Taten machen Staatsanwalt fassungslos

Erst Unfallflucht, dann Fahrt mit 1,65 Promille

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden - Für einen 19-jährigen Rahdener endete der Heimweg von einer Disco in Herford schon zwei Mal mit einer Verkehrsdelikt: Beim ersten Mal begann er Fahrerflucht, später setze er sich mit 1,65 Promille im Blut hinters Steuer. Nun musste sich der Partygänger vor dem Amtsgericht Rahden für seine folgenschweren Fahrten verantworten.

Seine erste Straftat begann er am frühen Morgen des 15. November 2014. In Hiddenhausen fuhr er zu schnell um eine Kurve, konnte sich nicht mehr in der Spur halten und verursachte bei dem Unfall einen Schaden von 1500 Euro. Anschließend fuhr er einfach nach Hause, stellte sich später jedoch der Polizei.

Bei der zweiten Tat meldeten sich die Polizisten bei ihm – und zwar in Form einer Verkehrskontrolle. Dabei stellten sie 1,65 Promille fest. Sie hatten ihn auf dem Gelände der Brauerei an der Gebrüder-Uekermann-Straße in Herford angehalten. Was er dort wollte, war dem Staatsanwalt nicht deutlich – zum Tatzeitpunkt hätte er aufgrund einer große Baustelle mit Straßensperrungen über diesen Weg nicht nach Hause fahren können.

Der Angeklagte legte vor dem Amtsgericht sofort ein Geständnis ab. Aufgrund der Taten habe er bereits seine Ausbildungsstelle zum Berufskraftfahrer verloren, bedauerte er. Als solcher musste er öfters die Brauerei ansteuern. Vielleicht sei er deshalb auf seinem Heimweg im März dort gelandet, vermutete sein Verteidiger. Sein Mandant sei in dieser Nacht „komplett neben der Spur“ gewesen, meinte der Jurist.

„Es überrascht mich nicht mehr, dass junge Menschen sich auf 1,6 Promille hochsaufen und dann Auto fahren“, sagte der Staatsanwalt. Doch die Taten des Rahdeners machten ihn „fassungslos“. Er verwies darauf, dass der Führerschein normalerweise nach der Unfallflucht weggewesen wäre, der Rahdener habe „unglaubliches Glück“ gehabt. Dass der Mann nur vier Monate später „stockbesoffen“ durch die Gegend fahre, könne er nicht verstehen, so der Staatsanwalt. Außerdem merkte er an, dass rund um die Herforder Discothek nachts viel los sei und deutlich mehr hätte passieren können. Er forderte 60 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie den Entzug des Führerscheins.

„Im Großen und Ganzen hat der Staatsanwalt recht“, so der Verteidiger. Er merkte jedoch an, dass die erste Tat aus einer „Panikreaktion“ resultiert sei und sein Mandant sich später gestellt habe. „Da verwundert natürlich die zweite Tat“, fand auch er. Er verwies auf die Trennung der Eltern des Rahdeners und eine Erkrankung des Vaters. Das sei keine Rechtfertigung, „aber es macht zumindest erklärbar, wieso das geschehen ist“. Der Anwalt meinte, sein Mandant könne noch ein paar Stunden mehr arbeiten. Gleich mit der „Keule des Arrestes“ zuzuschlagen, halte er nicht für sinnvoll.

Doch das tat Richter Hagenkötter: Er verurteilte den Rahdener zu 30 Arbeitsstunden und gab ihm Freizeitarrest. Außerdem wird dem junge Mann der Führerschein für zwölf Monate entzogen.

ks

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