76 Rahdener Realschüler erhalten Abschlusszeugnis

Mit Max und Moritz in die Freiheit

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Schulleiterin Ursula Radecker (v.l.) gratulierte Angélique Hompes, Ann-Christin Krüger und Oliver Heise zur besten Note ihrer jeweiligen Klasse und den Schulsprechern Anita Konjusha, René Viermann und Bardha Krasnici für ihr Engagement.

Rahden - „Ach, was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen“, so beginnt das wohl berühmteste Werk von Wilhelm Busch. So übel wie Max und Moritz dem armen Lehrer Lämpel mitspielten, trieben es die Zehntklässler der Realschule Rahden, die am Freitag ihren Abschied nahmen, nicht, trotzdem zog sich die Geschichte wie ein roter Faden durch die Entlassungsfeier und inspirierte die Redner zu erfrischend humorvollen Beiträgen, in denen natürlich auch ein Fünkchen Ernst und Wehmut mitschwang. Auch das Motto war Wilhelm Busch entliehen: „Also lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss.“

Gelernt und erlebt haben die Absolventen in ihren sechs Jahren an der Realschule einiges. An die Höhepunkte erinnerten die Schülersprecher Anita Konjusha und Oliver Heise – ebenfalls in Reimform. Die „Damen und Herren Lämpel“ hätten viele Kämpfe auszustehen gehabt, gestanden sie ein, dass es ihre Lehrer nicht immer leicht mit ihnen hatten. Sie dankten allen, die sie zu ihrem Abschluss begleitet hatten. „Die Schule werden wir nicht vergessen, auch wenn es sie bei unserem ersten Klassentreffen nicht mehr geben wird“, erinnerte Oliver Heise mit etwas Wehmut daran, dass die Realschule ausläuft. Der erste Traum vom Schulabschluss hat sich nun erfüllt, doch am Ende ihrer Wünsche sind die jungen Erwachsenen noch lange nicht. „Wir haben noch viele Ziele“, so Oliver Heise.

Sehr humorvoll – und natürlich ebenfalls gereimt – fielen die Abschiedsworte von Schulleiterin Ursula Radecker und Klassenlehrer Stefan Rodenberg aus, die allerdings erstmal dem Beispiel ihrer Vorredner folgten und auf der Bühne spontan ein Selfie mit Schülern und Eltern im Hintergrund machten. Auch sie erinnerten an die Mühen der Schulzeit, an denen die Lehrer nicht ganz unschuldig waren. Sie „machten Euch das Leben schwer“, gab Rodenberg zu und zeigte sich von der Entwicklung der Schüler beeindruckt. „Was alles in Euch steckt – Respekt, Respekt.“

Radecker hatte zuvor die Statistik bemüht. Von den 76 Absolventen besuchen 13 ein Gymnasium, 27 beginnen eine Ausbildung, 20 streben das Fachabitur und 14 das Abitur an der Berufsfachschule an. Zwei Schülerinnen machen ein freiwilliges soziales Jahr.

Stellvertretender Bürgermeister Horst-Wilhelm Bruhn als Vertreter des Schulträgers machte den Absolventen Mut für ihre berufliche Zukunft. „Die Chancen in Ausbildungsberufen sind hervorragend“, sagte er mit Blick auf Fachkräftemangel, voranschreitende Digitalisierung und vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten. „Und denken Sie immer daran: Die Gesellschaft braucht Sie.“

Auch Harald Kesting von der Schulpflegschaft erinnerte die Schüler daran, dass ihre Entwicklung noch nicht zu Ende ist. Das Abschlusszeugnis sei nur ein Boxenstopp.

Nach der Zeugnisübergabe durften ein paar Schüler noch einmal auf die Bühne treten. Als Klassenbeste erhielten Ann-Christin Krüger, Angélique Hompes und Oliver Heise ein Buchgeschenk, Anita Konjusha, René Viermann und Bardha Krasnici wurde für ihr Engagement als Schülersprecher ausgezeichnet.

Die Moderation hatten Sarah Bremer und Jonathan Kunitzki übernommen, das musikalische Rahmenprogramm gestalteten Anita Klippstein und Marek Gerke am Klavier und Mike Nipkow an der Gitarre.

mer

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