Tierschützer gehen gegen Stallbesitzer vor

Peta stellt Strafanzeige

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Mediengruppe Kreiszeitung

Varl/Bielefeld - Bei einem Brand in einem Stall in Varl starben am Wochenende rund 1700 Ferkel – die Tiere konnten nach Ausbruch des Feuers nicht rechtzeitig evakuiert werden. „Kein Entkommen“ äußert sich nun die Tierschutzorganisation Peta dazu und hat nach eigenen Angaben bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld Strafanzeige gegen den Betreiber des Stalls gestellt. Der Vorwurf: Durch unzureichende Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Ferkel bei einem Feuer qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen.

Die Staatsanwaltschaft in Bielefeld bestätigte den Eingang der Anklage gestern auf Nachfrage jedoch nicht. „Aufgrund der Häufung von Anzeigen von Peta geben wir nur noch Auskunft über den Ausgang der Verfahren“, teilt Christoph Mackel als Pressesprecher der Staatsanwaltschaft mit.

Laut einer Pressemitteilung von Peta bedanken sich deren Mitglieder bei den beteiligten Kräften der Rahdener Feuerwehr sowie allen Helfern, „die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben“. Als Ursache für das Feuer gehen die Ermittler übrigens von einem technischen Defekt aus.

„Jedes Tier, das bei einem Brand im Stall stirbt, wurde grob fahrlässig getötet“, so Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei Peta. „Der Brandschutz wird bei vielen Tierställen nicht ernst genommen. Wenn tausende Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten – dieses Risiko wird billigend in Kauf genommen.“

Weiter kritisiert Peta in dem Schreiben die bestehenden Brandschutzverordnungen, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt sei. Zudem würden selbst die unzureichenden Schutzmaßnahmen in der Praxis meist nicht umgesetzt. Durch Zeitverzögerungen werde eine Rettung der Tiere verhindern. Ob beim Einsatz in Varl diesbezüglich die Löschwasserversorgung eine Rolle gespielt habe, müsse noch ermittelt werden, informiert Peta.

Abschließend teilt die Organisation in dem Schreiben mit, dass „Tiere für die Ernährungsindustrie ein reines Produktionsgut sind“. Verbrennen in einem Stall Tiere, werde allein der Sachschaden berechnet, lautet die Kritik. In der Tierhalteindustrie bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod für die Tiere, unterstreichen die Tierschützer.

abo

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