Orgellose Zeit in der St. Immanuelkirche nach Generalüberholung endlich vorbei

„Ein Unterschied wie Tag und Nacht“

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Barbara Schmidt, Matthias Johannmeier und Pfarrer Roland Mettenbrink freuen sich, dass die Schuke-Orgel in der Immanuelkirche wieder in vollem Klang ertönt.

Pr. Ströhen - Fünf Wochen hüllte sie sich, in ihre Einzelteile zerlegt, in Schweigen. Jetzt erfüllt die wertvolle Schuke-Orgel in der Immanuelkirche endlich wieder das Pr. Ströher Gotteshaus mit seinem reinen, klaren und voluminösen Klang. Und das nicht nur zur Freude der Gottesdienstbesucher.

„Eine Generalüberholung war nach 32 Jahren bei diesem Grad der Verschmutzung unumgänglich“, erläutert Pfarrer Roland Mettenbrink im Gespräch. „An einigen Stellen wurde sogar ein Schimmelbefall festgestellt. Die Schuke-Orgel, die zur Einweihung des Pr. Ströher Gotteshauses im Jahr 1857 erstmals erklang, erfuhr 1982 einen grundlegenden Neuaufbau.

Matthias Johannmeier baute das Pfeifenwerk sowie alle 1274 Holz- und Metallpfeifen, von denen vier noch aus den Anfängen stammen, in den vergangenen Wochen aus, reinigte sie und besserte defekte Pfeifen aus. Auch andere Orgelteile wie Spieltisch, Windladen und Pedaltasten wurden gesäubert. „Diese Orgel ist schon etwas sehr Besonderes“, weiß der Orgelbauer aus Bad Essen den wertvollen Klangkörper zu schätzen. Im Kirchenkreis Lübbecke ist es die einzige Orgel der Berliner Orgelbau-Firma Schuke.

16000 Euro für die

Pfeiffenreinigung

Rund 20000 Euro mussten für die Generalüberholung aufgewendet werden. Allein die Pfeifenreinigung nahm rund 16000 Euro in Anspruch. „Zusätzlich haben wir eine Verdichtung der Decke im Kirchenraum oberhalb der Orgel vorgenommen, denn durch die Vibrationen beim Orgelspiel rieselte immer wieder Staub aus dem Kirchturm auf das nach oben hin nicht verschlossene Instrument“, erläutert Mettenbrink. „Bis auf wenige Hundert Euro und eine 1000-Euro-Spende des Landeskirchenamtes wurden die Kosten durch Spenden aus der Gemeinde getragen“, dankt der Gemeindepfarrer im Namen des Presbyteriums allen Unterstützern. Zudem spricht er auch dem Posaunenchor seinen Dank aus, der die orgellose Zeit so manches Mal überbrückte.

Nicht heilig,

aber wunderschön

„Die Orgel ist kein heiliges, aber ein wunderschönes Instrument, das in eine Kirche gehört“, sagte Pfarrer Mettenbrink zum Auftakt eines Gottesdienstes, in dessen Mittelpunkt das klanggewaltige Schmuckstück auf der Empore stand. Sowohl der Seelsorger als auch Orgelbauer Matthias Johannmeier widmeten dem Instrument ihre Gedanken und ließen anstelle der traditionellen Predigt die Orgel als Verkünderin sprechen. Für Johannmeier war es ebenso ein besonderer Moment wie für Barbara Schmidt. „Der Klang ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das hört selbst ein Laie“, freut sich die Gemeindeorganistin, dass die orgellose Zeit endlich vorbei ist. „Wie sehr sie fehlt, merkt man erst, wenn man sie nicht mehr hat“, so Schmidt

Nach der Wiederinbetriebnahme am vierten Advent dürfen sich nun alle Gemeindemitglieder darauf freuen, sich in den Gottesdiensten zum Weihnachtsfest mit den vertrauten Orgelklängen einstimmen zu lassen.

Art

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