Schüler diskutieren über Cybermobbing

Echte Freunde, echtes Glück

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Im Spotlight des Spotts: In dem Theaterstück „r@usgemobbt.de“ des Kölner Ensembles „Comic On!“ wird eine Schülerin (Barbara Wegener) zum Cybermobbing-Opfer.

Rahden - Die gesetzliche Altersbeschränkung für Facebook liegt bei 14 Jahren, die für den Nachrichtendienst „WhatsApp“ bei 16 Jahren. Bei einer Gesprächsrunde in der Aula des Gymnasiums Rahden waren am Montag rund 150 Sechstklässler des Gymnasiums anwesend. Wie viele der Zwölfjährigen sich meldeten, als gefragt wurde, wer einen „WhatsApp“-Account hat? Nahezu alle.

Im Vorfeld der Gruppendiskussion hatte das Kölner Theaterensemble „Comic On!“, das erstmals in Rahden gastierte, das Stück „R@USGEMOBBT 2.0“ für die achten Klassen der Real- und Hauptschule und das Pendant mit dem Titel „r@usgemobbt.de“ für die fünften Klassen der Sekundarschule und die sechsten Klassen des Gymnasiums gezeigt. Insgesamt wurden somit rund 450 Kinder angesprochen – und dank der authentisch-modernen, teils gerappten oder gesungenen Inszenierung auch emotional erreicht. Das zeigten die wütenden Kommentare und Zwischenrufe seitens der ganz und gar in der Geschichte versunkenen Zuschauer während der Aufführung eindrucksvoll.

Die Story: Ein Jugendlicher erschafft sich mit dem mutigen Avatar Salokin ein virtuelles Ich, das alles verkörpert, was er nicht zu sein glaubt. Als der einsame Junge auf dem Schulweg immer häufiger von älteren Schülern bedrängt wird, diese ihm Geld abnehmen und die gemeinen Aktionen per Handy filmen, gerät er enorm unter Druck. In der Hoffnung auf ein Ende der Mobbing-Attacken lässt er sich auf Salokins Rat hin auf einen folgenschweren „Deal“ mit seinen Peinigern ein und liefert seine einzige echte Freundin der digitalen Welt zum Spott aus.

„Cybermobbing ist an allen Schulen ein Thema“, unterstreicht Claudia Küpper, Schulsozialarbeiterin des Gymnasiums. Zusammen mit den Sozialarbeitern der anderen Rahdener Einrichtungen hatte sie die präventive Veranstaltung organisiert. „Was über das Handy über ‚WhatsApp‘ bei den Kindern abgeht, das kriegen wir Lehrer gar nicht mehr mit. Da wird es schwer, einzugreifen.“

Schulen leisten

Aufklärungsarbeit

Mit Aktionen wie diesen soll daher Aufklärungsarbeit geleistet werden. So zeigte das erste Stück „R@USGEMOBBT 2.0“ für die Älteren bis zum Selbstmordversuch, welch schwere Folgen digitale Anfeindungen haben können. Das Pendant für die Jüngeren lieferte unter eingängigen Liedzeilen wie „“ und „Schau mir doch mal in die Augen anstatt auf den Monitor“ Lösungsvorschläge. Mit „realen“ Freunden zusammenhalten, das Gespräch mit Lehrern suchen, Facebook-Profile melden, löschen und die eigenen Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen wurden den Kindern als konkrete Ansätze präsentiert.

muk

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