Musiktheater Lupe im Gymnasium

Nashörner frühzeitig zähmen

Dicke Luft: Gabriela, Dakia und Friedhelm finden heraus, dass sie ein Nashorn zu zähmen haben. - Foto: Bokelmann

Rahden - „Nashörner sollte man zähmen, solange sie klein sind, sond wird es schwierig.“ Das Rhinozeros stand bei der Aufführung des Musiktheaters Lupe aus Osnabrück am Donnerstag im Rahdener Gymnasium als Symbol für Probleme und Konflikte, mit denen die Darsteller konfrontiert waren.

Mit einem minimalistischen Bühnenbild, bestehend aus einer weißen Bank sowie einem Mülleimer, verdeutlichten die Schauspieler Katrin Orth, Dietmar Voigt und Genifer Habbasch einen Generationenkonflikt sowie die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Auf der Bank wird gelacht, geweint, gesungen und gestritten.

Zum Stück: Zunächst treffen die 17-jährige Dakia und der 75-jährige Rentner Friedhelm im Park aufeinander, tragen einen Revierkampf aus und lernen sich kennen. Sie erfahren unter anderem, dass sie beide Beziehungen zu Tansania haben. Als dann eine Geschäftsfrau dazustößt, wechselt die Stimmung.

Der Senior ist mürrisch und schnell wird klar: Die 45-jährige Gabriela ist die Tochter Friedhelms und das Verhältnis ist stark gestört. Mit ihren aggressiven Äußerungen, die in einer tango-ähnlichen Tanzeinlage gipfeln, vermitteln die beiden Darsteller einen realistischen Streit zwischen den Generationen.

Und dann erklärt die Jugendliche, dass die Erwachsenen sich ihrem Nashorn stellen müssen, wenn sie in Zukunft etwas ändern wollen. „Und wenn es gezähmt ist, müsst ihr ihm ein rotes Tuch ums Horn binden“, hat Dakia von ihrer Großmutter in Ostafrika gelernt. Überhaupt sagt das junge Mädchen unverblümt, was sie denkt, und stößt damit ihren Mitmenschen vor den Kopf – das junge Publikum in Rahden bekam dadurch aber die Möglichkeit, sich in das Stück einzufinden und sich mit der Situation zu identifizieren.

Mit „Kufuna Kifaru: Nashörner zähmen“ sorgte das Osnabrücker Ensemble im Gymnasium für eine Unterrichtseinheit der anderen Art, bei dem Recht und Unrecht, Gewohnheiten und Respekt gegenüber den Mitmenschen vermittelt wurden. Die Aufführung hatten die Schüler der Einführungsphase der Unterstützung der Stadtsparkassen-Stiftung „Standort: hier“, dem Schulförderverein und dem Stemweder Kulturring zu verdanken.

abo

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