Veranstaltung spaltet Meinungen im Rat

Stemweder-Berg-Rallye vielleicht in Pr. Ströhen

Rahden - Die ADAC Rallye Stemweder Berg könnte am 25. Juni rund 100 Old- und Youngtimer sowie zahlreiche Zuschauer nach Pr. Ströhen locken. Der Rahdener Rat hat am Donnerstag beschlossen, dass der Veranstalter eine zwölf Kilometer lange Optionsstrecke durch die Ortschaft einplanen darf. Dabei handelt es sich um eine Alternativroute, falls bevorzugte Strecken nicht zur Verfügung stehen.

Die Rallye sorgte für Diskussionen im Rat. Auch innerhalb der Fraktionen herrschten unterschiedliche Meinungen. Acht Ratsmitglieder stimmten letztlich gegen die Veranstaltung, darunter Bianca Winkelmann. „Als Ortsvorsteherin von Pr. Ströhen ist meine Bitte, dem Antrag nicht stattzugeben“, sagte sie. Die Rallye berge „enormes Gefährdungspotential für Kinder und Tiere“. „Die Fahrzeuge schleichen da nicht, die knallen da richtig durch“, betonte sie.

Außerdem sprach Winkelmann die Auswirkungen für die Bewohner der rund 40 Häuser und Höfe an der Strecke an. An dem Sonnabend müssten die Straßen vor deren Haustür von 7.35 bis 13.45 Uhr gesperrt werden: Alter Postweg, An der Aue, Klusweg, Alte Kirchstraße, Heuerorter Straße, zur Mühlenbrücke, An der Wickriede, Klostergarten, Kreuzweg, Holsinger Straße, In der Laune, Hinterm Fledder, Farnhorst, im Bülten und Stellge.

In ihrer Rolle als Fraktionsvorsitzende der CDU erklärte Winkelmann, dass es in ihrer Fraktion viele Motorsportfreunde zu geben scheine. Diese würden die Rallye weniger kritisch sehen.

Auch in der SPD gehen die Meinungen laut Fraktionsvorsitzendem Friedrich Schepsmeier auseinander. Die Entscheidung hänge davon ab, ob der Veranstalter Schäden, zum Beispiel an Straßenrändern, behebe. Bürgermeister Dr. Bert Honsel zeigte sich zuversichtlich, dass der ADAC ein seriöser Vertragspartner sei.

Winrich Dodenhöft (Grüne) sieht die Rallye kritisch: „Einige Kollegen scheinen vergesslich zu sein“, erinnerte er daran, dass der Rat die Rallye 2012 abgelehnt hatte. Entscheidend sei damals Kritik an der mangelnden Behebung von Schäden gewesen. „Warum sollte sich das geändert haben? Wir stimmen natürlich dagegen.“

Torsten Kuhlmann (SPD) warf ein, dass er 2012 auch gegen die Rallye gestimmt, die Veranstaltung dann aber selbst besucht habe. „Ich kann nur Positives berichten“, erzählte er. Außerdem kurbelt die Rallye ihm zufolge den Tourismus an. Gäste und Teilnehmer würden in Rahden essen und übernachten. Vorteile für den Tourismus betonte auch Gundel Schmidt-Tschech (Unabhängig für Rahden).

„Man muss sehr genau abwägen“, fand Hans-Eckhard Meyer (FDP). Sollten die Rahmenbedingungen stimmen, könne man aber zustimmen.

Marion Spreen (SPD), die gegen die Rallye stimmte, brachte den Klimaschutz ein. Die Autos seien „nicht leise, nicht spritarm und nicht umweltschonend“. Auch die FWG-Sprecherin Doris Bölk sprach ebenfalls den Umweltaspekt an. Allerdings gebe es unterschiedliche Meinungen in der FWG.

Schließlich stimmte die Mehrheit für die Rallye. „Schauen wir mal, ob es stattfinden wird. Sicher ist es nicht“, erinnerte Honsel abschließend daran, dass es sich lediglich um eine Optionsstrecke handelt.

ks

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