Für Thomas Krüger aus Tonnenheide ist Kaffee mehr als nur ein Getränk

Eine Rösterei für aromatische Spezialitäten

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Bei einer Tasse Kaffee berichtet Thomas Krüger über seine eigene Rösterei, die in ein paar Wochen in Tonnenheide eröffnen soll.

Tonnenheide - Von Anika Bokelmann. Wenn auch gerade wenig Zeit für Privates ist, Stress empfindet Thomas Krüger nicht. Der Tonnenheider baut sich ein neues berufliches Standbein auf: In seinem Haus an der Straße Linteln entsteht die Kaffeerösterei „Röstgrad Kaffeemanufaktur“. „Ich fiebere mit Freude der Eröffnung entgegen“, sagt Krüger und hofft, dass er ab Oktober seinen eigenen Kaffee verkaufen kann. Denn noch gibt es viel zu tun.

„Die Baustelle ist doch größer, als ich anfangs dachte“, so der 45-Jährige. Denn den alten Hof umzubauen, gestaltet sich schwierig. Schließlich gelte es, einige Vorgaben zu beachten. So muss der Boden verstärkt werden, damit der Röster auch richtig stehen kann. Außerdem müssen Boden- und Wandbeläge her und die Elektriker stehen schon in den Startlöchern.

Das 450 Kilo schwere Röstgerät wird neben einer Verschweißmaschine für den fertigen Kaffee, Mühlen für die Filtervarianten und Waagen im Technikraum stehen. Ferner gibt es in der Kaffeerösterei ein Lager sowie einen kleinen Laden im Eingangsbereich. Dort will Krüger später neben seinem Kaffee auch Tee- und Trinkschokoladen-Spezialitäten anbieten. Im hinteren Bereich des Gebäudes, dessen Teil die Familie in den vergangenen Jahren kaum genutzt hat, entsteht der Zubereitungs- und Seminarraum. „Ich möchte in Lehrgänge zeigen, wie man Kaffee herstellt“, erklärt Thomas Krüger. Außerdem wolle er dort Röstseminare geben und seine Produktionen testen, so der Jungunternehmer.

Mit einer Kaffeerösterei beschreitet er Neuland in der Region. „Aber das Umfeld ist ideal“, so Krüger. Denn es gebe nur wenig Konkurrenz. Bis vor zwei Jahren hat er als technischer Angestellter bei Melitta in Minden gearbeitet. Seit 2010 betreibt er mit seiner Frau Katrin das Café-Mobil. Mit einem umgebauten Feuerwehrwagen fahren der Kaffee-Sommelier und die Erzieherin in den Sommermonaten zu Festivals und bieten Kaffee an – das Verbreitungsgebiet reicht vom Waldfrieden in Wehdem bis an die Müritz.

Doch damit war das Thema Kaffee für Thomas Krüger nicht abgeschlossen. „Ich wollte meinen eigenen Kaffee“, so Krüger über die Motivation zum nächsten Schritt. Da er mit der Kaffeerösterei seinen Lebensunterhalt verdienen will, besuchte er mehrere Kurse, um sich fundiertes Wissen anzueignen. Nach einem dreiwöchigen Seminar am Kaffeeinstitut von Professor Leopold Edelbauer in Wien im März 2014, das er mit dem Diplom zum Kaffeesommelier abschloss, ging es im Dezember zu einem Lehrgang nach Berlin. Dort vertiefte Krüger seine Kenntnisse im Bereich der Verarbeitung und Zubereitung von Kaffeespezialitäten und darf sich seitdem Barista nennen.

„Ich habe viel über Rohkaffee gelernt“, blickt Krüger zurück. Besonders begeistert habe ihn die Handarbeit an den Kaffeebohnen. Wenn er davon spricht, dass „nur Minuten über die richtige Röstung entscheiden“, merkt man dem 45-Jährigen seine Leidenschaft für das beliebteste Getränk der Deutschen an. Diverse Zahlen hat er im Kopf – der Trommelröster, der bald bei ihm in Tonnenheide stehen wird, wird beispielsweise bis zu 210 Grad heiß.

Den Kaffee bezieht Krüger künftig von kleinen Importeuren. Wenn die 60 Kilo schweren Jutesäcke voller Kaffeebohnen bei ihm ankommen, kann die Arbeit beginnen. Frühstückskaffee, Espresso-Sorten und Edelkaffees sowie ganze Bohnen will Krüger anbieten. Kunden sollen zudem die Möglichkeit bekommen, die Sorten zu kosten.

Krüger selbst trinkt selbstverständlich gern Kaffee. „Und wenn er gut ist, auch viel“, sagt er. Schon die Zubereitung wird bei ihm zur Zeremonie: In einer Karlsbader Kanne, einer Form der französischen Seihkanne, gießt der Tonnenheider den Kaffee auf. „Darin schmeckt der Kaffee sensationell“, schwärmt der Barista, dessen elfjährige Tochter auch schon für Kaffeevariationen zu begeistern ist.

Den Krüger-Kaffee soll es nicht nur in der Rösterei geben, verrät der Geschäftsführer. Er will neben dem Vertrieb über das Internet auch in ausgewählten Cafés der Region für sein Produkt werben und regionale Vertriebsstellen wie Hofläden ansprechen. Der Tonnenheider Kaffee wird auch im Café-Mobil ausgeschenkt.

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