Metallstelen sollen den historischen Stadtrundgang ergänzen

Eine Tour durch „Rodun“

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Zwischen Gemeindehaus und Kirche befindet sich das alte Pastorengrab aus dem Jahr 1817. Ob an dieser Stelle wirklich die Pastoren beerdigt wurden, weiß Claus-Dieter Brüning nicht genau.

Rahden - Von Anika Bokelmann. Wo heute die Besucher des Rathauses ihre Autos abstellen, stand bis zum 10. November 1938 die Rahdener Synagoge. Daran erinnert nicht nur der Gedenkstein, den Steinbildhauermeister Rainer Schmidt gestaltet hat, sondern auch die vier Kopfsteine als Eckpunkte des ehemaligen Gebäudes. An diesem Platz beginnt der historische Stadtrundgang, den Klaus Möller und Claus-Dieter Brüning seit 2013 anbieten. In Kürze soll gegenüber des Gedenksteins eine Metallstele stehen.

Weitere soll es am Alten Markt und später auch an mehr Stellen im Stadtgebiet geben. Dadurch soll der Stadtrundgang aufgewertet werden, denn an den Pfeilern wird neben einer Skizze der Tour eine Info zum Standpunkt angebracht.

„Wir bieten einen kleinen und großen Rundgang und haben auch schon Sitzführungen anhand von Bildern gemacht“, sagt Claus-Dieter Brüning. Außerdem weist er auf die Broschüre hin, die es gegen Gebühr in der Touristinfo gibt. „So kann sich jeder selbst auf den Weg machen und das historische Rahden erkunden“, so der Stadtheimatpfleger.

Aus seiner Sicht ist der Stadtrundgang noch ausbaufähig – Brüning denkt an Radtouren, die auch die Ortschaften einbeziehen. Froh ist er über die Initiative von Edith und Horst Freese, die den Künstler Heino Jacobsen dafür gewinnen konnten, die historischen Straßenansichten auf die Schaltkästen zu malen: An der Katzengasse, am Bahnhof, an der alten Post und gegenüber dem ehemaligen Autohaus zur Heide an der Weher Straße sind die bunten Bilder unter anderem zu finden.

Bei einem Stadtrundgang erfahren die Teilnehmer neben der Herkunft des Namens der Auestadt („Rodun“ wurde erstmals 1033 urkundlich erwähnt und geht auf die Rodungen zur Besiedlung zurück) auch viel über alte Straßen und Gebäude. Und dass die Eisenbahnstrecke ursprünglich im Westen verlaufen sollte. Da das Gut Brock aber seinen Besitz nicht aufgeben wollte, kam es zu der anderen Linie und so entstand schließlich das Industriegebiet im Osten.

Der Arbeitskreis für den geschichtsträchtigen Marsch, bestehend aus Ulrich Hartmann, Klaus Möller, Claus-Dieter Brüning und Lena Meyer, hat ausgiebig recherchiert und viele Anekdoten Rahdens wieder lebendig werden lassen. „In Rahden wurde viel geschmuggelt. Daher gab es bei den Altstadtstuben das ‚Salzfass‘“, berichtet Brüning auf dem Weg vom Rathaus zur Johanniskirche. Dort sei die Zwangsabnahme des wichtigen Gutes für die Ämter Dielingen und Rahden gewesen.

Am Alten Markt erinnert sich Brüning an die Geschichte seines Vaters: „Er hat immer gesagt, dass die Kartoffelsaison ausschlaggebend fürs Marktgeschehen war.“ Zur Pflanzzeit habe der Frühjahrsmarkt, nach der Ernte der Herbstmarkt, der Kappesmarkt, stattgefunden. Rund 300 Fuhren mit Rot- und Weißkohl aus Blasheim standen dann auf den Straßen“, erinnert sich Claus-Dieter Brüning.

Immer wieder denkt der Stadtheimatpfleger über seine Heimat nach und erfährt dabei manch Interessantes. So hat er kürzlich nachgerechnet, wie viel das Kreuz, das 1966 in Gedenken an die Opfer der Gewalt der Weltkriege ans alte Pfarrhaus montiert wurde, heute wert ist – und ist auf eine stolze Summe von rund 100000 Euro gekommen.

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