Vertreter des Bündnisses für regionale Baukultur in Westfalen zu Besuch in Rahden

Lob für Projekte und „besondere Lebensqualität“

Die Erweiterung des Glindower Platzes in der Innenstadt zeigte Dieter Drunagel (l.) der Delegation als positives Beispiel der Innenstadtsanierung. „Hier ist ein wahrer Besuchermagnet entstanden“, lobte der Bauamtsleiter die Maßnahme. - Foto: Bokelmann

Rahden - Wo die Landwirtschaft einst eher spärliche Erträge für die Bewohner brachte, gibt es heute eine bedeutende Wirtschaft und vor allem Bauwerke, die sich optisch in ihre Umgebung einfügen. Auf Letztere machte gestern das Bündnis für regionale Baukultur in Westfalen aufmerksam und nahm die Rahdener Innenstadt in Bezug auf ihre ländliche Siedlungsstruktur genauer unter die Lupe.

16 Vertreter kamen auf Einladung der Stadt und des Kreises Minden-Lübbecke im Rahdener Bahnhof zusammen, um sich über die typischen Bauweisen zu informieren und um die Probleme einer Kleinstadt zu besprechen. „Rahden ist dafür ein sehr gutes Beispiel“, fand Udo Woltering. „Auch der nördlichste Punkt eines Bundeslandes kann stellvertretend für den Rest stehen“, meinte er.

Das Thema des Tages lautete „Spannungsfeld Baukultur und Stadtentwicklung in einer Kleinstadt“. Insbesondere Leerstände stellten viele Städte vor Herausforderungen, so Wotering vom Bereich Denkmalpflege und Baukultur des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Münster. Anhand dieses Defizits wollte das Bündnis aufzeigen, welche Lösungen die Kommunen entwickeln. Als weiteres Ziel des Zusammenschlusses nannte Woltering den Autausch der Bauämter.

Die Auestadt stellte Bürgermeister Dr. Bert Honsel zu Beginn der rund vierstündigen Veranstaltung vor: Von den insgesamt 16.000 Einwohnern leben dem Verwaltungschef zufolge 8500 im zentralen Bereich, zu dem auch Kleinendorf zählt. „Unsere Ortschaften haben wichtige Funktionen und gehen eine Symbiose mit dem Kern ein“, sagte Honsel. Denn naturnahes Wohnen ergänze sich mit dem Angebot der Innenstadt.

Zudem könne Rahden eine gute Wirtschaft vorweisen, betonte der Bürgermeister und nannte exemplarisch die Firmen Harting, Schramm und Meierguss. Mit Blick auf touristische Attraktionen zeigte Honsel den Gästen aus Herford, Bünde, Hille und Telgte Bilder von den Mühlen, dem Museumshof und der Draisinenstrecke.

Im weiteren Verlauf stellte Bauamtsleiter Dieter Drunagel der Delegation den Bahnhof vor. Denn dies sei nicht nur ein Ort für den öffentlichen Personennahverkehr, sondern auch ein Kulturbahnhof. Vor sechs Jahren habe die Stadt Rahden den Bahnhof zum zweiten Mal Bahnhof eingeweiht – diesmal als historisches Denkmal für kulturelle und gemeinnützige Zwecke, erinnerte Drunagel. Inzwischen wurde ein Trauzimmer dort eingerichten, ebenso ist die Kleiderkammer und das Stadtarchiv in dem Gebäude untergebracht.

Nach dem Mittagessen folgte ein Stadtrundgang. Bei diesem erhielten die Bündnispartner einen Eindruck der Rahdener Baukultur. „Auch kleine Maßnahmen können große Wirkung haben“ so Drunagel bei einem Stopp am Glindower Platz. „Der Platz wird sehr gut angenommen“, berichtete er, dass die Aufwertung, zuletzt durch eine Blumenampel, und die Bemühungen der Einzelhändler einen Besuchermagneten hervorgebracht hätten.

„Was bewegt uns? Was lässt sich im Sinne der regionalen Baukultur noch tun?“ Nach diesen Kriterien hatten die Verantwortlichen die Stationen ausgesucht, erklärte Honsel. „Zudem lässt sich nachempfinden, welche Maßnahmen in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden“, sagte Woltering. Denn ihm zufolge habe der Landschaftsverband Westfalen-Lippe schon länger einen Blick auf die örtliche Baukultur.

Weitere Stationen der Bündnis- und Ratsvertreter waren das Fachmarktzentrum, der Kirchplatz, der im Rahmen der Innenstadtsanierung noch umgestaltet werden soll, und die Katzengasse. Dort berichtet Hans-Eckhard Meyer von der Dr.-Bock-Gruppe über das Projekt, das insbesondere für die älteren Bürger Rahdens von Bedeutung sei. „Bislang kannte ich immer nur die Pläne. Es ist schön, die Umsetzung jetzt direkt zu sehen“, freute sich Udo Woltering über das „gut gelungene Projekt“.

„Die Stadt Rahden hat es als ländliche Kleinstadt verstanden, durch viele bauliche Maßnahmen die Innenstadt lebendig zu halten“, lautete abschließend das Fazit der Vertreter des Bündnisses regionaler Baukultur. „Rahden hat viel Beispielhaftes vollbracht“, lobte Woltering, der auch mit Blick auf die Landschaft und das kulturelle Angebot zufrieden mit dem Besuch war. „Hier herrscht noch eine besondere Lebensqualität“, meinte er.

„Wir haben neue Kontakte geknüpft und freuen uns, dass wir die Westfalen mal nach Rahden geholt haben“, resümierte Dieter Drunagel nach dem Abschlusswort zur Kaffeezeit. Von dem intensiven Austausch könnten nun alle Teilnehmer profitieren und – nachdem die Eindrücke etwas gesackt seien – in die Arbeit in ihren eigenen Städten und Gemeinden einbringen, ist sich Dieter Drunagel sicher. - abo

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