Stadt hat noch Platz für 30 Asylbewerber / Hohe Bereitschaft bei Unterstützung

35 Flüchtlinge stehen auf der Abschiebeliste

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Michael Duffe berichtete über die Unterbringungssituation von Flüchtlingen.

Rahden - 115 Flüchtlinge leben derzeit in Rahden. Dass sind laut Michael Duffe vom Amt für Ordnung und Soziales 20 mehr als noch vor einem halben Jahr. Von ihnen befinden sich ihm zufolge jedoch nur 80 in einem laufenden Asylverfahren, der Rest werde geduldet. „Die müssten eigentlich abgeschoben werden“, erklärte er bei der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Kultur und Tourismus der Stadt Rahden. Aus diversen Gründen – zum Beispiel wegen eines fehlenden Passes oder Problemen mit Herkunftsstaaten – gehe das aber nicht.

„Für diese Personen kriegen wir keinen einzigen Euro“, verdeutlichte Ordnungsamtsleiter Uwe Trentelmann mit Blick auf die angespannte Haushaltssituation. Zwar sind die Ausgaben für den Lebensunterhalt und die Leistung bei Krankheit für Flüchtlinge laut Duffe noch im „einigermaßen grünen Bereich“, bei den Kosten für die Unterbringung könne es jedoch brenzlig werden. Von den für 2015 eingeplanten Unterbringungskosten von 238350 Euro wurden schon 170200 Euro ausgegeben. Duffe merkte an, dass die Mieten bereits bis zum Jahresende bei dem ausgegebenen Geld einkalkuliert wurden.

Das Übergangswohnheim am der Weher Straße ist mit 25 Personen voll belegt. Zudem hat die Stadt 16 weitere Wohnungen angemietet. Momentan reicht der Platz noch für weitere 30 Menschen. Laut Duffe eine gute Kapazität: „Wenn nicht noch eine ganz große Welle dazukommt, gehen wir davon aus, dass wir gerade gut aufgestellt sind.“

Die Gesamtaufwendungen für die Flüchtlinge belaufen sich für das Jahr 2015 auf voraussichtlich 855950 Euro. Davon zahlt das Land 295825 Euro, was einen Kostendeckungsgrad von 34,56 Prozent ergibt. Bisher wurden in diesem Jahr 407750 Euro für Asybewerber ausgegeben, von denen 147910 Euro durch das Land erstattet wurden (Kostendeckung: 36 Prozent).

Die Hilfesuchenden kommen unter anderem aus Syrien, dem Iran, Irak, Georgien, Albanien, Kosovo, Ägypten, Libanon, Algerien, Marokko, Guinea, Nigeria, Somalia, Eritrea, Bangladesch, Pakistan und Sri Lanka nach Rahden. Nachdem sie Asyl gewährt bekommen haben, verlassen laut Duffe einige die Auestadt wieder. Seit Januar wurden Rahden 45 Personen zugewiesen, die Zahl der Flüchtlinge habe sich insgesamt aber nur um 20 erhöht. Manche habe es nach ihrer Anerkennung in Ballungszentren oder zu ihren Familien in andere Ecken Deutschlands gezogen.

Der Ordnungsamt-Mitarbeiter ging auch auf das Angebot der Stadt für Flüchtlinge ein. So gebe es Sprachkurse, eine umfassende Erstberatung und eine Hausmeisterbetreuung in den Wohnungen. Zudem verwies Duffe auf die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Asyl/Integration des Präventionsrates. Über die Tätigkeiten dort berichtete Wolfgang Filbert. Er ging auf zahlreiche Angebot ein wie das Multi-Kulti-Kochen, das YMCA-Café International, Deutschkurse, die Fahrradwerkstatt, Begleitung zu Ämtern, Vermittlung an Sportvereine, Begleitung zum Einkaufen und die „Kümmerer“. „Es gibt offenbar eine hohe Bereitschaft, zu helfen“, schilderte Filbert seinen Eindruck. Der Präventionsrat biete Hilfswilligen eine Plattform.

Wer sich selbst für Asylbewerber einsetzen will, hat am Montag, 8. Juni, die Möglichkeit dazu: Der Präventionsrat Rahden lädt alle Interessierten zu einer öffentlichen Mitgliederversammlung ein. Los geht es um 19.30 Uhr im katholischen Gemeindehaus an der Straße Burggarten 2.

ks

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