Rahdener Stadtwehr blickt auf ein sehr arbeitsreiches Jahr zurück / Weniger Fehlalarme

7018 Stunden im Einsatz

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Mark Ruhnau (l.), Leiter der Rahdener Stadtwehr, verdeutlichte beim Jahresschlussdienst, wie wichtig eine gut aufgestellte und ausgerüstete Wehr für die Stadt und ihre Ortschaften ist.

Rahden - Ereignisse wie der bevorstehende 90. Geburtstag des Löschzuges Pr. Ströhen, der am Pfingstsonntag mit einem Tag der offenen Tür und den offiziellen Fahrzeugübergaben des Gerätewagens Logistik und des Mannschaftstransportwagens für die Pr. Ströher Wehr und des Mannschaftstransportwagens für den Löschzug Rahden gefeiert wird, sind die angenehmen Seiten, die das Feuerwehrleben der Rahdener Stadtwehr bereichern. Doch die Wehr blickte bei ihrem Jahresschlussdienst am Freitag im Haus Bohne auch auf viele anstrengende Einsätze zurück.

Wie notwendig eine gut aufgestellte und ausgerüstete Wehr für die Stadt und ihre Ortschaften ist, stelle Wehrführer Mark Ruhnau in seinem Rückblick heraus. „2015 war für uns ein besonders arbeitsreiches Jahr. Mit insgesamt 140 Einsätzen gegenüber 95 im Vorjahr verzeichnen wir eine Steigerung von fast 50 Prozent.“ Allein bei diesen Einsätzen leisteten die Einsatzkräfte 7018 Stunden zum Schutz der Bevölkerung, rund 700 Stunden mehr als im Vorjahr.

Erfreulich wertete Ruhnau, dass die Fehlalarme von Brandmeldeanlagen (BMA) ebenso zurückgegangen seien wie die Zahl böswilliger Alarmierungen. Mehrfach hätten die BMAs aber auch berechtigt ausgelöst, so dass Entstehungsbrände frühzeitig erkannt wurden. „Die Schadenssumme über alle Einsätze ist trotz der erhöhten Einsatzzahl leicht rückläufig, sie lag in 2015 bei rund 802000 Euro. Der Wert der von der Feuerwehr geretteten Werte ist natürlich um einiges höher.“

Neben den Einsatzstunden komme man aufgrund von Diensten, Lehrgängen und Ausbildung, Wartung und Pflege der Fahrzeuge und Geräte, Vorbereitungen und Besprechungen, Jugendarbeit und einiges mehr auf eine extrem hohe Stundenzahl im Ehrenamt.

Zufrieden bewertete der Leiter der Feuerwehr die derzeitige Mitgliederentwicklung. Denn mit 187 Einsatzkräften (darunter sieben Frauen) sei die Zahl gegenüber dem Vorjahr um sechs Aktive gestiegen. „Neben den eigenen Mitgliedern der Einsatzabteilungen verfügen fast alle Einheiten inzwischen auch über Tagesbereitschaftskräfte, insgesamt sind dies 21 Kameraden, die am Tage die Einheiten an ihrem Arbeitsort unterstützen“, so Ruhnau.

93 Kameraden halten der Wehr in der Ehrenabteilung die Treue und in der Jugendfeuerwehr sind 54 Jugendliche, davon 37 in der Rahdener und 15 in der Pr. Ströher Gruppe, aktiv. „Damit sind wir in Sachen Nachwuchs für die Zukunft erstmal gut aufgestellt.“

In das hohe Maß an Aus-und Weiterbildung gab Ausbildungsbeauftragter Carsten Kunter einen Einblick. 198 Lehrgänge und Seminare gegenüber „nur“ 86 im Vorjahr wurden von den Einsatzkräften in rund 4100 Stunden absolviert. Kunter sprach allen Lehrgangsteilnehmern und den Ausbildern seinen Dank aus.

Dass es auch in der Jugendfeuerwehr alles andere als langweilig zuging, zeigte der Bericht von Stadtjugendfeuerwehrwart Jörg Mittag. Die vielen Aktivitäten bei den Diensten, Zeltlager und Wettbewerbe seien von den Jugendlichen sehr gut angenommen worden. Mittag sprach den Heranwachsenden, vor allem aber auch den Jugendwarten und Betreuern seinen Dank aus.

„Ihr repräsentiert eine leistungsfähige Organisation mit hervorragender technischer Ausstattung und engagierten Mannschaften, die Euch nicht nur zu einer Wehr der Ortschaften, sondern immer mehr zu einer Wehr der gesamten Stadt macht, denn ihr wachst alle immer enger zusammen. Das ist in Zeiten des demografischen Wandels auch unerlässlich“, lobte Rahdenes Bürgermeister Dr. Bert Honsel in seinem Grußwort. In Sachen Standortfrage für das gemeinsame Gerätehaus der Löschgruppen Varl und Sielhorst wolle die Verwaltung der Politik in der nächste Ratssitzung am 17. März einen Vorschlag unterbreiten. Zuvor werde er selbst mit den beiden Löschgruppen den Vorschlag besprechen, bevor dieser im Rat öffentlich thematisiert wird. Die Zeit drängt, denn die Auslieferung des bereits bewilligten Sielhorster Ersatzfahrzeuges für die Sielhorster und Varler Kameraden, für welches das alte Domizil zu klein ist, ist für August 2017 vorgesehen.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass sich jemand ein solch schwieriges Hobby aussucht, mit Gefahren und psychischen Belastungen“, so Rahdens Ortsvorsteher Reinhard Warner. „Das Feuerwehr-Ehrenamt ist lebenswichtig, denn Rettung ist im Einsatzfall nicht wegzudenken“, betonte Doris Bölk für den Feuerwehrausschuss. „Feuerwehr und Kirche kümmern sich um die Menschen“, unterstrich Notfallseelsorger Pfarrer Roland Mettenbrink.

„Der Katastrophenschutz wird aufgewertet“, gab Kreisbrandmeister Michael Schäfer einen Einblick in die Neuerungen, die das neue Brandschutz-, Hilfeleistungs- und Katastrophenschutzgesetz (BHKG) mit sich bringt. Neben den Jugendfeuerwehren dürften jetzt auch Kinderfeuerwehren für Sechs- bis Zwölfjährige gegründet werden. Zudem lasse die konstruktive und sachorientierte Gesetzeserstellung den Feuerwehren mehr Raum zum handeln und regele viele Zusammenhänge konkreter.

Art

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