Weniger Flüchtlinge

Die Situation entspannt sich

Michaeal Duffe stellte Zahlen und Fakten rund um Flüchtlinge in Rahden vor. Foto: Schmidt

Rahden - Immer weniger Flüchtlinge kommen nach Rahden. 2015 hat es 328 Zuweisungen gegeben, seit Januar dieses Jahres nur noch 35. Dadurch geht die Anzahl der im Stadtgebiet lebenden Asylbewerber langsam, aber stetig zurück. Die Situation entspannt sich.

Über die aktuellen Zahlen berichtete Michael Duffe am Mittwoch im Ausschuss für Soziales, Kultur und Tourismus. Dem Ordnungsamt-Mitarbeiter zufolge leben derzeit 336 Flüchtlinge in Rahden. Diese unterteilen sich in 180 Einzelpersonen, 33 Ehepaare und 90 Kinder unter 18 Jahren. Die vorgegebene Aufnahmequote ist dadurch zu hundert Prozent erfüllt. Hinzu kommen knapp 50 geduldete Personen, die ausreisepflichtig sind, aber aus verschiedenen Gründen nicht abgeschoben werden können. In diesem Jahr hat es in Rahden keine Abschiebung gegeben.

Die meisten in Rahden lebenden Asylbewerber kommen aus Syrien (105), Afghanistan (38) und dem Irak (37). Insgesamt stammen sie aus mehr als 20 Herkunftsländern – somit hat Rahden laut Duffe „nach wie vor eine bunte Mischung.“

2016 hat die Stadt bisher rund 1 968 000 Euro für die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen gezahlt. Gut 81 Prozent davon wurden vom Land erstattet. Für 2017 sind an Aufwendung für Asylbewerberleistungen und Übergangswohnungen rund 2 801 000 Euro eingeplant. Davon sollen 87,5 Prozent vom Land gedeckt werden.

Derzeit hat die Stadt Rahden 50 private Wohnungen für Flüchtlinge angemietet. 265 Personen sind dort untergebracht. 65 Asylbewerber leben in stadteigenen Wohnhäusern. Weitere sind in selbst angemieteten Wohnungen untergekommen. Insgesamt wurde die Wohnsituation aufgrund des Rückgangs der Zuweisungen entzerrt.

Verschiedene Maßnahmen sollen Geflüchteten die Ankunft in Deutschland erleichtern. Durch das Förderprogramm „Komm-an NRW“ hat Rahden für dieses Jahr 6 600 Euro an Fördermitteln bekommen. Diese fließen in Ankommenstreffpunkte, die Anschaffung von Infomaterial sowie in die Qualifizierung Ehrenamtlicher.

Durch die Flüchtlingshilfe ist in Rahden ein großes Netzwerk entstanden. Verschiedene Akteure arbeiten zusammen, darunter der CVJM, Schulen, der Präventionsrat, das Kommunale Integrationszentrum und das Jugendamt. Sie organisieren Deutschkurse, beraten oder Helfen bei der Mülltrennung. Außerdem konnten bereits 22 Flüchtlingen durch Arbeitsmaßnahmen an den deutschen Arbeitsmarkt herangeführt werden.

Dieses Ziel hat auch die vom Bund geförderte Flüchtlingsintegrationsmaßnahme (FIM), bei der Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge geschaffen werden. Rahden bekommt die Förderung für 16 solcher Arbeitsplätze.

Die Entwicklung von Geflüchteten steht laut Wolfgang Filbert, Vorstandsmitglied des Rahdener Präventionsrats, zunehmend im Fokus. Er berichtete im Ausschuss über die Arbeit des Präventionsrates. Laut ihm hat sich die Art der Flüchtlingshilfe im Laufe der vergangenen Monate gewandelt. Es gehe zunehmend um die politische Entwicklung. Als Beispiel nannte er das Dublin-Verfahren. Dieses besagt, dass für das Asylverfahren jenes EU-Land zuständig ist, in dem ein Flüchtling ankommt.

Filbert erinnerte daran, dass der Präventionsrat nicht nur im Bereich der Flüchtlingshilfe tätig ist. Es gebe darüber hinaus Aktionen wie die Lesepaten, die Frauen der Welt, Jugend- und Kindertage, das Suchtpräventionsprogramm „Rahden Moved“ und vieles mehr. 

ks

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