Schüler werfen am Tag der Milch einen Blick hinter Kopmanns Stalltore

Zweitklässler löchern Milchbauern mit Fragen

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Landwirt Andreas Kopmann (r.) erklärte den Zweitklässlern Einiges über den Weg der Milch von der Kuh bis in den Supermarkt. Unter anderem demonstriert er die Funktionsweise einer Melkmaschine an Kuh „Pippi“.

Sielhorst/Varl - Was fressen Kühe? Wie viel Milch geben sie? Und warum sind ihre Zungen so rau? Die Zweitklässler der Grundschule Varl löcherten die Milchbauern Wilhelm und Andreas Kopmann gestern mit vielen Fragen. Auf Einladung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke warfen die Schüler auf Kopmanns Hof in Sielhorst anlässlich des Internationalen Tags der Milch einen Blick hinter die Stalltore.

Eine Situation, die nicht nur für die Kinder interessant war: Auch die Kühe und Kälber beäugten den ungewohnten Besuch neugierig. Vorsichtig näherten sich Bewohner und Gäste einander. Einige Jungen und Mädchen trauten sich schließlich, den Tieren über die Nase zu streicheln. Die ganz mutigen ließen Kälbchen sogar an ihren Fingern nuckeln.

Beeindruckt zeigten sich die Schüler unter anderem von der Länge einer Kuhzunge. Auch auf die Info, dass in den Milchtank auf dem Hof 6000 Liter passen, erstaunte die Kinder. „Boah, so viel?“, tönte es aus der Reihe, die die Kinder gebildet hatten, um nacheinander einen Blick ins Innere des Milchtanks zu werfen.

Wie die Milch dort hineingelangt, erfuhren sie eine Tür weiter im Melkstand. Dort stand „Pippi“ – auf dem Hof haben alle Kühe Namen – zum Melken bereit. Als Andreas Kopmann fragte, wer selbst einmal das Euter anfassen will, schnellten die kleinen Finger nach oben. Vorsichtig ertasteten die Kinder die Zitzen, bevor Kopmann die Melkmaschine anlegte.

„Nur durch die Geburt eines Kalbes beginnt eine Kuh, Milch zu geben“, erklärte er den Zweitklässlern. Auch das Futter der Kuh spiele eine Rolle, denn die Nährstoffe würden im Euter der Kuh zu Milch aufgebaut. Eine Kuh fresse pro Tag 50 Kilogramm Futter. Welche Bestandteile in einer solchen Ration sind, konnten die Schüler selber sehen, fühlen und riechen: Die Familie Koopmann hatte im Stall eine Portion exemplarisch ausgebreitet, die die Jungen und Mädchen in die Hand nehmen und an die Tiere verfüttern durften.

Zum Abschluss gab es dann auch für die Schüler etwas zu essen: Sie probierten Joghurt und andere Milchprodukte. Nebenbei lernten sie etwas über die Wirkung von Milch im Körper. Laut dem Kreisverband enthält sie wichtige Baustoffe für Knochen und Zähne.

Mehr Milch zu konsumieren würde Kreisverbandsvorsitzenden Seeker zufolge nicht nur der Gesundheit, sondern auch den Milchviehhaltern nützen. „Die Preissituation ist sehr angespannt“, erklärte er mit Blick auf die Milch-Überproduktion in der Landwirtschaft. Daher sei es wichtig, ausreichend Milch zu verbrauchen.

Wilhelm Kopman freute sich über den Besuch auf seinem Hof. Er gebe gerne einen Einblick in seinen Arbeitsplatz, „um Verständnis für die Landwirtschaft zu wecken“, erklärte er. „In der Landwirtschaft wird Vieles negativ dargestellt“, so sein Eindruck. „Dem wollen wir entgegenwirken.“

„Wir wollen die Landwirtschaft transparenter machen“, sagt auch Hermann Seeker, Kreisverbandsvorsitzender der Landwirte. Anliegen des Kreisverbandes sei es, Milchquellen begreifbar zu machen und deren Bedeutung für eine gesunde Ernährung ins Gedächtnis zu rufen. Ein weiteres Ziel ist ihm zufolge, Landwirtschaft erlebbar zu machen und Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt von bäuerlichen Familien zu geben.

Kindergärten und Schulklassen, die ebenfalls einen Hof besichtigen möchten, können sich beim Landwirtschaftlichen Kreisverband melden. Entweder in der Geschäftsstelle in Lübbecke (Telefon 05741/342721, (E-Mail an info-lk@wlv.de) oder in Minden (Telefon 0571/8280291, E-Mail an info-mi@wlv.de). Auch online besteht die Möglichkeit, einen Hof zu finden: Auf der Seite des Westfälisch-Lippischen Lanwirtschaftsverbandes (WLV) können Lehrer unter der Rubrik „Lernort Bauernhof“ aus mehr als 600 Höfen wählen.

ks

www.wlv.de

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