51 von 232 Untersuchten stark gefährdet

Schlaganfall-Risiko bleibt oft unbemerkt

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Eine kleine Untersuchung, die Leben retten kann: Dr. Georg Backhausen (sitzend, r.), kontrolliert den Blutdruck von Reinhard Warner. Bürgermeister Dr. Bert Honsel, Sparkassendirektor Hartmut Jork und Armin Gauselmann unterstützen die Schlaganfall-Info-Tour.

Rahden - Jedes Jahr erleiden in Deutschland mehr als 200000 Menschen einen Schlaganfall. Der Mediziner Dr. Georg Backhausen ist überzeugt, dass viele Fälle vermeidbar sind. Um über Risikofaktoren aufzuklären, untersucht er im Rahmen der Schlaganfall-Info-Tour im Altkreis Lübbecke mehr als 300 Menschen in den Geschäftsstellen der Sparkasse. Das bisherige Ergebnis: Mehr als die Hälfte ist gefährdet.

Die Info-Tour ist eine Aktion der Sparkasse Minden-Lübbecke, der Stadtsparkasse Rahden und der Gauselmann-Gruppe. Vom 8. bis zum 16. Februar haben sich 232 Personen an acht Terminen untersuchen lassen. 82 hatten am Donnerstag noch einen Termin oder sind am letzten Tag der Tour in Rahden an der Reihe. Die Untersuchung zum Test des Schlaganfall-Risikos dauert circa 15 Minuten. Dr. Backhausen misst dabei Blutdruck-, Cholesterin- und Glukosewerte. Außerdem kontrolliert er das Gewicht der Teilnehmer.

Von den bisher Untersuchten waren 51 (22 Prozent) stark gefährdet und 81 eventuell gefährdet. Lediglich bei 100 Untersuchten (44 Prozent) lagen alle Werte im grünen Bereich.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer hatte einen zu hohen Blutdruck – bei manchen waren die Werte Dr. Backhausen zufolge sogar so kritisch, dass er sie sofort zu einem Arzt verwies. Zu den häufigsten Risikofaktoren zählten mangelnde Bewegung (47 Prozent) und erhöhte Cholesterinwerte (43 Prozent). Auffällig war, dass sich mit sechs Prozent der Untersuchten nur wenig Raucher auf den Weg zu der Untersuchung im Rahmen der Schlaganfall-Info-Tour gemacht hatten. Acht Prozent der Teilnehmer sollten ihre Zuckerwerte künftig im Auge behalten, riet der Mediziner.

Im Vergleich zum Vorjahr laufen mehr Menschen Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden. Doch da immer andere Personen zu den Untersuchungen kommen würde, kann man Dr. Backhausen zufolge daraus keinen Trend ablesen. Allerdings sei es angesichts des demografischen Wandels wahrscheinlich, dass die Zahl der Schlaganfälle künftig steigen werde.

Laut Dr. Backhausen wussten viele nichts von ihrem Risiko. Dass etwas mit dem Blutdruck, dem Cholesterin oder den Zuckerwerten nicht stimmt, merke man oft erst, wenn es zu spät ist. Der Mediziner geht davon aus, dass die Info-Tour bereits Leben gerettet hat. Die Aktion wird seit 2002 angeboten.

Backhausen ruft dazu auf, die Werte regelmäßig kontrollieren zu lassen. In der Regel genüge eine Kontrolle pro Jahr, zum Beispiel beim Hausarzt oder in der Apotheke.

ks

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