Schützenverein Sielhorst weiht Meyton-Schießanlage ein

Neuer, unterirdischer Schießstand für Kleinkaliber eingeweiht

Rahdens Bürgermeister Bert Honsel gab den ersten Schuss auf der neuen Meyton-Anlage ab. Mit 6,7 Ring konnte er durchaus zufrieden sein, wie auch Stephan Spreen fand.  - Fotos: DK

Sielhorst - Interessiert schaute Rahdens Bürgermeister Bert Honsel in die Runde der Schützen – und in das Runde, die 50 Meter lange unterirdische Bahn des Kleinkaliberstandes. Gelassen trat der Bürgermeister dann ans gewehr und gab den ersten Schuss auf der neuen Meyton-Anlage ab.

Die lieferte mit ihrer genauen Auswertung per Lichtschranke prompt das Ergebnis. 6,7 Ringe zeigte der Bildschirm. Honsel erzielte damit ein besseres Ergebnis als Wolfgang Hesse, selbst Schütze und bereits erfahren im Umgang mit einer Meyton-Anlage.

Mit seinen rund 300 Mitgliedern ist der Schützenverein Sielhorst der größte Verein in Rahdens kleinster Ortschaft. In den vergangenen Wochen und Monaten haben die Mitglieder ein Projekt gestemmt, das den Schützenverein fit machen soll für die Zukunft.

Die Schützen haben ihre Schießstände modernisiert und eine moderne Meyton-Schießanlage installiert, die am Sonntag eingeweiht wurde. In die Anlage investierte der Verein laut Vorstandsmitglied Uwe Halve rund 12.500 Euro. Die Kosten für den Einbau und die Renovierung bezifferte er mit rund 2 700 Euro. Mehr als 250 Stunden Eigenleistung im Wert von rund 2 500 Euro hätten die Schützen erbracht, so Halve. Macht unterm Strich eine Gesamtinvestition von rund 18.000 Euro. Ohne den Einsatz vieler Helfer und Sponsoren wie der Stadtsparkassen-Stiftung und der Volksbank wäre das Projekt nach Einschätzung Halves nicht umsetzbar gewesen.

Die Meyton-Anlage hat es in sich. Mittels eines Messrahmens wird über Lichtschranken elektronisch ermittelt, wo der Schuss eingeschlagen hat. Das Ergebnis wird an das Auswertungsprogramm übermittelt und den Schützen sofort auf einem Bildschirm angezeigt. Die Digitalisierung, merkte Halve an, ermögliche auch die so genannte Teiler- und Zehner-Wertung, bei denen nicht mehr eine zehn, sondern eine 10,9 das beste Ergebnis ist. Auf dem Bildschirm stünden den Schützen auch genaue Infos über Schussfolgen und -lagen zur Verfügung.

Um die Kosten in den Griff zu bekommen, haben sich die Sielhorster laut Halve entschieden, fünf Messrahmen zu kaufen, die je nach Bedarf auf dem Kleinkaliber-Stand im Keller und auf dem Luftgewehr-Stand im Obergeschoss des Dorfgemeinschaftshaues eingesetzt werden können.

Die Steller Schützen, denen Wolfgang Hesse von der Stadtsparkassen-Stiftung angehört, haben bereits eine Meyton-Anlage. „Die ist einfach toll. Sie werden Freude daran haben“, meinte Hesse. Der Zusammenhalt in einem Verein sei entscheidend, um ein solches Vorhaben umzusetzen, zollte er den Sielhorstern Respekt.

Von einem „Schritt in die richtige Richtung“ sprach auch Günter Sprado vom Schützenkreis Lübbecke. Er erinnerte daran, dass diese Technik im Schützenwesen nicht mehr wegzudenken sei.

Der Spielmannszug brachte anlässlich des besonderen Tages für den Schützenverein ein Ständchen.

Von einem „Tag der Freude“ und einer „Investition in die Zukunft“ sprach Bürgermeister Bert Honsel. Er dankte allen Beteiligten für deren Engagement, „weil dadurch nicht nur der Schützenverein gestärkt wird, sondern auch die Ortschaft und die Stadt“. In einer kleinen Ortschaft wie Sielhorst sei der Schützenverein neben der Feuerwehr eine Institution; der Verein halte die Ortschaft zusammen. Das wiederum sei wichtig für die Kernstadt, denn Kernstadt und Ortschaften hingen zusammen. Als „tragende Säule der Dorfgemeinschaft“ bewertete auch Ortsvorsteher Wilhelm Kopmann den Schützenverein und dankte allen Helfern und Sponsoren.

Erste Überlegungen zur Anpassung der Sielhorster Schießanlage an aktuelle Wettkampf-Standards gab es laut Halve schon vor zwei Jahren. Als Ende 2015 die Finanzierung stand, begann die Umsetzung. Mit der Umgestaltung der Anlagen haben die Sielhorster auch neue gesetzliche Vorgaben umgesetzt. Nun hofft nicht nur Halve, dass die neue Technik auch Jugendliche anspricht. „Es sollen neue Mitglieder für den Schießsport begeistert und ein Abwandern aktiver Mitglieder verhindert werden.“ Alle Altersgruppen sollten die neue Anlage nutzen, die auch eine Investition „in die Sicherstellung und Förderung unserer zukunftsorientierten Vereins- und Vereinsjugendarbeit sei, ist Halve überzeugt.

DK

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