SPD, FDP, FWG und Grüne fordern überarbeitetes Konzept fürs Ärztehaus

Es geht um Detailfragen

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Dieses Haus an der Feldstraße soll für das neue Ärztezentrum am Krankenhaus weichen.

Rahden - Dass die Stadt Rahden junge Ärzte braucht, ist für die Mitglieder von SPD, FWG, FDP und Grüne keine Frage, sondern eine Tatsache. Ebenso die Erkenntnis, dass „das Ärztehaus kein Wahlkampfthema ist“, wie Friedrich Schepsmeier (SPD) bei einem Gespräch im Bürgerbüro der gemeinsamen Bürgermeisterkandidatin Bela Lange am Donnerstag deutlich machte. Er kritisierte dabei die „Unterstellungen“ der CDU.

In einem Positionspapier hatte der Christdemokrat Heiko Ahrens dem Vierer-Bündnis vorgeworfen, dass eine mögliche Nichtansiedlung von Ärzten auf ihr Konto gehe, erinnerte Schepsmeier. „Die Reaktionen der CDU sind barsch. Herr Ahrens spart nicht mit Unterstellungen“, empörte sich der SPD-Vorsitzende. Den Vorwurf, dass sich die Parteien „eigener Eitelkeiten bedienen“, tat er als „unqualifizierten Zwischenruf“ ab. „Wir haben der CDU ein Gesprächsangebot geliefert“, betonte Schepsmeier. Es sei für „das große Projekt“ wichtig, einen Konsens festzuhalten.

Dass sich beide Bürgermeisterkandidaten aus der Debatte herausgehalten haben, lobte er. „Immerhin müssen sie ab dem 21. Oktober mit dem Rat zusammenarbeiten und Kompromisse finden“, erklärte der Sozialdemokrat.

„Qualität sollte vor Schnelligkeit gehen“, machte Schepsmeier weiter deutlich. Für die vier Fraktionen, die Bela Lange in den Bürgermeisterwahlkampf schicken, gebe es noch Details zu klären – sowohl inhaltlich als auch baulich sei das Konzept unvollständig.

„Die Vorbereitungen von Bernd Hachmann waren nicht umfassend genug“, bemängeln die Sprecher von SPD, FWG, FDP und Grüne die Vorgehensweise des Bürgermeisters.

In erster Linie spielt dabei das Thema Geld eine wichtige Rolle. „Wir werden Ärzte bei einer Neueröffnung einer Praxis außerhalb des Ärztehauses ebenfalls mit einem namhaften Betrag unterstützen müssen“, findet Schepsmeier. Als „nicht adäquat“ sieht Hans-Eckhard Meyer (FDP) die ausschließliche Förderung für Ärzte, die ins neue Zentrum am Krankenhaus einziehen wollen. Die „knappen Steuermitteln müssen konzentriert eingesetzt werden“.

Aus wirtschaftlichen Gründen stellt sich für Meyer ferner die Frage, ob eine Apotheke oder ein anderes nichtärztliches Angebot wie eine Physiotherapiepraxis ans Ärztehaus angegliedert werden sollte. Diesbezüglich müssten die „Rückwirkungen auf die Innenstadt“ geprüft werden, so Meyer mit Blick auf die bestehenden Apotheken und deren Zukunft sowie die Bedenken der angesiedelten Gewerbetreibenden.

Zudem dürfe nicht nur über Allgemeinmediziner geredet werden. „Die Facharztpraxen müssen auch fortgeführt werden“, erinnerte Friedrich Schepsmeier, der eine enge Zusammenarbeit mit den Mühlenkreiskliniken befürworten würde. Auch ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) könne ihm zufolge eine Lösung sein.

Daher habe die Stadt sich bereits das gesamte Grundstück an der Feldstraße gesichert. Der Erbpachtvertrag an sich müsse aber noch ausgestaltet werden. „Es besteht daher kein Druck für eine rasche Entscheidung“, sagte Meyer.

Schepsmeier wusste zudem, dass sich weitere Interessenten, die als Investoren in Frage kämen, gemeldet hätten. „Vielleicht gibt es ein besseres Konzept“, wiegelte er ab, sah aber auch den Vorteil des derzeitig gehandelten Investors Dr. Fahim Wahidi, der „Ärztekompetenz“ mitbringe.

Abschließend betonten die Fraktionsvorsitzenden von SPD, FWG, FDP und Grünen, dass sie von der Verwaltung eine aktualisierte Vorlage mit fachlich begründeteten Vorschlägen erwarten. Diese Vorlage solle dann in den zuständigen Ausschüssen beraten und schließlich im Rat – „mit möglichst breiter Mehrheit“ – beschlossen werden.

abo

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