Honsel nimmt zu Sielhorster Themen Stellung / Diskussion über Friedhof

Rahden muss bei Verschuldung die Kurve kriegen

Bürgermeister Bert Honsel informierte beim Ortsgespräch im Sielhorster Gemeinschaftshaus über aktuelle Themen.  - Foto: Russ

Sielhorst - Von Melanie Russ. Was bewegt die Menschen in den sieben Ortschaften der Stadt Rahden? Das möchte Bürgermeister Dr. Bert Honsel in diesem Jahr direkt vor Ort von den Bürgern erfahren. Nachdem die SPD vor einigen Wochen bereits ein Ortsgespräch in Tonnenheide initiiert hatte, war Honsel am Montagabend auf Einladung des Ortsvorstehers Wilhelm Kopmann (CDU) in Sielhorst zu Gast. Die weiteren Ortschaften sollen in den nächsten Monaten folgen.

Honsel und Bauamtsleiter Dieter Drunagel berichteten den rund 60 Sielhorstern im Dorfgemeinschaftshaus über den Sachstand aktueller Themen jeweils speziell auf die Ortschaft bezogen. Weil alle Aktivitäten der Verwaltung Geld kosten, von dem die Stadt nicht sonderlich viel hat, stellte Honsel zunächst die Rahmendaten des Haushalts für 2017 vor. Voraussichtlich wird ein Minus von 1,7 Millionen Euro unter dem Strich stehen. Das ist an sich schon eine unschöne Summe, noch mehr zu bedenken gibt aber die Verschuldung, die von 2007 bis 2017 von 13 auf 18,5 Millionen Euro anwachsen wird. „Diese Kurve darf nicht so weiter gehen“, stellte Honsel klar. Die Stadt müsse in den nächsten Jahren ihr Defizit unbedingt verringern. Das könnte auch bedeuten, dass sie sich von einigen freiwilligen Aufgaben, die insgesamt rund 1,2 Millionen Euro ausmachen, trennen muss. Im Sommer und Herbst soll es erste Gespräche mit der Politik geben.

Ein weiteres Thema war die Ausweisung neuer Bauplätze in Sielhorst. 32 Neubauten sind laut Drunagel von 1990 bis 2012 entstanden, drei Bauplätze im Ortskern sind noch frei. Der Bauamtsleiter ging auf die Problematik der vom Land gewünschten Stärkung der Zentralorte – im Fall Rahden der Stadtkern und Kleinendorf – ein. In den Außenortschaften seien neue Baugebiete nur zur Eigenentwicklung erlaubt. Die Verwaltung führt derzeit mit der Bezirksregierung Gespräche über die Entwicklung aller Rahdener Ortschaften. Auch Sielhorst soll ein paar neue Plätze bekommen. Kopmann beklagte, dass es in Niedersachsen offenbar einfacher sei, neue Baugebiete auszuweisen. In Wagenfeld etwa gingen die Bauplätze im Jetsfeld direkt in die Landschaft. „Können die uns nicht eingemeinden?“, kam ein Einwurf aus der Zuhörerschaft.

Ein Thema, das in Sielhorst für weit weniger Wirbel sorgte als in Varl, ist der Bau des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses. Die Gespräche in Sielhorst seien sehr angenehm gewesen, so Honsel. „Die Sielhorster sind mit Herzblut dabei.“ Was mit dem alten Gerätehaus geschieht, ist noch offen, erhalten bleiben soll es aber in jedem Fall.

Gerätehaus: Sielhorster mit Herzblut dabei

Wie entspannt die Sielhorster mit der Umsetzung des Wirtschaftswegekonzepts umgehen, wird von den noch zu klärenden Details abhängen. „Wir möchten keine Straßen geschottert haben“, stellte Kopmann klar. Das ist laut Drunagel aber auch nicht das Ziel des Konzepts. Es gehe darum, die vorhandenen Mittel sinnvoll einzusetzen. Dabei gebe es zwei Grundsätze: Jedes Haus muss über einen befestigten Weg erreichbar sein und vorhandene Straßendecken werden nicht geschottert. 320 der 450 Straßenkilometer in Rahden sind Wirtschaftswege, Sielhorst verfügt über 31 Kilometer Wirtschaftswege.

Beim Thema Windkraft – die Bereiche Beekebruch und Tielger Bruch liegen auf Sielhorster Gebiet – informierte Honsel über den Stand des Planänderungsverfahrens. Zum Entwurf des geänderten Flächennutzungsplans können Bürger noch bis zum 20. Juni Stellung nehmen.

Auf Nachfrage berichtete Honsel vom Masterplan Breitband des Kreises, über den unterversorgte Bereiche ausgebaut werden sollen. Wird ein entsprechender Antrag genehmigt, könnte die Stadt eine 90-prozentige Förderung erhalten, allerdings müsste sie auch selbst tief in die Tasche greifen. Ein deutlich sechsstelliger Betrag würde laut Honsel anfallen. Ob Rahden sich das leisten kann und will muss der Rat entscheiden. In Tielge läuft derzeit der Breitsbandausbau über Hugo Net/RWE.

Zum Ende der Versammlung entwickelte sich eine längere Diskussion über den Friedhof. Bemängelt wurde die Umsetzung der Grünabfallmulden, die nun in unmittelbarer Nähe zu Gräbern stehen. Honsel regte an, die Abfallmulden einzugrünen, damit sie das Bild nicht mehr stören.

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