Mehr Menge trifft auf mehr Nachfrage/ Seeker sieht Zukunft im globalen Markt

Milchquote: Abschied ohne Wehmut

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Mediengruppe Kreiszeitung

Minden-Lübbecke - „Nach 31 Jahren ist im März die staatliche Mengenregulierung am Milchmarkt zu Ende gegangen“, erläutert Hermann Seeker, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Minden-Lübbecke in einer Pressemitteilung des Verbands. Für die Milchbauern und Molkereien habe am 1. April somit eine neue Ära begonnen. Nach Einschätzung von Experten des Berufsstandes überwiege unter den heimischen Milchbauern die Zuversicht, auch bei geänderten Rahmenbedingungen wirtschaftlich arbeiten zu können.

„Das Ende der Milchquote bringt mehr unternehmerische Freiheit über die Milchmengen, für die Entwicklung des eigenen Unternehmens aber auch stärkere Schwankungen des Milcherzeugerpreises mit sich“, bringt Seeker die Auswirkungen der Novelle auf den Punkt.

Als „Abschied ohne Wehmut“ bezeichnet der Vorsitzende den Systemwechsel, da die Milchquote zwar viel Bürokratie und Kosten, nicht jedoch stabilen Erzeugerpreise gebracht habe. Seitdem die Milchquote 1984 eingeführt wurde, hätten in NRW acht von zehn Milchbauern ihre Milcherzeugung aufgegeben.

„Wir bewerten die mittel- und langfristigen Perspektiven für die heimischen Milchbauern positiv, kritisieren jedoch das weiter ansteigende Auflagenplus vor allem im Bau- oder Düngerecht“, so Seeker. Er sieht die Zukunft der Milchwirtschaft im globalen Markt. Das Ende der Milchquote bedeute, international neue Absatzmärkte zu etablieren.

Neben den europäischen Nachbarmärkten stünden Märkte in Drittländern mit einer stark wachsenden Mittelschicht im Fokus. So würden sich neue Märkte auftun. China, Indien, Indonesien, Nigeria und Parkistan würden heute als „Schlüsselmärkte“ gelten.

Eine Steigerung der Milchmengen um drei bis vier Prozent, wie Experten prognostizieren, treffe auf eine steigende Nachfrage.

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