt Hoppe), „Queen-Mum“ Solvig (Inge Wehrmann) und die quirlige Isjari (Steffi Bösch). Außerdem Andrea Schiermeier als Sindia und Paul Mallinson in der Rolle des Met-begeisterten Lyrin.

Die abenteuerlich geschminkten Trolle repräsentierten Dieter Grube als König Elberich, Elke Klicker als Gattin Hermia und Marius Karger als Nachwuchskönig Oberon. Außerdem dabei Grumma (Britta Heimesaat), Thar (Achim Köppen), Zerza (Lea Vahrenkamp), Sanyaba (Dina Heinze), der vollbärtige Ikanarius (Wolfgang Hanke), Slavia (Ingrid Stenzel) sowie der schrullige Gryphon (Uwe Brettholle). Die Kostüme entstanden unter der Regie von Edith Stöver.

In der Geschichte prallen Welten aufeinander: Titanias Eltern und die anderen Elfen sehen in den Trollen zunächst nur „Stinker“, sie sind für sie ein „primitives Pack“. Beim Wasserholen treffen die Trolle Thar und Oberon auf die Tochter der Elfenherrscher. Oberon merkt, dass die Elfen wohl doch keinen gefährlichen Stachel haben und in Gestalt von Titania sogar ganz süß sein können. Er schenkt ihr ein Goldstück.

Mit Zipfelmützen-Elf Lyrin, der einen wunderbaren englischen Touch in seiner Stimme hat, macht sich Titania auf zum Gegenbesuch im Trollland. Sie tauscht eine Mondträne gegen einen leckeren Becher Met, das Eis ist gebrochen. Die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Es folgen skurrile Diskussionen in den verschiedenen Welten, doch irgendwann wird klar: Mit Vorurteilen allein kommt man nicht weiter. Titania und Oberon werden unzertrennlich, auch von Titanias Zickigkeit ist nicht viel geblieben. König Elberich soll ein Machtwort sprechen, meint Gattin Hermia. Sein Kommentar: „Ich weiß nicht wie das geht!“ Der verzweifelte Versuch der Elfen, Titania aus den Händen der dunklen Gestalten zu befreien, misslingt. „Liebe und Verstand gehen nicht miteinander“, heißt es im Stück.

Die Schatullen-Schauspieler stehen Freitag und Sonnabend, 11. und 12. Dezember, jeweils um 18.05 Uhr im Bahnhof Rahden auf der Bühne. Karten gibt es bei der VHS in Espelkamp und bei „Heimdecor von Behren“ in Rahden.

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