Verhandlung am Rahdener Amtsgericht

Pfefferspray auf Schwester gerichtet

Rahden/Espelkamp - Als die Schwester den Streit zwischen einem 35-Jährigen und der gemeinsamen Mutter schlichten wollte, griff der Mann zum Pfefferspray und sprühte es seiner Schwester ins Gesicht. Jetzt musste sich der gebürtige Lübbecker vor dem Rahdener Amtsgericht für diese Tat verantworten. Die Anklage lautete auf Misshandlung und Schädigung.

„Ich bereue, was ich getan habe“, sagte der Mann nach der Verlesung der Anklage. Er habe der Situation entgehen wollen, die sich im Oktober 2014 bei den Eltern in Espelkamp ereignet hatte. Streit mit seiner Mutter habe er zu der Zeit häufiger gehabt, so der 36-Jährige. Als Grund nannte er seine Arbeitslosigkeit. Inzwischen hat der Angeklagte eine Umschulung begonnen, die für ihn eine Wendung gebracht habe. Allerdings war der Mann gezwungen, die Maßnahme nach neun Monaten zu unterbrechen, weil er eine 20 monatige Freiheitsstrafe antreten musste, die auf Urteile des Amtsgerichts Rahden und des Mindener Gerichts zurückgeht.

Die Haft sieht er als „Therapie“, erklärte der 36-Jährige. Seitdem habe er keine Drogen mehr konsumiert und sich seiner Situation gestellt. Noch bis vor wenigen Jahren habe er unter anderem Kokain genommen, gab der Mann an. Auch die Umschulung sei ein Schritt in ein anderes Leben, fügte sein Verteidiger hinzu. „Ich möchte nur nach vorne schauen“, unterstrich der 26-Jährige.

Zur Tat beteuerte der Angeklagte, dass er „normalerweise nie Pfefferspray dabei hatte“. An diesem Tag habe er die Dose zum Selbstschutz mitgeführt. „Ein Freund hatte mich auf dem Kieker“, erzählte er der Staatsanwaltschaft, dass er einen Überfall erwartet habe. Als er mit seiner Mutter stritt, sei es ihm nicht gut gegangen, so der Mann: „Ich habe auch geweint.“ „Dann kam meine Schwester schreiend auf mich zu“, sagte der Angeklagte weiter. Schließlich sei es zu der Attacke gekommen.

Die 36-Jährige, die vor dem Amtsgericht als Zeugin aussagte, hatte als Folge des Angriffs Sehstörungen und Schmerzen, hieß es in der Anklageschrift. „Mein Bruder hat sich sofort entschuldigt“, sagte die Geschädigte. Jetzt unterstütze sie ihren jüngeren Bruder in der Haft. „Ich will ihm auf keinen Fall schaden“, sagte die Frau.

Ein Polizist, der ebenfalls als Zeuge geladen war, brauchte nicht mehr aussagen, da sich Richter Schnasse und die Staatsanwältin darauf einigten, das Verfahren einzustellen. Mit Blick auf die bestehende Freiheitsstrafe habe er mit keiner weiteren Verurteilung zu rechnen, sagte Schnasse. „Ich hoffe, dass Sie ihren Weg weitergehen können“, wünschte der Richter dem 36-Jährigen, der zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester den Gerichtssaal verließ.

abo

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