Unstimmigkeiten mit Carsten Zimmermann / Nach Austritt aus der FWG wollen sie als „Unabhängige für Rahden“ ihre Ziele verfolgen

Schmidt-Tschech und Sprado gründen eine neue Fraktion

Schon im Bauausschuss wurden die Unstimmigkeiten zwischen Carsten Zimmermann (links) und Dieter Sprado offensichtlich.  - Foto: Russ

Rahden - Die Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft Rahden (FWG), Gundel Schmidt-Tschech, und FWG-Mitglied Dieter Sprado sind mit sofortiger Wirkung aus der Fraktion ausgetreten. „Zwischen uns und einem Fraktionskollegen gibt es eine unüberbrückbare unterschiedliche Auffassung von Fraktionsarbeit“, erklärt Schmidt-Tschech, ohne den Namen Carsten Zimmermann zu erwähnen. Auch auf Nachfrage hält sie sich mit konkreteren Äußerungen zurück.

„Wir möchten durch unseren Austritt vermeiden, dass es zu einer Zerreißprobe in der FWG kommt“, so Schmidt-Tschech, die nun Vorsitzende einer neuen Fraktion ist. Diese haben Sprado und sie unter dem Namen „Unabhängig für Rahden“ gegründet. Laut Geschäftsordnung des Rates muss eine Fraktion aus mindestens zwei Ratsmitgliedern bestehen. Die Bildung einer Fraktion ist dem Bürgermeister vom Fraktionsvorsitzenden schriftlich anzuzeigen.

Laut Schmidt-Tschech ist die Mitteilung bei Bürgermeister Dr. Bert Honsel persönlich erfolgt, die anderen Fraktionschefs sind per E-Mail informiert worden. „Herr Honsel war sehr neutral und gefasst“, berichtet Schmidt-Tschech über den gestrigen Besuch im Rathaus. Honsel selbst war gestern nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Schritt habe sich schon länger abgezeichnet, erklären Schmidt-Tschech und die Vorsitzenden der anderen Fraktionen. Lediglich der unmittelbar betroffene Carsten Zimmermann (FWG) ist „total überrascht“ und sagt, dass er den Austritt nicht habe kommen sehen. „Das persönliche Gespräch hat keiner gesucht“, bedauert er. Selbst über den Austritt sei er nur schriftlich informiert worden. Eine Stellungnahme kündigt Zimmermann nach einer Fraktionssitzung an.

„Es war offensichtlich, dass bei der Wählergemeinschaft Knatsch ist“, sagt Bianca Winkelmann. Die CDU-Fraktionsvorsitzende berichtet von „spürbaren Unstimmigkeiten“. Der Austritt komme aber doch überraschend: „Ich bin selten sprachlos, aber jetzt bin ich es“, kommentiert sie.

Auch Friedrich Schepsmeier war das unterschiedliche Abstimmungsverhalten in der FWG aufgefallen und die Argumentation über die Haushaltsituation in der vergangenen Woche „komisch vorgekommen“. Der Vorsitzende der SPD erinnert sich an die „konstruktive Zusammenarbeit mit der FWG im Bürgermeisterwahlkampf“ und lobt die Vorstellungen, die Schmidt-Tschech in die FWG eingebracht hatte.

Die Arbeit im Rat sehen Schepsmeier und Winkelmann nicht von der Entscheidung betroffen. „Wir wollen weiterhin sachorientiert arbeiten“, so Schepsmeier, der „neugierig ist, wie es jetzt weitergeht“. Für künftige Sitzungen müssen die Entscheidungsposten in den Ausschüssen neu berechnet werden. Winkelmann kritisiert den spontanen Austritt mit Blick auf die Sitzverteilung: „Es ist unfair der FWG gegenüber, weil die Fraktion über Listenplätzen im Rat ist“, so die Christdemokratin. Von den sechs FWG-Ratssitzen würden nun zwei wegbrechen. Diese besetzen Schmidt-Tschech und Sprado mit der neuen Fraktion.

Für den Grünen-Fraktionschef Winrich Dodenhöft kam die Nachricht ebenfalls nicht ganz überraschend. „Ich habe schon damit gerechnet. Das deutete sich ja an“, so Dodenhöft, der in der jüngsten Ratssitzung neben der FWG-Fraktion saß und die Unstimmigkeiten zwischen Schmidt-Tschech, Sprado und Zimmermann mitbekam. Die Arbeit im Rat mache eine weitere Fraktion nicht einfacher, vermutet der Grüne. „Mit Gundel Schmidt-Tschech und Dieter Sprado kann man gut zusammenarbeiten.“ Mit Carsten Zimmermann sei das nicht immer ganz einfach.

Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Eckhard Meyer war nicht überrascht. „Wenn sich einzelne Fraktionsmitglieder gegenüber ihrer Fraktion so benehmen wie Herr Zimmermann im Rat, dann wundert es nicht.“ Dass es in der FWG gegärt habe, habe man schon bei mehreren öffentlichen Anlässen gemerkt. Die bisherige Fraktionsvorsitzende Gundel Schmidt-Tschech empfindet Meyer als verlässliche politische Partnerin. Mit den „Unabhängigen für Rahden“ erwartet Meyer ebenfalls eine gute Zusammenarbeit. Wie sich die Alt-FWG entwickle, bleibe abzuwarten.

Als Vorsitzende der neuen Fraktion „Unabhängig für Rahden“ steht für Gundel Schmdit-Tschech eine „projektboezogene Positionierung“ im Vordergrund. „Wir wollen Rahden vorantbringen“, sagt sie und verweist auf die Diskussionen um Meier-Guss, die Umgehungsstraße sowie die Stadtentwicklung, für die sie sich weiter stark mchen will. - abo/mer

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