Interessenten für die CDU-Bundestagskandidatur stellen sich vor

Starke Stimme für den Mühlenkreis

Rahdens CDU-Stadtverbandsvorsitzende Bianca Winkelmann und Gastgeber Wilhelm Kopmann (2.v.l.) hatten die Interessenten für die CDU-Bundestagskandidatur (v.l.) Michael Behrens, Frank Fuhrmann, Dr. Oliver Vogt, Sven Ötting und Meik Blase zu Gast.

Rahden - Von Melanie Russ. Nachdem Steffen Kampeter kürzlich sein Mandat niedergelegt hat, muss die CDU im Mühlenkreis ein Jahr lang ohne eigenen Bundestagsabgeordneten auskommen. Damit keine fünf weiteren hinzu kommen, will die Union am 27. Oktober einen starken neuen Kandidaten wählen. Fünf Interessenten gibt es, die derzeit alle Kommunalverbände bereisen, um sich und ihre politischen Schwerpunkte vorzustellen. Am Donnerstagabend präsentierten sie sich im Dorfgemeinschaftshaus in Sielhorst Vertretern des Rahdener Stadtverbands.

Dass der neue CDU-Kandidat den Wahlkampf ohne einen amtierenden Bundestagsabgeordneten, der ihn unter die Fittiche nehmen könne, bestreiten müsse, mache es nicht einfacher, schickte Stadtverbandsvorsitzende Bianca Winkelmann der Vorstellungsrunde voraus.

Sven Öpping aus Hüllhorst

Während Dr. Oliver Vogt (Espelkamp), Meik Blase (Espelkamp), Michael Behrens (Minden) und Frank Fuhrmann (Minden) ihre Schwerpunkte recht sachlich vortrugen, präsentierte sich Sven Öpping (Hüllhorst) bereits als emotionaler Wahlkämpfer. In seiner etwa zehnminütigen Rede stellte der 41-jährige Familienvater und Förderschullehrer Heimatverbundenheit und Tradition, die es zu erhalten gelte, in den Mittelpunkt. Er sicherte zu, im Falle seiner Wahl Klartext zu reden, den Menschen seines Wahlkreises zuzuhören, auch mal unbequem zu sein und die Werte der Region in Berlin zu vertreten. Die Stimme „für ein gutes Stück Heimat“ wolle er sein. Öpping ist derzeit Mitglied des Kreistages und des Hüllhorster Rates. Als politische Schwerpunkte nennt er die Stärkung der hiesigen Wirtschaft, Bildung und die Förderung des technischen Fortschritts (Stichwort: digitale Infrastruktur).

Oliver Vogt aus Espelkamp

Der 39-jährige Oliver Vogt ist Physiker und Lehrer am Mindener Besselgymnasium, seit 1999 im Espelkamper Stadtrat aktiv und stellvertretender Kreisvorsitzender. Zwei Themen sind ihm besonders wichtig: Bildung und Wirtschaft. In der Bildungspolitik fordert Vogt einen ganzheitlichen Ansatz. Es sei nicht in Ordnung, dass in 16 Bundesländern unterschiedliche Bildungspolitik gemacht werde. „Das gehört ins Zeitalter der Postkutschen“, so Vogt, nach dessen Meinung der Bund eine deutlich stärkere koordinierende Funktion einnehmen muss. Man müsse zu einheitlicheren Standards kommen. Außerdem fordert Vogt eine nachhaltigere Unterstützung für mittelständische Unternehmen. Im Mühlenkreis gebe es viele solcher Unternehmen, die auf ihrem Gebiet auf dem Weltmarkt führend seien.

Vogt setzt wie die anderen Kandidaten auf Kommunikation vor Ort. Das bedeutet zum einen, die in Berlin gemachte Politik den Menschen im Mühlenkreis besser zu erklären. Es bedeutet aber auch, den Menschen zuzuhören und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Als Bundestagsabgeordneter wolle er sich mehr Zeit für die Bürger nehmen, lieber weniger Termine besuchen, dafür aber intensivere Gespräche führen. „Der Mühlenkreis braucht eine starke Stimme. Diese Stimme möchte ich für Sie sein“, warb er um Unterstützung.

Meik Blase aus Espelkamp

Familien-, Bildungs-, Finanz- und Wirtschaftspolitik sind die Schwerpunkte des zweiten Espelkampers Meik Blase. Der 49-jährige Familienvater arbeitet als Diplom-Ingenieur bei der Wortmann AG und ist seit 2010 Betriebsratsvorsitzender. Seit 2012 Mitglied der CDU, hat er seit 2014 einen Sitz im Espelkamper Rat. Verbesserungen für die Wirtschaft dürften nicht bei den großen Unternehmen aufhören, fordert er. Sie müssten auch den Mittelstand erreichen, zu dem er die Landwirtschaft ausdrücklich hinzurechnet. Änderungen erwartet er sich auch im Rentensystem. Wer viel und lange gearbeitet habe, müsse von seiner Rente leben können. Die Familie als Grundstein der Gesellschaft möchte er besonders unterstützen. In Sachen Sicherheitspolitik plädiert Blase dafür, stärker die Ursachen von Bürgerkriegen zu bekämpfen. Die Aufnahme von Flüchtlingen befürwortet er, wer aber die Gastfreundschaft in Deutschland missbrauche, müsse zurückgeschickt werden.

Michael Behrens aus Minden

Sicherheit ist auch ein Thema, mit dem sich der 55-jährige Michael Behrens auskennt. Der Familienvater ist Polizist und lebt in Minden. Er ist Vorstandsmitglied der Ortsunion „Rechtes Weserufer“ und war 2002 ein Jahr lang im Rahmen der UN-Friedensmission im Kosovo tätig. Als Polizist sei er täglich mit den Problemen der inneren Sicherheit und der Asyl- und Flüchtlingsproblematik konfrontiert. Er kenne daher die Sorgen und Nöte der Menschen. Seine Erfahrung will er nutzen, um sich in Berlin dafür einzusetzen, dass alle Menschen in Deutschland in Sicherheit leben können. Deutschland sei zwar eines der sichersten Länder der Welt, „aber wir haben es versäumt, auf Augenhöhe mit dem Terrorismus zu bleiben“, so Behrens. In der Integrations- und Flüchtlingspolitik wünscht er sich eine klare Linie und stellt zugleich klar: „Wir dürfen nicht aufgeben, ein offenes und gastfreundliches Land zu sein.“ Ein weiterer Schwerpunkt Behrens' ist die soziale Gerechtigkeit gerade im Alter. „Altersarmut darf in unserem Sozialstaat nicht vorkommen.“

Frank Fuhrmann aus Minden

Der 1976 in Brandenburg geborene Frank Fuhrmann wohnt seit 2002 in Minden und ist als Betriebswirt mit Offiziersrang bei der Bundeswehr tätig. Er ist im Vorstand des Mindener Stadtverbands aktiv und sachkundiger Bürger in drei Ausschüssen. Seinen politischen Schwerpunkt sieht er in der Sicherheitspolitik. Die im aktuellen Haushaltsentwurf vorgesehene Erhöhung des Wehretats um 2,3 Milliarden Euro begrüßt er. „Wir müssen die Bundeswehr wieder ertüchtigen“, um in Bündnissen eine tragendere Rolle spielen zu können. Im Bereich Wirtschaft sieht er bei der Digitalisierung im ländlichen Raum erheblichen Nachholbedarf. Es werde viel darüber gesprochen, „aber es passiert nichts“. Bildung sieht Fuhrmann als wichtigste Ressource Deutschlands. Er fordert darum ein bundesweit einheitliches Niveau bei Schulabschlüssen und bessere Unterstützung für Menschen, die umschulen müssen. Fuhrmann möchte ein Lobbyist für den Mühlenkreis in Berlin sein und den Menschen hier die Politik aus Berlin näherbringen.

Der Rahdener Stadtverband wird 26 Vertreter zur Delegiertenversammlung in der Lübbecker Stadthalle schicken, die am Donnerstag ebenfalls gewählt wurden.

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