Schüler begleiten das Stolperstein-Projekt / Vortrag am Abend vor Verlegung

Steine gegen das Vergessen

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Die Jugendlichen aus der Haupt- und Realschule sowie vom Gymnasium haben sich in den vergangenen Wochen mit dem Leben der jüdischen Bürger in Rahden zur Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt und werden die Veranstaltungen anlässlich der Stolperstein-Verlegung begleiten. Michael Streich (am Klavier) wird sie dabei unterstützen.

Rahden - An der Lemförder Straße in Rahden lebte einst die Familie Frank. Heute steht an dieser Stelle ein modernes Gebäude, in dem unter anderem Ärzte arbeiten. Im November 1938 gab es Angriffe auf das Haus, die Bewohner flüchteten und einige Familienmitglieder wurden später im Konzentrationslager im Ghetto Minsk ermordet. Um diesen und weiteren jüdischen Familien zu gedenken, werden in Rahden Stolpersteine verlegt.

An dem Projekt des europaweit tätigen Künstlers Gunter Demnig haben sich neben dem Arbeitskreis Jüdisches Leben auch Schüler der Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums beteiligt. Nun stellten die Jugendlichen ihre Beiträge vor. Die Schüler der Klasse 10B von der Hauptschule haben sich gemeinsam mit ihrer Lehrerin Ester Hardke das Leben der Familie Frank genauer angesehen.

Dieses hatte Hardke auch in dem geschichtsträchtigen Buch „Sie leben mitten unter uns“ beleuchtet. Das Buch, das schnell vergriffen war, soll in zwei Jahren neu aufgelegt werden, so Hardke. „Wir sind sehr betroffen“, berichteten die Schüler über ihre Ergebnisse. Immerhin seien die Kinder, als sie ermordet wurden, ungefähr in ihrem Alter gewesen. Schockiert waren sie auch über die Behandlung, die jüdische Bürger zur Zeit des Nationalsozialismus erlebt hatten: „Sie hatten eigentlich ein ganz normales Leben und auf einmal waren sie nichts mehr wert“, zitieren die Hauptschüler Mutter Else Frank, die ebenso wie ihre Söhne Günther und Rolf im Ghetto Minsk ihr Leben lassen mussten.

Stefan Rodenberg, Lehrer an der Realschule, hat in den vergangenen Wochen mit seinen Schülern an Plakaten gearbeitet, die ab heute in der Innenstadt aufgehängt werden sollen. Damit wollen die Jugendlichen auf zwei öffentliche Veranstaltungen aufmerksam machen: Am Donnerstag, 26. November, kommt Gunter Demnig ab 19 Uhr in die Aula der Hauptschule Rahden, um sein Projekt vorzustellen. Am Tag darauf, am Freitag, 27. November, werden die drei ersten Stolpersteine als Erinnerung an die jüdischen Familien Frank und Ginsberg verlegt. Ab 8.45 Uhr können Interessierte zusehen, wie die zehn mal zehn Zentimeter großen Steine mit den Lebensdaten der Ermordeten in die Gehwege eingelassen werden.

Einige Gymnasiasten werden die Abendveranstaltung mit Textbeiträgen und Musik umrahmen. Lehrer Michael Streich wird sie bei den melancholischen Klängen am Klavier begleiten.

Monika Büntemeyer vom Arbeitskreis Jüdisches Leben erscheint es „besonders wichtig, dass sich die jüngere Generation mit dem Thema beschäftigt“. Nur so könne die Erinnerung an die schrecklichen Taten aufrecht erhalten werden.

Denn auch Gunter Demnig findet: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Das will er mit den Stolpersteinen verhindern.

abo

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