Entwurzelte Bäume, überflutete Keller und zerbeulte Autos

Unwetter hinterlässt Spur der Verwüstung

In Destel an der Straße „An der Rethlage“ stürzten gleich mehrere Bäume um und beschädigten Häuser. Verletzt wurde niemand. - Fotos: Feuerwehr Stemwede

Rahden/Stemwede - Von Katharina Schmidt. Es war ein Unwetter, wie es viele noch nie erlebt hatten. Mehrere Zentimeter dicke Hagelkörner schossen am Freitag in Rahden, Espelkamp und Stemwede vom Himmel herab. Sie zerbeulten Autos und zerstörten Scheiben. Starkregen flutete Keller, Straßen und Felder. Heruntergerissene Blätter und Äste wirbelten getrieben von starken Windböen umher. An mehreren Stellen stürzten Bäume um.

Die Rahdener Feuerwehr war im Dauereinsatz. Die Mitglieder bewältigten am Freitag mit Hilfe der Stemweder Kameraden 62 Unwettereinsätze. 49 Mal handelte es sich dabei um überflutete Keller oder Straßen. In zehn Fällen räumten die Feuerwehrmitglieder gestürzte Bäume von Straßen. Außerdem lösten zwei Brandmeldeanlagen durch eingetretenes Regenwasser aus, informiert die Rahdener Feuerwehr in einer Pressemitteilung.

Der erste Alarm für den Löschzug Rahden erfolgte gegen 17.10 Uhr. Da anschließend immer mehr Notrufe bei der Leitstelle in Minden für den Bereich Rahden eingingen, wurde die örtliche Einsatzleitung im Gerätehaus Rahden eingerichtet.

Vollalarm für die Stadtwehr

Auf der Anfahrt zum Gerätehaus bot sich der Feuerwehr ein Anblick der Verwüstung: Sämtliche Straßen waren mit abgeschlagenem Laub von den Bäumen, Hagelkörnern und Wassermassen überströmt. Daher ließ Wehrführer Mark Ruhnau sofort Vollalarm für die Stadtfeuerwehr Rahden auslösen.

Sehr große Hagelkörner kamen vom Himmel herab und bedeckten den Boden mit einer Eisschicht. - Foto: DK

Die Kräfte der sechs Löschgruppen der Stadtwehr sammelten sich am Gerätehaus Rahden und wurden von dort aus zu den Einsatzstellen entsandt. Die Feuerwehr bittet um Verständnis, dass sie nicht bei allen Anrufern gleichzeitig helfen konnte.

In manchen Kellern stand das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch. Straßen wie die Lübbecker Straße, die Weher Straße oder der Nordweg standen ebenfalls knietief unter Wasser, so die Feuerwehr.

In Rahden kämpften am Freitag insgesamt etwa 140 Einsatzkräfte gegen die enormen Folgen des Unwetters. Ebenfalls im Einsatz waren Vertreter der Stadt Rahden, das Ordnungsamt, der Abwasserbetriebe, der Bauhof sowie eine Kehrmaschine.

Am Sonnabend kam es für die Rahdener Wehrleute zu erneuten Einsätzen durch anhaltende Regenschauer. Unter anderem drohte in Rahden an der Borsigstraße bei zwei Firmen das Regenrückhaltebecken überzulaufen und das Wasser in die angrenzenden Firmen zu fließen. Auf der B 239 stürzten aufgrund des aufgeweichten Erdreiches zwei große Bäume um, ebenso auf dem Mindener Postweg. Die Straßen mussten gesperrt werden.

Eichen stürzen auf Häuser

Der Regen weichte den Boden so stark auf, das Bäume umkippten und Straßen versperrten. - Foto: Feuerwehr Rahden

Auch in Stemwede hinterließen Sturm, Regen und Hagel spuren. An der Straße „An der Rethlage“ in Destel wurden zahlreiche Eichen aus dem Boden gerissen. Laut Feuerwehr-Sprecher Torsten Fischer wurden an dieser Stelle drei Häuser durch entwurzelte Bäume beschädigt. Verletzt wurde niemand. Im Einsatz waren der komplette zweite und dritte Zug sowie die Löschgruppe Haldem. Insgesamt rückte die Feuerwehr Stemwede 18 Mal aus, nicht hinzugerechnet die Hilfe bei den Nachbarn aus Rahden.

Gemeindebrandmeister Joachim Lübke berichtet außerdem, dass bei der Firma Rila in Levern ein Dach eingestürzt sei. Die Firma hatte bereits bei starken Regenfällen im August 2015 mit ähnlichen Schäden zu kämpfen.

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