Rahdener muss 1600 Euro Strafe zahlen

Unfallopfer vielleicht für immer geschädigt

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden/Sielhorst - Ein 26-jähriger Rahdener wurde nun wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Rahden zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt. Im November 2014 war er laut Anklage mit seinem Auto in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten und dabei mit einem entgegenkommenden Rollerfahrer aus Oppenwehe zusammengestoßen. Dieser prallte gegen die Windschutzscheibe des Autos, stürzte anschließend auf die Straße und blieb dort mit schweren Verletzungen liegen. Noch heute ist der Geschädigte Richter Hagenkötter zufolge aufgrund einer Fußhebelähmung zu 30 Prozent erwerbsunfähig. Ob seine Verletzungen jemals wieder komplett heilen, sei unklar.

Der Angeklagte war an besagtem Novembertag gegen 5.30 Uhr in Sielhorst auf der Lemförder Straße Richtung Lemförde unterwegs zur Arbeit. Dass er seinen Wagen in die Gegenfahrbahn gelenkt habe, sei ein Ausweichmanöver gewesen, erklärte der Rahdener. Es hatte ihm zufolge den Anschein, dass der ihm entgegenkommende Rollerfahrer nach links steuerte – also auf die Straßenseite, auf der auch er mit seinem Auto fuhr. Deswegen habe er aus Instinkt ebenfalls nach links gelenkt, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. An den Rest könne er sich nicht erinnern.

Ein Gutachter beschrieb seine Reaktion als eine „überzogene und nicht nachvollziehbare Handlung“. Es sei nicht realistisch, dass der Angeklagte im Dunkeln eine Gefahr erkannt habe – der Rollerfahrer sei zu dem Zeitpunkt etwa 80 Meter entfernt gewesen und aufgrund der Kurve nicht direkt in Richtung des Angeklagten gefahren. Abgesehen davon bewegte sich der Oppenweher dem Gutachter zufolge wahrscheinlich auf der richtigen Straßenseite.

Der Staatsanwalt war der Ansicht, dass der Angeklagte den Unfall verursacht habe. Es sei „Glück oder Zufall“, dass es nur zu Verletzungen gekommen sei. Er forderte eine Geldstrafe von 1000 Euro und zwei Monate Fahrverbot.

Der Verteidiger wies darauf hin, dass die Schilderungen des Gutachters nur wahrscheinlich seien. „Sehr wahrscheinlich reicht das für eine Verurteilung nicht aus“, machte er deutlich. Außerdem sei der Rollerfahrer womöglich vor dem Zusammenprall auf die richtige Straßenseite zurückgekehrt – immerhin gebe es keine Zeugen für den Unfall. „Wir haben noch nicht einmal die Aussage des Verletzten“, merkte er an – denn der könne sich an das Geschehen nicht erinnern. Der Verteidiger plädierte darum für Freispruch.

Richter Hagenkötter verurteilte den Rahdener jedoch zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 40 Euro. Es bestehe kein Zweifel, dass der Angeklagte den Unfall verursacht habe. „Die Situation, die sie heute hier geschildert haben, hat es so nie gegeben“, kommentierte der Richter die Aussage, dass der Rollerfahrer auf der falschen Fahrbahn unterwegs gewesen sein soll. Selbst wenn, hätte der Angeklagte es aufgrund der Entfernung nicht erkennen können.

ks

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