Geldstrafe wegen Beleidigung und Nachrede

Rahdener beschimpft seine Nachbarn

Rahden - Ein Streit zwischen Nachbarn beschäftigte vor Kurzem das Amtsgericht Rahden. Einem 49-jährigen Rahdener wurde von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, seine Nachbarn mehrmals mit Schimpfwörtern beleidigt und sich der üblen Nachrede schuldig gemacht zu haben.

Verhandelt wurden vier Fälle. Am 29. Juli 2015 soll der Angeklagte seinen Nachbarn laut Anklage über den Gartenzaun hinweg angeschrien und beleidigt haben. Wenige Tage später habe er dessen Firmengelände trotz Hausverbot betreten, so der Vorwurf. Außerdem soll der Angeklagte den Chef seiner Nachbarin, die Lebensgefährtin des beschimpften Mannes, angerufen und geraten haben, seine Angestellte zu entlassen. Es sei nicht tragbar, so eine Person zu beschäftigen. Sie laufe nackt durch den Garten und ihre Kinder spielten im Keller mit Waffen, behauptete der Rahdener laut Staatsanwaltschaft zu Unrecht. Die Nachbarin selbst bestreitet das beim Prozess und auch ihr Chef sagte aus, mit ihr nie Probleme gehabt zu haben. Der letzte Punkt der Anklage: Der Mann soll die gleiche Nachbarin auf dem Rahdener Trödelmarkt beleidigt haben.

Der Rahdener bestritt, irgendwen beschimpft zu haben. Die Vorwürfe seien „teilweise gelogen und gebogen“. Den Anruf bei dem Chef seiner Nachbarin rechtfertigte er damit, dass es Meinungsfreiheit gebe. Außerdem meinte er, dass er bei der Firma seines Nachbars kein Hausverbot gehabt habe.

Der Angeklagte erwähnte zwischendurch immer wieder, dass jemand eine Scheibe in seinem Gewächshaus kaputt geworfen habe. Er war sich sicher, dass sein Nachbar dahinter stecke.

Die Nachbarn sowie der beteiligte Arbeitgeber bestätigten die Vorwürfe in der Anklage. „Wenn er sich aufregt, wird er ziemlich ausfällig gegenüber uns und unseren Kindern“, beschrieb der Nachbar den Angeklagten. Er beschimpfe ihn ständig und fordere Geld für sein Gewächshaus, „das ich angeblich eingeschmissen haben soll“. Der Zeuge ergänzte, dass der Angeklagte überall Fotos von seiner Familie rumzeige und sage, dass man diese Menschen nirgendwo reinlassen dürfe. „Ich finde das alles etwas merkwürdig“, kommentierte Richter Schebitz den Fall.

Die Staatsanwältin vertraute den Aussagen der Zeugen. „Ich glaube, dass Ihnen schon oft übel mitgespielt worden ist“, hielt sie dem Angeklagten zugute. Doch das rechtfertige die Taten nicht. Sie forderte eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 50 Euro.

Der Angeklagte kritisierte vor der Urteilssprechung beim sogenannten „letzten Wort“, dass sich seine Nachbarn gegenseitig bezeugen würden, er selbst nichts beweisen könne und die Staatsanwaltschaft immer alles glaube. Der Rahdener bat um Freispruch. Im Gegenzug würde er auch mal spenden, wenn er Geld übrig habe, bot er Richter Schebitz an.

Der Gerichtsvorsitzende verhängte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 50 Euro. „Sie sagten im Zweifel für den Angeklagten – nach der Beweisaufnahme gibt es aber keine Zweifel“, begründete er sein Urteil. Der Angeklagte habe ein impulsives Temperament. Sein Rat für den Rahdener: „Verhalten Sie sich ruhig. Sie können gerne mit Leuten reden, aber beleidigen Sie sie nicht.“

Der Angeklagte erinnerte nochmals mit Nachdruck daran, dass jemand sein Gewächshaus zerstört habe. Richter Schebitz zeigte Verständnis: Es sei ein ärgerlicher Vorfall. Der Stein, der die Scheibe zerschlagen habe, sei bestimmt nicht als Meteorit vom Himmel gefallen. Doch den Fall werde man vermutlich nie aufklären können. - ks

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