Steigende Flüchtlingszahlen stellen Verantwortliche vor Herausforderungen

Vor der Ohnmacht handeln

+
Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden - Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen wird der Wohnraum in Rahden knapp, die Aufgaben der Flüchtlingshilfe nehmen zu. Daher sei die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und der Verwaltung sehr wichtig, machte Torsten Kuhlmann als Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Kultur und Tourismus deutlich. In seinem Bericht über die sozialen Hilfen hatte Michael Duffe vom Ordnungsamt die aktuellen Zahlen sowie weitere Pläne vorgestellt, die nötig sind, um die Situation zu bewältigen.

Mit bis zu einer Million Asylbewerbern sei bundesweit zu rechnen – bislang habe es 256938 Anträge gegeben. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, dem Kosovo, Irak und Mazedonien. Aktuell leben in Rahden 208 Flüchtlinge – 181 Männer, 27 Frauen, 24 Kinder zwischen zwei und 16 Jahren sowie zwölf Familien. Davon wurden allein im September 50 Personen aufgenommen, insgesamt wurden binnen neun Monate 113 Flüchtlinge begrüßt. In den nächsten Tagen werden weitere zehn Flüchtlinge erwartet.

Ein Großteil, genau 151 Personen, sind in von der Stadt angemieteten privaten Wohnungen untergebracht, berichtete Duffe. Weitere 25 Asylbewerber leben im Übergangswohnheim an der Weher Straße und einige sind in selbst angemieteten Wohnungen. Doch die Unterkünfte würden auf lange Sicht nicht mehr ausreichen, machte Duffe deutlich.

Daher stellte er den Ausschussmitgliedern derzeit parallel laufende Pläne vor: Zum Oktober habe die Stadt vier weitere Wohnungen angemietet, ab Januar könnten weitere hinzukommen. Ferner habe es Besichtigungen von Mehrfamilienhäusern gegeben. „Das ist eine Alternative für Wohncontaineranlagen, die damit aber nicht ausgeschlossen werden“, so der Bauamtsmitarbeiter. Und als weiteres Projekt ist die Stadt auf der Suche nach einem großen Objekt, das als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt werden soll. „Das würde uns einen Puffer verschaffen“, erklärte Duffe.

Er bittet die Bürger, sich bei der Verwaltung zu melden, wenn sie weitere Wohnungen wüssten. „Aber nicht jedes Anwesen ist als Unterbringung geeignet“, machte Duffe deutlich und Ordnungsamtleiter Uwe Trentelmann ergänzte: „Es muss wohngerechter Raum sein.“ Ein Gebäude müsse möglichst viel Wohnfläche aufweisen. Dass die Verantwortlichen nicht darum herumkämen, die öffentlichen Gebäude in Betracht zu ziehen, machte Bürgermeister Bernd Hachmann deutlich. Voreilig Objekte zu benennen, darin sahen die Mitglieder des Sozialausschusses aber den falschen Weg. „So werden nur Gerüchte angeheizt“, sagte Ausschussvorsitzender Kuhlmann auf eine konkrete Nachfrage und Nennung für ein öffentliches Gebäude als Unterbringung.

Von einer „schwierigen Situation“ sprach Trentelmann. Daher habe man einen Krisenstab gebildet, der nun erweitert werden soll. „Aus jeder Partei soll sich ein Mitglied an den Planungen beteiligen“, erklärte Trentelmann. „Wir müssen handeln, sonst stehen wir bald vor einer großen Ohnmacht“, so Trentelmann.

Derzeit laufe es noch gut, machten die Ausschussmitglieder deutlich und richteten ihren Dank an die Ehrenamtlichen und die Verwaltung. So stünden den Flüchtlingen bei ihrer Ankunft Dolmetscher zur Seite, berichtete Duffe. Es gebe eine Erstberatung zu den Einrichtungen der Stadt wie Kleiderkammer und Behörden und ein Kümmerer vom Arbeitskreis Integration und Asyl des Präventionsrates Rahden stehe in der ersten Woche für alle Fragen zur Seite. Weiterhin gebe es eine Hausmeisterbetreuung.

In Sachen Sprachkurse gibt es neben dem Angebot der Volkshochschule auch die Möglichkeit, einen Kursus des Arbeitskreises zu machen, wobei letzterer deutlich besser angenommen werde, so Duffe.

abo

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Neues Spezialfahrzeug für Leester Feuerwehr

Neues Spezialfahrzeug für Leester Feuerwehr

Machtkampf: Zahl der Todesopfer in Venezuela steigt auf 100

Machtkampf: Zahl der Todesopfer in Venezuela steigt auf 100

Prinzessin Charlotte (2) ist einfach süß, auch schlecht gelaunt 

Prinzessin Charlotte (2) ist einfach süß, auch schlecht gelaunt 

Blutige Unruhen in Jerusalem: Bilder der Wut und Gewalt

Blutige Unruhen in Jerusalem: Bilder der Wut und Gewalt

Kommentare