Anmeldezahlen der Kitas und Schulen in Rahden / Flüchtlingskinder als Bereicherung

Über die Stadtgrenzen hinaus bei Familien beliebt

65 Kinder werden im kommenden Kindergartenjahr die Kita am Boomkamp in Rahden besuchen. Die Einrichtung wird von der evangelischen Kirche getragen und sorgt unter anderem für die gute Betreuungsquote in der Stadt. - Foto: Bokelmann

Rahden - „Wir brauchen uns nicht zu verstecken, auch wenn neue Angebote in den Nachbarkommunen dazukommen“, meint Werner Thielemann und lobt Rahden als einen „starken und attraktiven Schulstandort“. So ist die Zahl Schüler dem Hauptamtsleiter zufolge im Vergleich zum Vorjahr zwar zurückgegangen, aber es gebe nach wie vor ausreichend Schüler: 2 344 Kinder und Jugendliche verteilen sich auf die Einrichtungen in Rahden und den dazugehörigen Ortschaften.

Etwa ein Drittel (746 Schüler) davon pendelt täglich von Espelkamp, Stemwede und teilweise dem niedersächsichen Randbereich in die Auestadt. An den weiterführenden Schulen sind für das Schuljahr 2016/2017 insgesamt 207 Schüler angemeldet – 108 für die Gesamtschule und 99 für das städtische Gymnasium. An der Sekundarschule, die dann mit vier Klassen ins neue Schuljahr startet, kommen 76 Schüler (71 Prozent) aus Rahden, 28 aus Niedersachsen (26,2 Prozent) und drei (2,8 Prozent) aus Espelkamp. Anmeldungen aus Stemwede seien abgelehnt worden, erklärt Thielemann. „Sonst hätte die Sekundarschule nicht vierzügig beginnen können und es hätte Probleme beim Raumplan sowie mit der Lehrerversorgung gegeben“, begründet er die Entscheidung. „Die Stemweder haben in ihrer Gemeinde selber eine Sekundarschule und sollen diese auch nutzen“, so der Hauptamtsleiter weiter.

Am Gymnasium hingegen stehen 21 Jugendliche aus Stemwede auf der Anmeldeliste (21,2 Prozent) sowie ferner 55 Rahdener (55,6 Prozent), 18 aus Niedersachsen (18,2 Prozent) und fünf Espelkamper (5,05 Prozent). Für die gymnasiale Oberstufe sind für das nächste Schuljahr als Seiteneinsteiger 38 Schüler angemeldet.

Die vier Grundschulen werden 27 Kinder mehr als im Vorjahr nach den Sommerferien besuchen, insgesamt 151 – Rahden (66), Varl (22), Pr. Ströhen (16), Tonnenheide-Wehe (47). „In den Grundschulen haben wir sehr starke Jahrgänge“, freut sich Thielemann und bewertet diese Entwicklung als positiv. Dennoch würden kleine Klassen gebildet. Dadurch sei es möglich, dass Flüchtlingskinder weiter aufgenommen werden können. Derzeit werden an den Grundschulen 22 Flüchtlingskinder unterrichtet und an den weiterführenden Schulen 35. Der Verwaltung zufolge kommen demnächst noch fünf weitere hinzu. „Diese Kinder bereichern das Schulleben“, stellt Werner Thielemann heraus.

Insbesondere bei den acht Kindergärten habe die Aufnahme von Flüchtlingen zu größeren Gruppen geführt. „Alle Gruppen sind so gut wie voll und daher bleiben alle Einrichtungen bestehen“, unterstreicht Werner Thielemann. Die Mitarbeiter der Kitas leisten ihm zufolge eine „gute Arbeit und bieten eine gute Begleitung“. „Es gibt keine unversorgten Eltern“, so die erfreuliche Bilanz des Hauptamtsleiters.

Überhaupt ist die Zahl der in Rahden lebenden Kinder der Statistik nach gestiegen: Für 775 Kinder (im Alter von null bis sechs Jahren), davon 414 unter drei Jahre alt, hält Rahden 489 Kita-Plätze vor, hinzu kommt die Tagespflege als Ergänzung zum U3-Angebot. Die Versorgungsquote in diesem Bereich liegt in Rahden aktuell bei 37,5 Prozent und damit „an der oberen Grenze der Richtwerte“, so Thielemann. Aufgrund der guten Auslastung werden in den kommenden Jahren auch Ausbaumaßnahmen anvisiert. Wie Roland Mettenbrink als Vertreter für den evangelische Kindergarten in Pr. Ströhen verdeutlicht, wollen die kirchlichen Einrichtungen Förderungen nutzen, um ihr Angebot auszuweiten.

Eine Erweiterung steht auch an der Grundschule Tonnenheide-Wehe an. Für eine Umgestaltung des Bereichs für den Offenen Ganztag hat der Ausschuss für Jugend, Schule und Sport jetzt seine Zustimmung gegeben und damit der Arbeitsgruppe des Fördervereins der Tonnenheider Grundschule signalisiert, dass die Planungen weitergehen können.

In der Ganztagsbetreuung, die vom DRK-Kreisverband angeboten wird, sind für das kommende Schuljahr 67 Kinder angemeldet. Diese sollen in drei Gruppen aufgeteilt werden. „Eine Baumaßnahme ist nach dem Anstieg der OGS-Kinder dringend nötig“, sagt Thielemann. Für die Umgestaltung – es sollen ein weiterer Aufenthaltsraum und ein Zugang zu Terrasse geschaffen werden, ohne dabei die Kinder im Ruheraum zu stören – stellt die Stadt Rahden 100 000 Euro zur Verfügung. Mit diesem Zuschuss will der Förderverein laut Thielemann auskommen, um den eingeschossigen Anbau neu zu gestalten. „Das Ziel ist es, die Maßnahme möglichst schnell umzusetzen“, informiert Thielemann zum Zeitplan. Ob die ersten Arbeiten noch in diesem Jahr über die Bühne gehen, wollte er aber nicht versprechen.

Auch in den anderen Grundschulen werden die Betreuungsangebote gut angenommen, die Quote liegt derzeit bei 50 Prozent und die Tendenz zeige, dass sich mehr Eltern für die Betreuung am Nachmittag entscheiden. Laut Steffen Große Wortmann vom Hauptamt zählt die OGS Rahden während der Betreuungszeiten am Vormittag 42 Kinder und im Ganztag 75 Kinder in drei Gruppen, die OGS in Varl vormittags zwölf Kinder und 45 Kinder in zwei Gruppen im Ganztag und die Pr. Ströher Einrichtung am Morgen 22 Kinder und im Ganztag 23 Kinder in einer Gruppe. Alle Betreuungsmaßnahmen werden durch Zuschüsse des Landes gefördert. - abo

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