Prozess nach mehr als drei Jahren eingestellt

Scheunentor fällt um: Frau erleidet Lähmung

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden - Ein Prozess um ein tragisches Unglück ging am Dienstag vor dem Amtsgericht Rahden zu Ende. Ein Rahdener hatte im Januar 2012 ein defektes Scheunentor nicht ausreichend gesichert und damit verschuldet, dass es auf seine Schwester fiel. Sie ist seitdem querschnittsgelähmt. Nachdem der Fall durch mehrere Instanzen gegangen war, wurde das Verfahren nun gegen Zahlung von 3000 Euro eingestellt.

Das Unglück ereignete sich laut Anklage auf dem elterlichen Hof des Rahdeners in Hille. Dort soll der damals 39-Jährige seinem Vater angeboten haben, ein Scheunentor zur reparieren. Dessen Rollen waren defekt, sodass es beim Öffnen aus der Führungsschiene sprang. Für die Ausbesserungen nahm der Rahdener Metallplatten ab, die das Tor provisorisch sicherten. Ebenso entfernte er die an der Oberkante des Tores befestigte Führungsschiene samt Rollen.

Anstatt die Reparatur gleich durchzuführen, schob er die erforderlichen Arbeiten wegen schlechten Wetters auf. Das Tor ließ er ungesichert stehen. Laut Staatsanwalt ein großes Risiko, über dass der Rahdener seine Familie nicht informiert habe. Als seine Schwester die Scheune betreten wollte, wurde sie unter dem 300 Kilogramm schweren Tor begraben. Seitdem sitzt sie im Rollstuhl. „Die Folgen waren für ihn zumindest vorhersehbar“, warf der Staatsanwalt dem Rahdener vor.

„Natürlich tut ihm das leid“, sagte die Verteidigerin des Rahdeners. „Das ganze hat die Familie gespalten“, erinnerte sie daran, dass die Schwester Kontaktversuche ihres Bruders verweigert hatte. Sie hatte im Vorfeld der jüngsten Verhandlung mitteilen lassen, dass sie nicht gegen ihren Bruder aussagen werde und die Sache für sie abgeschlossen sei. „Aus heutiger Sicht würde ich es anders machen“, bereute der Rahdener das Geschehene.

„Das Ganze muss nach dreieinhalb Jahren auch mal ein Ende haben“, sagte der Staatsanwalt und stimmte einer Einstellung des Verfahrens zu. Er betonte, dass er seine Zustimmung nur gebe, weil der Angeklagte zugegeben habe, nachlässig gehandelt zu sein.

Die 3000 Euro muss der Rahdener binnen zwei Monate an die Lebenshilfe zahlen. Danach ist das langandauernde Verfahren, das bereits das Landgericht in Bielefeld und das Oberlandgericht in Hamm beschäftigt hatte, abgeschlossen.

ks

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