Tierrechtler: Massive Umweltverstöße

Wieder Kritik an Nerzfarm

Exkremente auf dem Boden – nach Ansicht von Tierschutzaktivisten ist das ein massiver Umweltverstoß.
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Exkremente auf dem Boden – nach Ansicht von Tierschutzaktivisten ist das ein massiver Umweltverstoß.

Varl - Die Nerzfarm in Varl rückt immer wieder ins Visier von Tierschützern. Sie werfen dem Betreiber Verstöße gegen die im Dezember 2011 in Kraft getretene Tierschutznutztierhaltungsverordnung vor. Zuletzt erstatteten Ende 2014 Aktivisten von tierreter.de beim Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke Anzeige wegen angeblich massiver Umweltverstöße.

Der Betreiber klagt derzeit vor dem Verwaltungsgericht gegen eine Verordnung des Kreises Minden-Lübbecke zur Anpassung der Haltungsbedingungen. Da ein Musterverfahren beim Oberverwaltungsgericht anhängig ist, ruht dieses Verfahren derzeit aber.

Auf ihren Aufnahmen sei zu sehen, dass ein Großteil der Ausscheidungen der Nerze ins Erdreich und somit ins Grundwasser versickere, teilen die Aktivisten in einer Stellungnahme mit. „Der Boden ist so von Kot und Urin durchtränkt, dass Fäkalien quer über das Gelände auf den angrenzenden Acker schwemmen“, heißt es dort weiter. Die Aktivisten vermuten zudem, dass der Betreiber der Nerzfarm absichtlich Exkremente über den Zaun hinweg auf den benachbarten Acker entsorgt, obwohl er verpflichtet sei, diese fachmännisch zu entsorgen.

Erstaunt zeigen sich die Aktivisten darüber, dass das Veterinäramt, das laut eigener Aussage immer wieder Kontrollen auf der Farm durchführe, diese massiven Umweltverstöße weder erkannt noch beanstandet habe, erklärt Aktivist Patrick Sabatkiewicz.

Tierretter.de erstattete im Dezember Anzeige beim Kreis-Umweltamt, das umgehend gehandelt habe, so die Aktivisten. Bei einer ersten Umweltinspektion seien Verhältnisse vorgefunden, die geltenden Umweltvorschriften widersprächen. Neben Sofortmaßnahmen sei ein Auflagenkatalog zur Beseitigung der bau- und wasserrechtlichen Missstände erstellt worden, erklären die Tierschützer.

Der Kreis bestätigte gestern auf Nachfrage dieser Zeitung, dass eine Anzeige von tierretter.de vorliegt. Das Umweltamt sei den Hinweisen nachgegangen, habe Ende 2014 eine Umweltinspektion durchgeführt und tierretter.de eine entsprechende Rückmeldung gegeben. Zu den Ergebnissen der Untersuchung wollte sich der Kreis nicht äußern. „Zu den geforderten Maßnahmen laufen zurzeit Gespräche. Weitere Auskünfte können wir derzeit nicht geben, da der Betreiber der Nerzfarm einen Anwalt mit der Vertretung seiner Interessen beauftragt hat.“

mer

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