Einsatzkräfte gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus

Serie von Bränden hält Polizei und Feuerwehr in Atem

Eine Polizeistreife entdeckte gegen 23.40 Uhr einen brennenden Müllcontainer. Die Flammen griffen später auf einen Holzschuppen über. Zudem gab es weitere BrändeJ Foto: Polizei

Rahden - Eine Serie kleinerer Brände in der Rahdener Innenstadt hielten Polizei und Feuerwehr am Montag ab Mitternacht in Atem. An neun verschiedenen Orten brannten neben einem Holzschuppen vor allem Müllcontainer – aber auch ein Stromverteiler ging in Flammen auf. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Verletzt wurde niemand.

Einer durch die Innenstadt patrouillierenden Polizeistreife fiel gegen 23.40 Uhr ein brennender Müllcontainer auf dem Hof eines Hauses am Alten Markt auf. Der 1.000 Liter fassende und rollbare Behälter war zu diesem Zeitpunkt bereits etwa zur Hälfte niedergebrannt. Umgehend alarmierten die Beamten die Feuerwehr. Der Löschzug Rahden der Freiwilligen Feuerwehr rückte umgehend aus.

Zwischenzeitlich griffen die Flammen laut Polizeibericht auf einen weiteren Container und einen Holzschuppen über. Zwei darin stehende Roller sowie Fahrräder wurden vernichtet. „Durch die enorme Hitzestrahlung waren bereits umliegende Gräser und Sträucher in Brand geraten“, berichtet Feuerwehrsprecher Andreas Berg. Ein Übergreifen auf die umliegenden Gebäude konnte verhindert werden, da Einsatzleiter Carsten Kunter zwei Trupps unter Atemschutz mit C-Rohren zur Brandbekämpfung einsetzte. Das Feuer war schnell unter Kontrolle und abgelöscht. Während der Löscharbeiten erfuhren die Einsatzkräfte, dass es weitere Brände gebe.

An der Langen Straße in Rahden standen gegen kurz vor Mitternacht zwei Papiermülltonnen in Flammen. An weiteren sieben Stellen im Stadtgebiet hielten Feuer die Einsatzkräfte in Atem.

So brannten an der Langen Straße, auf der Höhe des Weingeschäfts, zwei Papiertonnen. Als die Einsatzkräfte nach Ablöschen dieses Brandes das Fahrzeug wieder aufrüsteten, bemerkten sie einen Feuerschein hinter dem Rathaus. Sie fuhren auf den Parkplatz der Verwaltung und fanden drei brennende Müllcontainer unter einem Fahrradständerdach vor. Dieser Unterstand war schon einmal das Ziel von Brandstiftern, erinnert die Polizei: In der Nacht zum 28. Dezember wurden dort vier Container angezündet. An der Straße „Auf dem Thie“ brannten ebenfalls zwei Müllcontainer. Nicht weit von der Einsatzstelle entfernt, an der Straße Thiegarten, entdeckten die Feuerwehrkräfte eine glimmende Tanne. Dort reichte der Vorausrüstwagen mit Kleinlöschgerät, um den schwelenden Brand zu löschen, sagt Andreas Berg.

Eine Biotonne auf einem Gelände an der Straße „Auf der Welle“ wurde ebenso ein Raub der Flammen. Dort fuhr der Vorausrüstwagen, der sich in der Nähe befand, zur Erkundung hin. Da der Brand noch nicht so stark fortgeschritten war, konnten die Feuerwehrkräfte diesen schnell löschen. Zudem fanden die Einsatzkräfte etwas entfernt eine alte Matratze auf der Straße, die von allen Seiten angekokelt war. „Sie hat sich aber wohl nicht richtig entzündet“, so Berg.

Als offenbar alle Einsätze beendet waren, bekam der Löschzug von der Leitstelle Minden gegen 00.37 Uhr den nächsten Einsatz zugeteilt. Es brannte ein Stromverteilerkasten an der Von-Bodelschwingh-Straße. Als die Feuerwehrleute dort eintrafen, war der Kasten stark am Glimmen und es schlugen immer wieder starke Blitze aus dem Kasten. Durch den Funkenflug waren bereits angrenzende Bäume in Brand geraten. Stadtbrandinspektor Carsten Kunter ließ die Einsatzstelle weiträumig absperren, um zunächst die Umgebung zu schützen. Das Feuer wurde schließlich mit einem Kohelnstoff-Feuerlöscher unter Kontrolle gebracht und mit Schaum abgedeckt. So wurde Funkenflug unterbunden, berichtet Berg.

Um die Gefahr einzudämmen, orderte die Feuerwehr den Energieversorger über die Leitstelle zum Einsatzort. Der Straßenzug musste über einen längeren Zeitraum stromlos geschaltet werden. „Das Altenheim war glücklicherweise nicht vom Stromausfall betroffen“, berichtet Andreas Berg.

Gegen 0.50 Uhr wurde noch der Brand eines 1 000 Liter fassenden Müllcontainers am Schützenhaus des Musemshofes gemeldet. Gegen 2.30 Uhr waren die Einsätze für die Rahdener Wehrleute beendet. Der Löschzug war bei den acht Einsatzstellen mit vier Fahrzeugen und 16 Feuerwehrkameraden im Einsatz. In fast allen Fällen ist laut Polizei und Feuerwehr Brandstiftung nicht auszuschließen. Zum Schaden können noch keine Angaben gemacht werden.

Die Polizei suchte die Umgebung nach Tatverdächtigen ab. Während der Ermittlungen berichtete eine Zeugin von der Langen Straße, dass sie durch das geöffnete Schlafzimmerfenster zwei männliche Stimmen und Geräusche vernommen hatte. Anschließend habe sie beobachtet, wie das Duo in einen älteren Kleinwagen gestiegen und damit in Richtung Rathaus gefahren sei. Ob die Männer mit den Bränden in Verbindung stehen, ist laut Polizei noch unklar.

Die Ermittler bitten Zeugen, die in der Nacht zwischen 23 und 1 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Innenstadtbereich bemerkt haben, sich unter Telefon 0571/88660 zu melden.

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