Wehrführer Mark Ruhnau: „Es wird keine deutliche Verschlechterung geben“

13 Varler Wehrleute quittieren den Dienst

Die Varler Löschgruppe ist nach der Entscheidung für das gemeinsame Gerätehaus in Kleinendorf auf zwölf Wehrleute geschrumpft. 13 Kameraden haben wie angekündigt den Dienst quittiert.  - Foto: Russ

Varl - 13 Feuerwehrleute der Löschgruppe Varl haben ihre Ankündigung wahr gemacht. Nachdem der Rahdener Rat am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses für die Löschgruppen Varl und Sielhorst an der Lemförder Straße in Kleinendorf beschlossen hatte, traten die Varler Kameraden nach einem Treffen am Sonntag mit sofortiger Wirkung aus der Löschgruppe aus. Die Rahdener Wehrführung um Mark Ruhnau hat umgehend reagiert und dafür gesorgt, dass bei entsprechender Alarmierung die Stemweder Löschgruppen Twiehausen und Oppenwehe mit ausrücken.

Ein Teil der Varler Löschgruppe hatte den Standort des gemeinsamen Gerätehauses kritisiert, weil der Bereich Varlheide aus ihrer Sicht durch die rund 1,5 Kilometer längere Anfahrt nicht schnell genug erreicht werden kann. Ein Gutachter sah das anders. Sieben andere in den vergangenen vier Jahren ins Auge gefasste Standorte fielen weg, weil baurechtliche Gründe dagegen sprachen oder das Grundstück nicht zum Verkauf stand. So blieb nur die Lemförder Straße.

Laut dem Varler Löschgruppenführer Alexander Thie bleiben zwölf Varler Kameraden im Dienst. Neben den 13 ausgetretenen Wehrleuten wechseln zwei weitere in diesem Jahr in die Ehrenabteilung, zwei bis drei Kameraden sind noch unschlüssig, ob sie weitermachen. Thie selbst unterstützt das neue Gerätehaus. Die Entscheidung seiner Kameraden bedauert er, aber: „In der Freiwilligen Feuerwehr ist der Dienst freiwillig. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Für zusätzlichen Unmut hatte bei einigen Varlern gesorgt, dass die Rahdener Wehrführung, obwohl eingeladen, bei dem Treffen am Sonntag nicht dabei war. Ob das etwas geändert hätte, ist nach Einschätzung Thies fraglich. „Der Rat hat seine Entscheidung ja getroffen.“ Derzeit arbeite die Löschgruppe daran, dass die Tagesverfügbarkeit wieder gegeben sei, so Thie.

Rahdens Wehrführer Mark Ruhnau ist in seiner Bewertung etwas deutlicher. „Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen“, sagte er auf Nachfrage. Die Varler Kameraden hätten mit ihrem sofortigen Austritt genau das Gegenteil von dem erreicht, was sie gefordert hätten.

Um das rechtzeitige Eintreffen der Rettungskräfte weiterhin sicherzustellen, ist Ruhnau noch am Sonntag tätig geworden. Demnach haben sich mehrere Feuerwehrleute aus anderen Löschgruppen kurzfristig bereit erklärt, tagsüber mit der Varler Löschgruppe auszurücken. Zudem hätten einige Bürger Interesse bekundet, in die Feuerwehr einzutreten, so Ruhnau, der nach diesen positiven Rückmeldungen und den Zusagen aus Stemwede nach der ersten Enttäuschung wieder frohen Mutes ist. Zwar sei die Anfahrt aus Stemwede etwas weiter, das werde durch die insgesamt größere Zahl der zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte aber etwas ausgeglichen. „Es wird keine deutliche Verschlechterung geben“, ist Ruhnau überzeugt.

Und warum hat er nicht während des Treffens am Sonntag das direkte Gespräch gesucht? Es habe aus der Löschgruppe Varl unterschiedliche Aussagen dazu gegeben, ob es sinnvoll sei, dass die Wehrführung teilnehme, erklärte Ruhnau. Zudem seien seine beiden Stellvertreter am Sonntag privat beziehungsweise beruflich verhindert gewesen. Die Wehrführung habe der Varler Kameraden aber ein Gespräch angeboten. „Darauf wollten sie wohl nicht warten“, so Ruhnau.

Ob in der Sache das letzte Wort gesprochen ist, bleibt abzuwarten. Bürgermeister Bert Honsel hatte angekündigt, alles zu versuchen, um die Wehrleute von einer Rückkehr in die Löschgruppe zu überzeugen.

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