Rahdener und Asylbewerber kommen am Weltflüchtlingstag ins Gespräch

Senioren fühlen sich an eigene Flucht erinnert

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Am Stand vor der Kirche nutzten zahlreiche Rahdener am Sonnabend die Gelegenheit für ein Gespräch mit den Asylbewerbern.

Rahden - Es war die Idee von Hannah-Sophie Wahle vom Arbeitskreis Integration/Asyl, einen Infostand zum Weltflüchtlingstag aufzubauen. Dessen Ziel war es, die Asylbewerber kennenzulernen. Welche Biografien, was für Erfahrungen stecken hinter den Gesichtern, fragten sich die Arbeitskreismitglieder und hatten zum Gespräch zwischen Bürgern und Asylbewerbern eingeladen.

Die persönlichen Hintergründe und die unterschiedlichen Mentalitäten der Flüchtlinge aus Albanien, Syrien, Kosovo, Nigeria und anderswo seien individuell unterschiedlich, berichtet Wolfgang Filbert vom Rahdener Arbeitskreis in einer Mitteilung.

Ältere Besucher des Infostands fühlten sich am Sonnabend an eigene Erfahrungen oder Erzählungen ihrer Eltern über deren Flucht aus Ostpreußen, Pommern oder Schlesien erinnert, so Filbert zu der Aktion an der Kirche. Dabei habe sich gezeigt, wie wichtig Gespräche seien – für beide Seiten: Flüchtlinge und Rahdener. „Die wichtigste Brücke ist die Sprache“, unterstreicht Filbert und lobt, „in welch kurzer Zeit sich die Deutschkenntnisse vieler Asylbewerber entwickelt haben, dass man sich gut verständigen kann“. Bei Lücken helfe Englisch oder eine andere Sprache. Die Deutschkurse der Helfergruppe um Christina Zimmermann würden auf alle Fälle Früchte tragen, ist sich der Arbeitskreis einig.

Am gut organisierten Infostand entwickelten sich laut Filbert viele Gespräche. Darüber hinaus gab es spontane Hilfsangebote – Geldspenden, aber auch die Bereitschaft, den Arbeitskreis zu unterstützen. Zudem entwickelten die Gäste neue Ideen: So könnten die persönlich aufbereiteten Informationen der Asylbewerber und die Fluchtwege auf der Weltkarte in den Schulen gezeigt werden. Auch eine Stadtführung speziell für Flüchtlinge könne das Angebot erweitern. „Jetzt gilt es, die Ideen zu sortieren und in konkrete Aktionen umzusetzen“, erklärt Filbert. Die Organisatoren des Infostandes waren sich einig, dass es ein sehr erfolgreicher Vormittag für das Miteinander war.

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