Varlheiderin Simone Maschmann stellt im Rahdener Tea-Time ihre Waldbären aus

Robin Wood und kleines Zwiebelchen – Bären mit Charakter

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Der Hüter der Schneeglöckchen, Halesia, Robin Wood und das kleine Zwiebelchen (v.l.) werden dabei sein, wenn die Varlheiderin Simone Maschmann (rechts) ihre grünen Waldbären in Carin Schmidts Tea-Time in Rahden ausstellt. 

Rahden -   Sie hat einen Faible für Natur, mit Handarbeit ist sie praktisch groß geworden, Teddys und alles, was dazu gehört, sammelt sie schon ewig. Seit etwa zwölf Jahren verbindet Simone Maschmann aus Varlheide diese drei Leidenschaften auf ebenso ungewöhnliche wie bezaubernde Weise: Sie stellt selbst Teddybären her. Die üblichen braunen oder weißen Plüschtiere mit dem sanften Blick, die Kinderaugen leuchten lassen, sucht man bei ihr allerdings vergebens. Ihre Figuren haben Charakter und sind nichts für Kinderhände – und sie sind grün.

„Als Neuling muss man sich abgrenzen“, begründet Maschmann, die ihre kleinen Kunstwerke schon mehrfach auf Messen ausstellt hat, die ungewöhnliche Farbe. Sie liebe die Natur, und bei Messebesuchen habe sie festgestellt, dass es das Waldthema noch nicht gebe. So entwickelte sie mit der Zeit ihre Waldbären. Den grünen Mohairstoff hat sie sich bei einem Produzenten speziell nach ihren Farbvorgaben herstellen und den Farbton schützen lassen, denn „von der Stange“ gibt es den grünen pelzigen Stoff nicht. Jeden Bären stelle sie zu hundert Prozent in Handarbeit her, erzählt Maschmann. Alle ihre Figuren sind darum Unikate, die als Sammlerobjekte natürlich auch ihren Preis haben. Bei den Accessoires, etwa Pfeil und Bogen für den Waldhüter Robin Wood, bekommt die Varlheiderin Unterstützung von ihrem Mann Volker, der inzwischen auch ein Bärenfan ist.

Vom Bärenfieber gepackt wurde Simone Maschmann vor etwa zwölf Jahren. Eine Freundin hatte sie auf die „Bärenszene“ aufmerksam gemacht. „Ich wusste vorher gar nicht, dass es sowas gibt,“ so Maschmann. Von der Fachmesse „Teddybär Total“ in Münster brachte sie 2004 eine Bastelpackung mit nach Hause, bastelte ihren ersten Bären zusammen, und schon war es um sie geschehen. Sechs Jahre lang hat sie experimentiert und ihre Technik verfeinert. „Man entwickelt ja Ehrgeiz und will sich verbessern.“ 2010 wagte sie sich erstmals als Ausstellerin auf die „Teddybär Total“-Messe. 200 bis 300 Aussteller aus der ganzen Welt zeigen hier ihre Produkte rund um das Stofftier. Maschmann: „Da ist richtig was los.“

Auf die Präsentation legt die Varlheiderin bei Ausstellungen genauso viel Wert wie auf die Qualität der Figuren selbst. Mit Moos, Wurzeln, Gehölzen – allem, was sich eben im Wald findet – kreiert sie eine Waldlandschaft, in der ihre kleinen Pflanzen, Gehölz, Trolle oder Kobolde darstellenden Waldbewohner perfekt in Szene gesetzt werden. Bei ihrer ersten Messe habe das eingeschlagen wie ein Bombe, erinnert sich Maschmann stolz. Es folgten über die Jahre weitere Messen in Münster, Wiesbaden und sogar London. Auch da seien ihre grünen Bären sehr gut angekommen.

Wer nicht ganz so weit fahren möchte, um Robin Wood, Halesia, den Hüter der Schneeglöckchen oder das kleine Zwiebelchen kennenzulernen, der sollte am Freitag oder Samstag, 13. und 14. Mai, im Tea-Time an der Langen Straße in Rahden vorbeischauen. Dort stellt die Varlheiderin eine Auswahl ihrer kleinen grünen Kunstwerke aus. Carin Schmidt hat das Teegeschäft, in dem rund 70 Teesorten zu haben sind, vor rund sechs Monaten eröffnet und bietet auch Verkostungen an. Obwohl eigentlich ein Teegeschäft, soll es an den beiden Ausstellungstagen für Nicht-Teetrinker aber auch Kaffeespezialitäten geben – und Kuchen natürlich.

Die Kooperation habe sich zufällig ergeben, berichtet Schmidt. Simone Maschmann kam als Kundin in das Geschäft. Im Gespräch über die handgefertigten Taschen, die Schmidt dort neben hochwertigen wie einfacheren Tee-Accessoires ebenfalls verkauft, sei die Idee zu einer kleinen Ausstellung entstanden. Das Tea-Time hat am Freitag vor Pfingsten von 10 bis 18 und am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

mer

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