Stadt lässt IKEK prüfen, um Fördergelder rechtzeitig beantragen zu können

Das Warten geht weiter

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Seit drei Jahren warten die engagierten Sielhorster auf einen Bescheid über mögliche Fördergelder, um die Toiletten am Göpelhaus umgestalten zu können.

Rahden - Vor drei Jahren hatten die Sielhorster Fördergelder beantragt, um die Toiletten am Göpelhaus behindertengerecht gestalten zu können. Am Müllerhaus an der Tonnenheider Mühle soll das Dach erneuert werden und der Friedhofsvorplatz in Wehe ist auch in die Jahre gekommen und es liegt bereits ein Plan für eine Umgestaltung vor. Was allerdings fehlt, sind die Zusagen über die möglichen Fördermittel im Sinne der Dorferneuerung von der Bezirksregierung aus Detmold.

Denn dafür gibt es derzeit keine Richtlinien, heißt es aus Detmold. „Ich fühle mich an der Nase herumgeführt“, machte Sielhorsts Ortsvorsteher und Ausschussvorsitzender Wilhelm Kopmann seinem Ärger in der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses am Dienstag Luft. Bei den Fraktionsmitgliedern der Rahdener Parteien herrschte Einigkeit: Alle kritisieren das Hinhalten. „Mir fehlen die Worte“, so Bianca Winkelmann (CDU). Für sie ist insbesondere die bislang investierte Arbeit für die Konzepte bedauerlich. „Die sind für den Papierkorb gemacht.“ Friedrich Schepsmeier (SPD) konnte „das Wiehern des Amtsschimmels“ ebenfalls nicht nachvollziehen. „Es wird so viel Geld in Papiere gesteckt, anstatt in die Maßnahmen“, so Schepsmeier zur Überbürokratisierung.

Thomas Möller (FDP) kritisierte zudem die Intransparenz und fragte, ob die Verwaltung einen Einfluss auf die Ausarbeitung der Richtlinien habe – und bekam ein deutliches Nein von Dieter Drunagel zu hören.

Erst Ende 2015 sei mit den Richtlinien von der Bezirksregierung zu rechnen, berichtete der Bauamtsleiter während der Sitzung im Rathaus. „Doch es zeichnen sich gravierende Änderungen ab“, wusste er. Ihm zufolge seien Förderungen künftig nur noch möglich, wenn die Kommune als Grundlage für die einzelnen Ortschaften entweder über ein Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) oder über ein Integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) für alle Ortschaften verfüge. „Damit soll die Nachhaltigkeit der Maßnahmen bewiesen werden“, erklärte Drunagel die Tatsache, dass künftig nichts mehr ohne Gutachter entschieden werde. Die Förderung im ländlichen Raum werde damit nahezu unmöglich, sagte er zu den Auswirkungen. „Wir müssen aber allen die gleichen Möglichkeiten zur Dorferneuerung eröffnen“, meinte Drunagel und ließ darüber abstimmen, ein IKEK auf den Weg zu bringen. Das Ergebnis war ein einstimmiges Votum dafür.

Jetzt dürfe man nicht ins Hintertreffen geraten, erklärte Bianca Winkelmann und auch Drunagel machte deutlich, dass „wir sofort bereitstehen müssen, wenn die Förderungen vergeben werden“. Denn es sei denkbar, so der Bauamtsleiter, dass die Fördergelder in einem landesweiten Wettbewerb verteilt würden. Nach dem Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“ müssten auch schon jetzt Gelder im Haushalt bereitgestellt werden, so Drunagel weiter.

Heinrich Grundmann (CDU) hatte angesichts der Kostenfrage Bedenken, da keine eindeutigen Summen genannt werden konnten. „Je später wir beginnen, desto teurer wird es“, lautete die unkonkrete Antwort Drunagels. Vielmehr gelte es jetzt mit dem IKEK, „günstige Startbedingungen zu schaffen“.

abo

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