Verwaltungsgebäue wird durch Umbau und Sanierung bürgernäher gestaltet

Rathaus mit mehr Volumen

Das Rathaus wächst: Nach dem Umbau wird das Verwaltungsgebäude in Rahden im Sommer 2017 noch ein weitere Obergeschoss haben. Momentan ist alles eine große Baustelle. - Fotos: Bokelmann

Rahden - Von Anika Bokelmann. „Wo finde ich das Bauamt?“ „Bin ich mit meinem Antrag hier richtig?“ Für die Besucher des Rathauses ist es nicht einfach, die gewünschten Ansprechpartner zu finden, denn das Verwaltungsgebäude an der Lange Straße wird umgebaut. Aber auch für die Mitarbeiter bringt die Maßnahme erhebliche Einschränkungen mit sich, wie Hauptamtsleiter Werner Thielemann nun bei einer Baustellen-Besichtigung berichtet.

Für die Verwaltung bedeutet der Umbau „die größte Investition des Jahres“, so Thielemann. Den Kostenrahmen von 2,7 Millionen Euro werde man einhalten, so der Verwaltungsmitarbeiter, der betont, dass es „keine Deluxe-Version gibt, sondern einen zweckmäßigen Umbau“. Für die Sanierung erhält die Stadt Zuschüsse aus den Städtebau-Fördermitteln von Bund und Land. Zudem stehen den Ausgaben am Ende Einsparungen bei den Bewirtschaftungskosten durch die energetischen Maßnahmen gegenüber, hatte es in den Sitzungsunterlagen vor zwei Jahren geheißen.

Zu den genannten Kosten kommen Ausgaben für einige Ausstattungsgegenstände hinzu. „Im Großen und Ganzen werden alle Möbel übernommen“, sagt Thielemann. Die Tische und Stühle, die im alten Sitzungssaal stehen, werden auch weiter genutzt und in den neuen Fraktionsräumen stehen. Dort können Parteimitglieder Sitzungen vorbereiten und andere Arbeiten erledigen.

Der Maßnahme sei eine lange Planung vorausgegangen, erinnert sich Thielemann an den Beschluss des Rates aus dem Jahr 2014. „Letztlich haben alle die Dringlichkeit der Erweiterung erkannt“, sagt der Hauptamtsleiter. Durch den Umbau sollen in einem Anbau weitere Büros sowie der vergrößerte Sitzungssaal untergebracht werden. So wächst der Saal von derzeit 95 Quadratmeter auf insgesamt 175 Quadratmeter und steht bietet dann Platz für bis zu 140 Zuschauer. Ausgestattet mit einer modernen Lautsprechertechnik und ohne die derzeit häufig als störend empfundenen Stützpfeiler, befindet sich der Raum nach Abschluss der Arbeiten im dritten Obergeschoss. Denn „das zusätzliche Volumen ist nicht groß“, sagt Manfred Cording. Dadurch habe man bei der nötigen Versiegelung weiterer Flächen sparen können. Der Mitarbeiter des Bauamtes ist der Bauingenieur für den Umbau und hat alle Schritte in Absprache mit den Kollegen geplant.

Die Geschosse werden mittels Plattformlift auch für Rollstuhlfahrer erreichbar sein. Für diesen hat man sich laut Thielemann entschieden, „weil wir im Gesamtkostenrahmen bleiben müssen“.

Vom Altbau aus dem Jahr 1899 aus wird die Verbindung zum neuen Teil entstehen. Zum Zeitplan erklärt Cording: „Der Zwischenbau soll im Frühjahr 2017 fertig werden.“ Der Umbau des alten Bauamts sowie die Gestaltung des Außenbereichs werden dann im Sommer folgen. Aktuell wird der Keller des Anbaus in Angriff genommen, bevor dann eine provisorische Verbindung zwischen den Gebäuden hergestellt wird, so Cording und weiter: „Dann geht es mit den Abbrucharbeiten weiter.“

Neben der energetischen Sanierung und der Umsetzung von Brandschutzauflagen besteht ein Ziel des Umbaus darin, eine „bürgernahe Verwaltung zu bieten“, unterstreicht Thielemann. So sollen die Räume funktionell den jeweiligen Ämtern zugeordnet werden, um eine bessere Transparenz zu erreichen. In diesem Zusammenhang fällt auch der Umzug der Touristinfo: Künftig wird Rahdens Tourismusbeauftragte Lena Meyer in der Eingangshalle zu finden sein.

Nachdem Christian Benker und sein Team in den vergangenen Wochen den Serverraum leergeräumt und die Verbindungen umgeleitet haben, wird das Herzstück der städtischen Datenverarbeitung im Keller zu finden sein. „Dort gibt es ein zentrales Archiv“, sagt Werner Thielemann. Neben der Schnittstelle aller PCs, Telefone und Drucker, lagern dort gespeicherte Daten wie Bilder, Sitzungsunterlagen und Bauakten. Ebenfalls im Keller entsteht eine Kantine – ein Novum fürs Rahdener Rathaus.

Das Gebäude selbst soll nach der Maßnahme auch von der Parkplatzseite aus zugänglich sein. „Der Umbau war nötig“, sagt Christian Benker, der gemeinsam mit Melissa Spilker die Organisationsarbeit leistet und den interimsmäßigen Umzug der Ämter koordiniert hat. Denn nachdem 1955 der Zwischenbau als Erweiterung errichtet worden war, hatte es zuletzt 1994 eine Sanierung des Sitzungssaals und vor drei Jahren neue Böden und Fenster gegeben, erinnern sich die Mitarbeiter des Rathauses.

Während sie mit dem Baustellenlärm zurechtkommen müssen, bereitet der Umbau Besuchern vor allem Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche. Die Flächen des Rathauses dienen als Baustellenzufahrt für das Weher Unternehmen Knost, das den Auftrag erhalten hat. So „wird es schonmal eng“, weiß Werner Thielemann.

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