Rahdener Realschüler geben Erste-Hilfe-Wissen an Sehbehinderte weiter

Einblicke in Welt ohne Licht

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Unter Anleitung von Sarah Bremer und Angelique Hompes (v.r.) brachte Ursula Ireland Niklas Neddermann in die stabile Seitenlage.

Rahden - Wenn es um Erste Hilfe geht, dann macht den Rahdener Realschülern des Sanitätskurses niemand etwas vor. Egal, ob stabile Seitenlage, Druckverband, Schocklage oder das Absetzen eines Notrufs – die Acht- bis Zehntklässler sind topfit. Gestern Nachmittag gaben sie ihr Wissen im Rahdener Bahnhof an Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenvereins aus Lübbecke weiter und erfuhren dabei selbst einiges darüber, wie blinde Menschen ihren Alltag bewältigen.

34 Schüler nehmen in diesem Schuljahr an dem Sanitätskursus teil – einige zum ersten, viele aber auch schon zum wiederholten Mal. Mit Frontalunterricht hat dieser Kursus nichts zu tun, die Schüler unterrichten sich auch gegenseitig. Die Älteren bringen den Neuen die richtigen Handgriffe bei. „Wir als Lehrer können immer mehr Verantwortung abgeben“, sagt Sarah Ireland, deren Vorschlag es gewesen war, in diesem Jahr die Mitglieder des Blindenvereins nach Rahden einzuladen.

Der Kontakt kam über ihre Mutter Ursula zustande, die im Vorstand des 24 Mitglieder zählenden Vereins aktiv ist. Laut Ireland ist er die einzige Anlaufstelle für Menschen mit Sehbehinderungen im Umkreis von 40 Kilometern. Auch für sie war der Nachmittag ein lohnendes Ereignis. „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir mit jungen Menschen in Kontakt kommen“, so Ursula Ireland. Das helfe, Hemmungen abzubauen.

So stand zunächst auch das Kennenlernen im Mittelpunkt. Die Gäste aus Lübbecke berichteten über die Umstände, unter denen sie ihr Augenlicht ganz oder teilweise verloren, und wie sie ihren Alltag bewältigen. Sie hätten auch einige besondere Hilfsmittel mitgebracht, die ihnen beispielsweise dabei helfen, Geldmünzen besser zu unterscheiden oder farbig passende Kleidung auszuwählen, berichtet der Schüler Oliver Heise. Und natürlich durften die Jugendlichen ihre Gäste mit Fragen löchern. Dabei ging es um die ganz praktischen Dinge des Lebens, aber auch um sehr Persönliches, etwa was es für die Sehbehinderten bedeutete, als sie erfuhren, dass sie ihr Augenlicht verlieren würden. Anschließend zeigten die Schüler den Sehbehinderten an mehreren Stationen Erste-Hilfe-Übungen.

mer

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