„Nuttelner Bruch“ und „Spreenbruch“ fallen aus den Planungen heraus

Vögel und Militärflugzeuge verhindern Windkraft-Zonen

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Wo dürfen in Zukunft Windräder gebaut werden? Bei dieser Frage haben die Bundeswehr, der Kreis und die Bezirksregierung ein Wörtchen mitzureden. Archivbild: Pröpper

Rahden - Von Katharina Schmidt. Einwände der Bundeswehr, des Kreises Minden-Lübbecke und der Bezirksregierung Detmold stellen die Planung zur Ausweisung von Konzentrationszonen für die Nutzung von Windenergie in Rahden auf den Kopf. Der „Nuttelner Bruch“ und der „Spreenbruch“ bleiben nun voraussichtlich windkraftfreie Zone (wir berichteten). An ihre Stelle rücken zwei neue „Kandidaten“.

K.-o.-Kriterien für den „Nuttelner Bruch“ östlich von Stellerloh sind Bereiche zum Schutz der Natur (BSN) und der Storchenhorst im Industriegebiet. Das verdeutlichte Landschaftsarchitekt Michael Kasper vom Planungsbüro Kortemeier Brokmann bei der Sitzung des Bau-, Planungs-, und Umweltausschusses am Donnerstagabend. Das Veto des Kreises und der Bezirksregierung dürfte Siegfried Prote, Vorsitzender der Bürgerinitiative Gegenwind Rahden Ost, freuen: „Störche werden von Windkraftanlagen hingerichtet“, verdeutlichte er während einer Sitzungsunterbechung.

Auch der „Spreenbruch“ in Pr. Ströhen ist aus dem Rennen. Kreis und Bezirksregierung begründen ihre Entscheidung – wie auch beim „Nuttelner Bruch“ – mit dem Schutz der Störche. Außerdem nennen sie das Landschaftsbild als Grund. Die Bundeswehr hat zudem vermerkt, dass ihre Maschinen im „Spreenbruch“ teilweise nur 600 Meter über dem Boden fliegen. Ein Ausschlusskriterium sei das allerdings nicht.

Teil von „Beekebruch“ nicht geeignet

Nicht als Vorranggebiet ausgewiesen werden kann aus Sicht der Bundeswehr allerdings der westliche Teil der Fläche „Beekebruch“. Dort verlaufen Nachttiefflugstrecken. Das Gleiche gilt für den „Fledderbruch“ südlich von Varl. Rechtsanwalt Thomas Tyczewski, den die Stadt Rahden zur Bewertung der Einwände der Bundeswehr zurate gezogen hat, empfiehlt jedoch, den „Fledderbruch“ nicht aus den Planungen zu streichen. Ob Windkraft dort Raum gegeben wird, lasse sich noch nicht sagen.

Neben dem „Beekebruch“ (östlicher Teil) kommen der „Tielger Bruch“ und der „Filgerbruch“ weiterhin als Vorranggebiete infrage. Zusammen sind die drei Flächen 41,37 Hektar groß – und damit laut Kasper vielleicht zu klein, um die geplante Bündelung der Flächen für Windkraftanlagen zu erreichen. Deswegen habe man die Abstände zu naturrechtlich geschützen Bereichen neu geprüft.

Dadurch gibt es nun zwei neue „Kandidaten“: Die Gebiete „Brandheide“ östlich von Tonnenheide und „Weher Fledder“. Auch diese Flächen sind nicht ganz unproblematisch: „Brandheide“ liegt nahe des Fauna-Flora-Habitats (FFH-Gebiet) „Osterwald“, einem Eichenwaldgebiet. Dort kommt der Rotmilan – eine streng geschützte Vogelart – vor. Im „Weher Fledder“ wurde hingegen der Brachvogel gesehen. Kasper kündigte an, dass die Gebiete auf ihr Vogelaufkommen kontrolliert werden.

„Tiere brauchen

keinen Strom“

Carsten Zimmermann (FWG) merkte an, dass man immer nach dem Wohl der Tiere schaue, aber nicht nach dem der Anwohner. „Tiere brauchen keinen Strom“, konterte Udo Högemeier (SPD). Windenergie sei zwingend notwendig, wenn man die Energiewende schaffen wolle.

Dass die Abstände zu Wohnbebauungen entscheidend für das Wohl der Bürger seien, fand Dieter Sprado (FWG). Damit teilte er die Meinung einiger Anwohner betroffener Gebiete, die zur Sitzung gekommen waren. 400 Meter seien ein „Unding“, beschwerte sich eine Anwohnerin des Gebiets „Beekebruch“.

„Jeder wünscht sich großen Abstand – aber viel größer als 400 Meter wird der Abstand nicht werden“, betonte Landschaftsarchitekt Kasper. Es gelte als Verhinderungsplanung, wenn man die Abstände zu groß bemesse. Außerdem käme man dann wieder an den Punkt, an den die Stadt gar keine Konzentrationszonen für Windernenergie ausweisen können. Dann könnten einzeln stehende Windräder vielleicht noch näher als 400 Meter an Wohngebiete gebaut werden.

„Wir machen das nicht aus Spaß. Wir wollen die Bevölkerung schützen“, verdeutlichte Bernd Hachmann. Er ergänzte: „Es gibt in Rahden ganz viele Investoren, die schon mit den Füßen scharren und bauen wollen.“ Diese würden sich laut dem Bürgermeister „ins Fäustchen lachen“, wenn sie überall Windräder aufstellen könnten.

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