Stemweder bereut Fahrt mit 1,14 Promille

„Ich bin nicht mehr derselbe Mensch“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden/Stemwede - Ein 34-jähriger Stemweder wurde vom Amtsgericht Rahden wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe verurteilt. Er soll sich laut Anklage am „Vatertag“ mit mindestens 1,14 Promille hinters Steuer gesetzt und einen Unfall verursacht haben. Der Angeklagte versicherte, sich an nichts erinnern zu können – zeigte aber keine Zweifel, schuldig zu sein.

Dem damaligen Polizeibericht zufolge hatte der Angeklagte auf der Oppenweher Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war frontal gegen einen Baum geprallt. Dabei verletzte er sich schwer. Sein Schädel sei acht Mal gebrochen, nannte der Stemweder beim Verhandlungstermin eine der gravierendsten Frakturen. Er habe lange Zeit nur liegen können. Wo er vor dem Unfall getrunken hatte, wisse er nicht. Ihm fehlten die Erinnerung an die beiden Tage vor dem Unfall.

Dass der Angeklagte beim Unfall allein im Auto gesessen haben muss, bezeugte ein 28 Jahre alter Pr. Ströher. Er war damals als erster auf die Unfallstelle zugefahren und hatte Hilfe gerufen. Die Polizei hatte dann erst den Alkoholgeruch und später im Krankenhaus die Promillewerte festgestellt.

Der Stemweder Familienvater ist vorbestraft. Er ist unter anderem schon einmal wegen Trunkenheit im Verkehr aufgefallen. Für einen Vater habe er ziemlich viele Vorstrafen, merkte Richter Hagenkötter an. Seine Kinder müssten bald auf ihn verzichten, wenn es so weitergehe, warnte er den Angeklagten vor einer Haftstrafe.

Der Unfall sei eine „sehr intensive Erfahrung“ gewesen, die ihn verändert habe, sagte der Angeklagte reumütig. „Ich bin nicht mehr derselbe Mensch wie vor dem Unfall“, versicherte er. Seine Grundwerte hätten sich geändert. Am meisten leide seine Familie unter den Folgen des Unfalls, sagte er, blickte zu seiner als Zuhörerin anwesenden Frau und entschuldigte sich bei ihr. „Seit dem Unfall habe ich keinen Tropfen Alkohol getrunken“, beteuerte der Angeklagte. „Für mich gilt ab sofort die 0,0 Promille-Grenze.“

Der Staatsanwalt ging von einer fahrlässig begangenen Tat aus. Er plädierte für eine Geldstraße von 60 Tagessätzen zu jeweils acht Euro und einer Führerschein-Sperrfrist von zwölf Monaten. „Das Angebot vom Staatsanwalt finde ich absolut fair“, sagte der Angeklagte vor der Verkündung des Urteils. Das sah anscheinend auch Richter Hagenkötter so: Sein Urteil deckte sich mit den Forderungen des Staatsanwalts.

ks

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