Kommentar

Ein Umzug macht nicht jünger

Kommentar von Anika Bokelmann. Sich um die Zukunft der Stadt Gedanken zu machen, ist sicher löblich. Doch hinter verschlossenen Türen einen Plan ausarbeiten und diesen nur noch zum Abnicken vorzulegen, sollte nicht der Sinn demokratischer Entscheidungen sein.

Annika Bokelmann

Das musste am Donnerstag Bürgermeister Bernd Hachmann erfahren: Der Stadtrat gab noch kein eindeutiges Votum für das Gesundheitszentrum ab. Denn im Konzept bleibt vieles ungeklärt. Junge Mediziner aufs Land holen, hieß zu Beginn die Devise. Doch wenn Rahdener Ärzte von ihrer jetzigen Praxis in das Zentrum wechseln, werden sie dadurch nicht jünger. Es kommt nur noch das Problem leerstehender Praxen hinzu. Wo bleibt also die Verbesserung? Es können noch so viele Gebäude für Gemeinschaftspraxen hochgezogen werden, Fachärzte wird es in der Auestadt schlichtweg nicht geben. Denn Rahden ist aus Sicht der kassenärztlichen Vereinigung in diesem Bereich gut versorgt – auch wenn der nächste Augenarzt in Lübbecke niedergelassen ist. Dass das Ärztezentrum am Krankenhaus jetzt so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden soll, nachdem die Idee schon seit Jahren in Arbeitskreisen kursierte, mutet schon seltsam an. Will der Bürgermeister den Rahdenern mit dem Zentrum ein Abschiedsgeschenk präsentieren und die Arbeit dann seinem Nachfolger oder Nachfolgerin überlassen? Das Argument „sonst überholen uns die anderen Kommunen“ überzeugt auch nicht. Denn derzeit wird der Plan mit angezogener Handbremse gefahren – solange im Rat Uneinigkeit herrscht, könnten sich Mediziner immer noch für Stemwede oder Espelkamp entscheiden..

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Alpaka-Nachwuchs in Rethem

Alpaka-Nachwuchs in Rethem

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

„Lenna” im Kurpark

„Lenna” im Kurpark

Kommentare