Schäfer und Imker sorgen auf dem Museumshof für Besucheransturm

Aktionen mit Muskelkraft

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Gespannt verfolgen die Kinder, wie Norbert Möller die Schafe schert. Anschließend dürfen sie die Wolle anfassen und stellen dabei fest: „Die ist ja ganz fettig.“

Rahden - Dass Mensch und Tier sich gut ergänzen und aufeinander angewiesen sind, wurde am Pfingstmontag beim Aktionstag auf dem Museumshof in Rahden deutlich. Während der Mensch und auch die Pflanzen ohne die Arbeit der Bienen Probleme bekommen, können Schafe froh sein, wenn sie von Menschenhand und einem scharfen Messer von ihrer dicken Wolle befreit werden. Diese beiden Tiere standen im Mittelpunkt des zweiten Tags der offenen Tür des Jahres.

Rund 1300 Besucher schlenderten dazu am Feiertag über das Gelände und entdeckten das vielfältige Angebot, das die Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt hatten. „Das sind deutlich mehr Gäste als in den Vorjahren“, ist Museumshofleiterin Lena Meyer zufrieden mit der Aktion anlässlich des Mühlentags. „Wir hatten Bedenken, ob heute viele kommen“, gibt Meyer zu, denn die Rossmühle der historischen Anlage war an Ostern gebrochen und konnte nicht in Betrieb gezeigt werden.

In Aktion war hingegen Schäfer Norbert Möller aus Varl, der im Stall des Freilichtmuseums die sogenannte Bankschur präsentierte. Die habe er sich weitestgehend selbst beigebracht, denn eine Ausbildung zum Schafscherer gibt es nicht. Rund vier Kilo Wolle fallen pro Tier an, erklärte Möller den Kindern und Erwachsenen und weiter: „Das ist wie Haareschneiden und tut nicht weh.“ Nach dem Haarschnitt gab es für die Jungtiere noch eine Hufpflege.

Dass sich die Schafe in die Ecke des Stalls drängten, führte Möller auf die Rasse zurück: Bei seinen Tieren handelt es sich um eine spezielle Hofzüchtung – eine Kreuzung aus Texelschaf und zwei französischen Rassen, die sehr ängstlich, dafür aber asaisonal sind. „Wir haben das ganze Jahr über Lämmer“, so Möller.

Muskelkraft war nicht nur bei den Schafen gefragt, sondern auch am Infostand von Gerda Kolkhorst aus Tonnenheide und Reinhard Wimmer aus Varlheide – allerdings in tierischer Form. Denn für die Honigproduktion müssen Bienen Einiges leisten, erklärten die beiden Imker. Sie hatten nicht nur verschiedene, frischgeschleuderte Honigsorten zum Probieren mitgebracht, sondern auch die entsprechenden Geräte sowie einen Imker-Anzug. „Wir wollen die Leute sensibilisieren und zum Nachdenken anregen. Ohne die Biene sähe die Umwelt anders aus“, so Kolkhorst.

Kinder konnten bei ihr auch selbst aktiv werden. In Windeseile fertigten die Jungen und Mädchen duftende Kerzen aus echtem Bienenwachs an, die sie mit nach Hause nahmen. Dies war auch der Fall am Bastelstand, an dem gefilzt und geklebt wurde, während die Erwachsenen an den Verkaufsständen mit Handwerkskunst, Marmeladen und Pflanzen entlangschlenderten und den Feiertag in aller Ruhe genossen.

Enttäuscht waren einige Besucher laut Lena Meyer allerdings, weil der frische Kuchen aus dem Steinbackofen schon am frühen Nachmittag ausverkauft war. „Die 13 großen Bleche haben bei dem Besucheransturm nicht gereicht“, sagt die Museumsleiterin und vertröstet auf den nächsten Aktionstag am 20. und 21. Juni. Dann herrscht mittelalterliches Treiben auf dem Gelände vor der Burgruine in Kleinendorf.

abo

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