Ungarische Kammerphilharmonie zieht 350 Gäste in ihren Bann

Königliches Konzert voller Feuer und zarter Poesie

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Die Ungarische Kammerphilharmonie unter der Leitung von Antal Barnás verzauberte das Rahdener Publikum.

Rahden - Von Mareile Mattlage. Majestätische Märsche, leichtfüßige Walzer, energiegeladene Polka und einen leidenschaftlichen Tango für Kul-Tür-Vorsitzende Monika Büntemeyer: All das gab es am Donnerstagabend in der Aula des Gymnasiums Rahden, wo die Ungarische Kammerphilharmonie unter der Leitung von Star-Dirigent Antal Barnás mit ihrem klassischen Neujahrskonzert zum Schwelgen und Träumen inspirierte und dafür mit Standing Ovations und lang anhaltendem Applaus belohnt wurde.

Rund 350 Gäste waren der Einladung des Rahdener Kulturvereins Kul-Tür in die Aula des Gymnasiums gefolgt, die somit ausverkauft war. Freilich ein toller Erfolg, gleichzeitig aber keine große Überraschung: Die 1999 gegründete Ungarische Kammerphilharmonie ist ein musikalisches Ensemble der Extraklasse, in dem Musiker aus den besten Orchestern Ungarns versammelt sind und das in ganz Europa für seine hochkarätigen Leistungen bekannt ist. Auch in Rahden präsentierte sich der prächtige Klangkörper bereits mehrfach und betörte die Zuhörer ein ums andere Mal mit Schönheit, Klasse und Eleganz. Nicht selten ging am Donnerstagabend ein anerkennendes Raunen durch die Reihen. „Das hat schon was“, flüsterte eine Besucherin verzückt ihrem Nachbarn ins Ohr.

Zwischen dem Ehepaar Büntemeyer und Dirigent Antal Barnás habe sich über die Jahre eine Freundschaft entwickelt, wie Monika Büntemeyer in der Pause des gut zweistündigen Programms verriet. Am Ende des Abends überraschte Barnás sie und das Publikum mit Johannes Brahms Tango „Ungarischer Tanz Nr. 5“. Diesen widmete er der Kul-Tür-Vorsitzenden, weil er wisse, dass sie „unheimlich gut tanzt“. Eine Geste der Anerkennung und Bewunderung, mit welcher der ungarische Edelmann beim Publikum mächtig Eindruck und Monika Büntemeyer sicher eine große Freude machte.

Ähnlich charmant und verschmitzt hatte der gut aufgelegte Barnás schon zuvor durch den Abend geführt und die einzelnen Stücke mit Anekdoten und Hintergrundinformationen zu Geschichte und Entstehung eingeleitet.

Präsentiert wurden die großen Werke der Straußdynastie, darunter „Eine Nacht in Venedig“, „Wiener Bonbons“, die Polka „Vom Donaustrande“, der „Radetzky-Marsch“ und der weltberühmte Walzer „An der schönen blauen Donau“, den Dirigent Barnás spitzbübisch als die „heimliche österreichische Nationalhymne“ bezeichnete. Hinzu kamen Walzer von Carl Michael Ziehrer und Franz Lehár („Wiener Bürger“, „Gold und Silber“) sowie „Carmen-Prelude“ von Georges Bizet.

Für Liebhaber von Walzern, klassischer Oper und österreichischer Märsche aus der kaiserlich-königlichen Epoche um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert blieben also keine Wünsche offen. Wer sich drauf einließ, der reiste durch Raum und Zeit, in eine Welt voller Pathos und Poesie, voller Aufbruchsstimmung und Ideen, voller Märchen und Melancholie, voll süßem Schmerz und feurig-fröhlicher Lebensfreude, imaginär umrahmt von schweren roten Samtvorhängen mit gold glitzernden Kordeln.

Antal Barnás, der seine Kammerphilharmonie souverän und mit viel Körpereinsatz leitete, ging stets nonchalant und selbstbewusst voran, war sich nie für einen kleinen frechen Witz oder Seitenhieb zu schade und schaffte es bei der schnellen Polka „Auf Ferienreisen“ von Josef Strauß (Vater) mit einer einzigen akzentuierten Taktstock-Bewegung, die Zuhörer zum inbrünstigen Mitsingen zu animieren.

Zum Abschluss von imposanten Klangwellen geradezu überschwemmt und gedanklich an die pittoresken Ufer des Plattensees getragen wurde das andächtig lauschende Publikum, als der Weltklasse-Violinist László Nyári Hubays „Waves of Balaton“ in einem unter die Haut gehenden Solo fulminant interpretierte. Zur Belohnung gab es „Bravo“-Rufe, Standing Ovations und lang anhaltenden Applaus.

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