„Rahden MOVEd“-Fortbildung für Helfer in Suchtprävention und Suchthilfe

Frühes Gespräch kann oft Schlimmeres verhindern

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Sie wollen präventiv oder beim Ausstieg aus der Sucht helfen: Acht Teilnehmer absolvierten unter der Leitung von Mareike Awolin (hinten mit Brille) und Vanessa Hermeling (r.) am Wochenende die kreisweite Fortbildung „Rahden MOVEd“.

Rahden - „Ich möchte später in einer Suchtklinik arbeiten.“ „Und ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.“ Als angehende Erzieherinnen sind Darline und Finja-Sophie nur zwei von acht Teilnehmern, die beim Workshop „Rahden MOVEd“ ein klares Ziel vor Augen haben, warum sie ihre Zeit ehrenamtlich in diese Fortbildung investieren.

„Wie soll ich reagieren, wenn mir Jugendliche begeistert von alkoholintensiven Partys am Wochenende erzählen?“ Hierfür hofft Bayram, Ehrenamtlicher im Rahdener Jugendcafé, Hilfestellung zu erhalten. „Es hat sich in der Methodik in den vergangenen Jahren viel verändert. Das kann für mich beruflich und auch privat als Mutter von großem Nutzen sein“, freut sich Astro-Psychologin Janet Schiller-Warkentin, nach längerer Wartezeit endlich einen Seminarplatz bekommen zu haben.

Die Motivationen waren ebenso verschieden wie die Altersstruktur der Teilnehmer. Doch eines hatten alle gemeinsam: den Wunsch, im Rahmen des dreitägigen Workshops „Rahden MOVEd“ Hilfsmittel an die Hand zu bekommen, um suchtgefährdeten oder süchtigen Jugendlichen qualifiziert helfen zu können.

Hauptamtliche, Ehrenamtliche der offenen Jugendarbeit, Erzieher, aber auch Eltern aus dem ganzen Kreisgebiet und dem angrenzenden Niedersachsen hatten sich zu dem Seminar im Seniorensitz Schloss Rahden eingefunden. Bereits im sechsten Jahr qualifiziert die vom Präventionsrat Rahden in Kooperation mit der Dr.-Bock-Gruppe, dem Kreis Minden-Lübbecke und der Stadt Rahden angebotene Fortbildung Haupt- und Ehrenamtliche, die suchtgefährdeten und süchtigen Jugendlichen helfen wollen, sich zu verändern.

„Mit acht Teilnehmern sind wir eine kleine Gruppe, können sehr intensiv und gezielt arbeiten“, so Vanessa Hermeling. Erstmalig hatte Rahdens Stadtjugendförderin dabei Mareike Awolin von der Fachstelle für Suchtprävention des Kreises an ihrer Seite.

Nikotinkonsum, Alkohol als Einstiegsdroge und Amphetamine waren ebenso Thema wie die neuen Medien, die ein immer breites Bild an Problemen nach sich ziehe. „Das liegt noch nicht einmal an den neuen Medien selbst, sondern an der Art ihrer Nutzung“, betonte Awolin. „Es ist ein Unterschied, ob Heranwachsende schulisch bedingt Lernprogramme nutzen, in hohem Maß Computerspiele spielen oder sich über soziale Netzwerke gar einen ausschließlich virtuellen Freundeskreis aufbauen.“

Mit der PC-Nutzung ließen sich anfänglich viele Probleme in Schule, Familie oder sozialem Umfeld, psychische Störungen oder Depressionen kaschieren und kompensieren. „Mittlerweile wird das Thema Medienkompetenz in den Schulen über alle Jahrgangsstufen hinweg sehr gut aufgearbeitet“, betonten die Fortbildungsleiterinnen.

„Gerade Menschen, die in Vereinen, Verbänden und Institutionen ehrenamtlich mit dem Nachwuchs arbeiten, haben einen direkteren Draht zu den jungen Leuten und können viel bewegen. Daher bieten wir mit interaktiven Gesprächsmodellen Möglichkeiten, auf junge Menschen zuzugehen“, so Hermeling.

Als Einstieg in den Kursus durften die Teilnehmer selbst fiktive „Drogen designen“. Damit sollte ihre Einstellung zum Thema Drogenkonsum und mit dem Konsum verbundene Erwartungen junger Menschen reflektiert werden.

Einen Aspekt stellten die Seminarleiterinnen ganz besonders heraus: „Wenn jemand rückfällig wird, stellen sich viele die Frage ‚Habe ich mit meiner Hilfe versagt?' Dieses Zweifeln wollen wir nehmen, denn Rückfälle gehören beim Ausstieg aus der Sucht dazu“, unterstrich Hermeling.

Erneut unterstützte das Ehepaar Meyer von der Geschäftsführung des Seniorenruhesitzes den Workshop mit kostenfreier Verpflegung und Logis.

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