Pfarrer Udo Schulte blickt auf sein erstes Jahr in seiner Rahdener Gemeinde

Gut angekommen

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Seit einem Jahr ist Udo Schulte Pfarrer in der Kirchengemeinde Rahden und fühlt sich in der Auestadt inzwischen zu Hause.

Rahden - Ein Jahr ist es her, dass Pfarrer Udo Schulte mit seiner Frau Annemarie den Aufbruch aus dem sauerländischen Iserlohn ins ostwestfälische Rahden wagte und in der evangelischen Kirchengemeinde Rahden die Nachfolge seines Kollegen Stefan Thünemann antrat. Grund genug, einen Moment innezuhalten und im Gespräch mit Rahdens „neuem“ Seelsorger auf die vergangenen zwölf Monate zurückzuschauen.

„Es war für mich das Jahr des Kennenlernens, an dessen Ende sich bereits ein Gefühl des Angekommenseins eingestellt hat“, zieht Schulte ein positives Resümee. Es sei eine große Gemeinde mit einer lebendigen Eigendynamik gewesen, die es kennenzulernen galt, dazu viele Kollegen. „Die Menschen sind im positiven Sinne sehr direkt auf mich zukommen“, so der 55-Jährige auf die Frage, wie er von den Menschen in Rahden auf- und angenommen wurde. „Insbesondere die Frage, in meinem Alter noch einmal in einer neuen Gemeinde zu starten, interessierte viele Menschen.“

Kirche sei in Rahden ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens und mit einem positiven Grundklima belegt, habe er festgestellt. „Kirche wird hier sehr stark verbunden mit Kasualfesten wie Taufen, Goldhochzeiten und Vereinsleben mit Festgottesdiensten gelebt. Das war für mich neu, aber eine gute Gelegenheit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Das Nachbarschaftliche hat hier einen sehr hohen Stellenwert“, so Schulte schmunzelnd. In seinem ersten Jahr in Rahden hat er mehr Goldhochzeiten besucht als in den vergangenen zwei Jahrzehnten in seiner alten Heimat.

„Mit der Kirchenmusik, der Tafelausgabestelle, Jugendarbeit und offener Kirche kamen viele Bereiche auf mich zu, in die ich mich erst einfinden musste, denn ich kam ja in laufende Prozesse.“ Beeindruckt zeigt sich der Seelsorger auch vom Umgang mit den in Rahden lebenden Flüchtlingen. „Die Situation der Asylsuchenden fordert uns alle, denn jeder kann in irgendeiner Weise helfen. Da sind durch den Präventionsrat hervorragende Strukturen geschaffen worden, die auch uns als Kirchengemeinde eine harmonische Einbindung zur Mitwirkung ermöglicht.“

Das offene Herangehen etwa mit der Vorstellung und Beteiligung beim Open-Air-Gottesdienst auf dem Stadtfest, das Café international und die Fahrradwerkstatt zögen viel positive Resonanz nach sich. „Hier sind viele Menschen engagiert, die ihre Fähigkeiten im Gemeindeleben verwirklichen. Und es können noch viel mehr sein.“ Im Herbst möchte Schulte ein Seminar zur Mitarbeiter-Potentialentwicklung starten. „Viele wissen gar nicht, über welche Fähigkeiten sie verfügen, die in der Gemeinde gebraucht werden.“ Auch einen Glaubenskursus habe er bereits im Hinterkopf.

Neues

ausprobieren

Doch auch in Sachen Gottesdienst möchte Schulte Neues ausprobieren, um der eher verhaltenen Resonanz auf die Zusammenkünfte am Sonntagmorgen entgegenzuwirken. „Andere Zeiten, andere Zielgruppen, Gottesdienstformen und Themen sowie die Einbindung neuer Engagierter – nach und nach möchte ich vieles ausprobieren, nicht auf die Schnelle, sondern gut geplant.“ Und dass er durch die zahlreichen Ehrenamtlichen der verschiedensten Bereiche der Gemeindearbeit einen starken verlässlichen Rückhalt und neue Impulse erfährt, hat Udo Schulte bereits frohen Mutes festgestellt.

Auf die Frage, woran er merkte, dass er in Rahden angekommen ist, antwortet der Gemeindepfarrer übrigens mit einem ganz schlichten Beispiel: „Wenn ich auswärts unterwegs bin und fahr zurück nach Rahden, sag ich ohne Zögern: ‚Ich fahr nach Hause‘“.

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