Pascal Jostarndt und Micha Stöbe drehen in luftiger Höhe Imagefilm über Rahden

Mit neuen Perspektiven soll frischer Wind wehen

Michael Stöbe (l.) und Pascal Jostarndt sind momentan mit ihren Drohnen in Rahden und Umgebung unterwegs.

Rahden - Wer in den vergangenen Tagen in Rahden unterwegs war und ein seltsames Flugobjekt gesehen hat, der könnte Pascal Jostarndt und Micha Stöbe bei der Arbeit beobachtet haben.

Die beiden Männer drehen einen Imagefilm über Rahden und gehen dabei hoch hinaus: Mit Drohnen fliegen sie über ausgewählte öffentliche Bereiche. Ihr Ziel: „Wir wollen Rahden aus einer anderen Perspektive zeigen.“ Stöbe und Jostarndt meinen, dass es an der Zeit sei, „frische Sachen zu machen“. Es gebe zwar viele Bilder von der Auestadt, auch Luftaufnahmen, aber die seien schon veraltet. Mit ihrem Projekt wird es bald bewegte Bilder aus der Vogelperspektive geben. Ausgerüstet mit den Fliegern, Fernsteuerung und einem Bildschirm am Boden, fahren Jostarndt und Stöbe derzeit verschiedene Punkte in Rahden an – und ziehen immer wieder neugierige Blicke auf sich, wenn die Drohnen, nicht gerade geräuschlos, über die Landschaft hinweggleiten und Bilder von touristischen Attraktionen Rahdens machen.

Dabei nutzen die Männer insbesondere sonnige Tage – „einerseits kann die Technik dann nicht nass werden und andererseits gibt das schönere Bilder“, begründet Jost-arndt. Die Produktion des rund 15-minütigen Films wird den ganzen Frühling dauern, rechnen Jostarndt und Stöbe. Nach den Aufnahmen muss das Material am PC geschnitten werden, dann soll es online gehen.

Die Burgruine hinter dem Museumshof kennt fast jeder. Aber wie die Mauern aus der Vogelperspektive aussehen, machen die Aufnahmen der Drohne (Mitte) deutlich. - Fotos: Bokelmann

Kennengelernt haben sich der 22-jährige Pascal Jost-arndt und der 39-jährige Micha Stöbe über Facebook. Dort hatte Jostarndt die Rahdener um Motivvorschläge gebeten. Daraufhin setzte sich Stöbe mit ihm in Verbindung – nun sind die Rahdener gemeinsam unterwegs. Auf ihrer Liste mit Orten, die im Film berücksichtigt werden sollen, stehen neben der Burgruine in Kleinendorf auch der Große Stein in Tonnenheide, der Auesee sowie die Draisinenstrecke von Rahden bis Pr. Ströhen. Dafür würden sich die beiden Filmer aber gerne noch eine Erlaubnis des Betreibers holen und eine Gruppe live mit der Drohne begleiten.

Schließlich soll in dem Imagefilm, der aus privatem Antrieb heraus entsteht, aber über das Internet für alle öffentlich werden soll, alles legal sein. Und da sei man mit Drohnen schnell im grenzwertigen Bereich. „Wir dürfen bis zu einer Höhe von 150 Metern filmen, wenn wir eine entsprechende Genehmigung haben, sogar bis 500 Meter“, erklärt Stöbe. Zudem dürften Personen nicht erkennbar und angrenzende Grundstücke sollten auch möglichst nicht auf dem Video sein. Gleiches gilt laut Stöbe für Autokennzeichen und ausgewiesen Zonen. „Diese ‘No-Fly-Zonen’ gibt es aber in Rahden nicht“, weiß der Grafikdesigner.

Für ihn und Produktionshelfer Jostarndt waren die Drohnen zunächst ein Hobby. „Jetzt wirds professioneller“, so Jostarndt. Kostspielig ist das Hobby allemal: bei den Drohnen kommen Werte zwischen 1200 und 1600 Euro zusammen. „Die kleinen Geräte bis 300 Euro sind Firlefanz“, findet Stöbe.

Beiden Männern ist bewusst, dass Drohnen ein „sehr sensibles Thema“ sind. Daher dokumentieren die Rahdener auch jeden Flug, den sie mit ihren Geräten absolvieren. „Mit den kleinen Fahrzeugen kann man auch viel Blödsinn machen. Dadurch ist das Thema ja überhaupt erst in Verruf gekommen“, sagt Jostarndt. Dennoch steht er der Ausbildung von Raubvögeln, die Drohnen im Flug abgreifen sollen, kritisch gegenüber. „Die Rotorblätter sind sehr scharf und können die Tiere stark verletzen“, führt Jostarndt aus und nennt Zahlen: „Im Flug kommen die Karbon-Flügel auf Geschwindigkeiten von bis zu 1 700 Umdrehungen pro Minute. Da lassen sich schonmal Gurken mit schneiden.“ Daher müsse man auch bei Waldgebieten eine hohe Vorsicht walten lassen, erklärt der 22-Jährige.

Da aber bei jedem Flug etwas passieren könne, müssen die Drohnen nach jedem Einsatz überprüft und regelmäßig gewartet werden.

Neben dem Imagefilm über Rahden nutzt Stöbe seine Drohne aber auch für berufliche Zwecke: Inzwischen würden Versicherungen die Technik nutzen, um Dächer mit Solaranlagen auf Schäden abzufliegen, so Stöbe.

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