SPD-Antrag scheitert in der Ratssitzung

Keine Lobbyarbeit für Senioren im Beirat

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden - Der demografische Wandel ist ein häufig gebrauchter Begriff. Wenn es um die Einrichtung eines Seniorenbeirats geht, kommt man um die veränderte Altersstruktur der Bevölkerung und der wachsenden Generation 60+ nicht herum. Um die Ideen der Senioren zu bündeln und ihnen eine Beteiligung an der politischen Arbeit der Stadt zu geben, hatte die SPD-Fraktion einen Antrag für eine solche Initiative bei Bürgermeister Bernd Hachmann eingereicht. Der scheiterte nun aber im Rat.

Vielerorts würden die Interessen der älteren Bürger durch einen Beirat vertreten, erinnerte SPD-Fraktionssprecher Friedrich Schepsmeier. Das war schon in der Sitzung des Hauptausschusses im November deutlich geworden, als Reinhard Rödenbeck, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Stadt Espelkamp, über die Aufgaben und Strukturen des Gremiums berichtet hatte. Seniorenbeiräte sind unabhängig von Parteien, Konfessionen, Verbänden und Vereinen und werden insbesondere bei Fragen im Bereich Gemeinde- und Verkehrsplanung, Personennahverkehr, Freizeitangebote sowie Einkaufssituation, zu Rate gezogen.

Schepsmeier widerlegte sogleich mögliche Gegenargumente. Beim finanziellen Aspekt erinnerte er mit Blick auf eine vorausgegangene Diskussion um das geplante Rahdener Ärztezentrum, „dass wir schon über andere Summen gesprochen haben“. Er regte daher an, den Beirat kostengünstig einzurichten.

Die viel vertretene Meinung, dass in den Ausschüssen viele ältere Mitglieder seien und die Ansichten der Senioren damit vertreten würden, zählt für Schepsmeier nicht. „In einer Seniorenvertretung ist die Denkweise anders“, so der Sozialdemokrat. Thomas Möller (FDP) unterstützte die Initiative: „Ich bin froh, wenn mir jemand ein bisschen Arbeit abnimmt.“

Schepsmeier würde auch einem Jugendbeirat Unterstützung anbieten, erklärte er. „Wie viele Gruppen wollen wir denn noch gründen?“, fragte CDU-Fraktionschefin Bianca Winkelmann. Eine Überfrachtung mit Gremien wollte auch Bürgermeister Hachmann verhindern. „Bei Lobbyarbeit gehen bei mir alle Lampen an“, stoppte er die Diskussion. Der Rat dürfe nicht nur eine Gruppe stärken, sprach er sich ebenso wie 17 Ratsvertreter gegen einen Seniorenbeirat aus. Bei sechs Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen wurde der Antrag der SPD somit abgelehnt.

abo

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