68-Jähriger wird zu Geldstrafe verurteilt

Munition nicht erkannt und gemeldet

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Das Rahdener Amtsgericht hat einen Osnabrücker Autohändler verurteilt, weil der Munition nicht gemeldet hatte.

Stemwede / Rahden - Obwohl er einen kleinen Waffenschein besitzt und um die entsprechenden Gesetze wusste, hat ein 68-Jähriger aus Osnabrück im Oktober Kleinkaliber-Munition bei sich aufbewahrt und diese nicht der Polizei gemeldet. Nun musste er sich vor dem Rahdener Amtsgericht der Anklage wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Die fünf Patronen vom Kaliber 7,65 hatten Polizeibeamte bei einer Durchsuchung des Wagens des 68-Jährigen gefunden. Dieser steht auf dem Schrottplatz in Oppenwehe, wo der Autohändler sich einen kleinen Platz angemietet hat. Der Selbstständige berichtete den Juristen, dass er etwa zwei Wochen vor der Durchsuchung einen Lastwagen von einem Mann aus Bremen getauscht habe. „Den musste ich für den Weiterverkauf säubern“, so der Angeklagte. Dabei habe er die Patronen im Handschuhfach neben diversen Fahrtenbüchern und Papieren gefunden. „Ich wusste nicht, welche Patronen das waren. Um das lesen zu können, hätte ich eine Lupe gebraucht“, gab der 68-Jährige an. Diese Aussage konnte Richter Schnasse nicht nachvollziehen: „Es gibt da deutliche Unterschiede zu anderen Munitionen.“

„Sie hatten eine Untersuchungspflicht und sind dieser nicht nachgekommen“, kritisierte Richter Schnasse das Verhalten des Angeklagten. Denn bei genauerem Hinsehen hätte der Mann erkennen müssen, dass es sich um erlaubnispflichtige Munition gehandelt hat, waren sich der Richter und die Staatsanwältin einig. Auch mit dem kleinen Waffenschein ist deren Besitz nicht erlaubt. „Sie haben fahrlässig gehandelt“, meinte die Staatsanwältin.

„Ich wollte die Klamotten dem Besitzer wiedergeben“, sagte der Mann und meinte, dass es „sonst Theater gegeben hätte“. Daher habe er die Patronen in seinem Bauwagen „zwischengelagert“. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst“, beteuerte der 68-Jährige mehrfach und machte verärgert deutlich: „Ich sehe nicht ein, dass ich dafür verurteilt werde.“

Die Patronen, die vom Gericht eingezogen wurden, waren nicht der Grund für die Durchsuchung, stellte der Angeklagte im Verlauf der Verhandlung klar. Auf einem anderen Stück des Schrottplatzes habe zu der Zeit ein gestohlener Lastwagen gestanden und es habe einen Haftbefehl gegeben, gab der Osnabrücker an. Dieser sei inzwischen eingestellt.

Dass sie vom Strafbefehl gegen den Autohändler nicht abweichen werde, sagte die Staatsanwältin einleitend zu ihrem Plädoyer. Sie legte dem Angeklagte noch die Rücknahme seines Einspruchs nahe und erklärte ihm: „Dann wird die Strafe auf jeden Fall geringer ausfallen.“ Der Angeklagte wollte sich darauf aber nicht einlassen und so plädierte die Juristin für 30 Tagessätze von 25 Euro. Richter Schnasse befand unter Einbeziehung der „beengten finanziellen Verhältnisse“ des Angeklagten eine Geldstrafe von insgesamt 500 Euro, 20 Tagessätze zu jeweils 25 Euro, der Schuld angemessen. - abo

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