„Max und Moritz“ auf Plattdeutsch begeistert / Frauen von „Puppen up Platt“ arbeiten mit Kindern

Jugendfreie Streiche in einer fremden Sprache

+
Kein geruhsamer Schlaf für Onkel Fritz (Matthias Boelk). Max und Moritz haben ihm Maikäfer ins Bett gesetzt.

Varl - Nach oben geschwurbelte blonde Haarlocke, strubbeliges braunes Haar – man hätte glauben können, dass Jana Wietelmann und Justus Möller tatsächlich dem Wilhelm-Busch-Klassiker „Max und Moritz“ entsprungen wären. Die beiden „Titelhelden“ brachten die sieben Streiche der Lausbuben gemeinsam mit zehn weiteren Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren auf die Bühne. Allerdings in einer ganz eigenen plattdeutschen Version, in der die beiden Strolche (ganz jugendfrei) am Ende nicht in der Mühle landen.

Gemeinsam mit den Frauen von „Puppen up Platt“ des Heimatvereins Varl-Varlheide hatten sie die Geschichten seit Ostern in nur zwölf Stunden einstudiert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Weit davon entfernt, die immerhin in einer fremden Sprache erlernten Texte nur aufzusagen, legten die Kinder – zumeist Erst- und Zweitklässler – erstaunlich schauspielerisches Talent an den Tag und hatten sichtlich Spaß an ihrer Aufführung. Den Applaus der Eltern und Großeltern, die sich auf der Deele der Familie Rührup in Varl drängten, hatten sie sich redlich verdient.

Wie kam es überhaupt zu dem plattdeutschen Theaterstück? Die Frauen von „Puppen up Platt“ überlegen sich immer wieder Aktionen, mit denen sie Kinder an die plattdeutsche Sprache heranführen können. Denn Plattdeutsch sei eine eigene Sprache, nicht nur ein Dialekt wie Bayerisch, sagte Annette Meier-Topp mit einem Augenzwinkern. „Wer Plattdeutsch kann, der kann mehr als eine Sprache.“ Und das helfe auch dabei, andere Sprachen zu lernen. In ihrer Begrüßung appellierte sie darum an diejenigen, die noch Plattdeutsch sprechen können, das auch mit den Kindern zu tun, denn „jede Sprache mehr macht schlau“.

Und noch einen Grund gab es: Auf der Bühne zu stehen und zu schauspielern, wenn die Scheinwerfer an sind und das Mikro aufgedreht ist und alle zuschauen – das braucht Mut. „Un Mout maket Kinner grout.“ Außerdem mache es einfach Spaß, mit Kindern Theater zu spielen, so Meier-Topp. „Es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein.“

Ob die zwölf Kinder ihre Streiche zum ersten und auch schon zum letzten Mal aufgeführt haben, steht noch offen. „Wir hoffen, dass wir vielleicht nochmal an einem anderen Ort spielen können“, sagte Meier-Topp, die zum Abschluss des Stücks einen herzlichen Dank an Familie Rührup für das Bereitstellen der Bühne und an die Eltern für die Unterstützung und die vielen Kuchen richtete.

Auf der Bühne standen: Jana Wietelmann (Max), Justus Möller (Moritz), Anniken Hahler (Frau Böck), Franziska Boelk (Schneider Böck), Hannah Schlottmann (Witwe Bolte), Matthis Keltz (Bauer Mecke), Vincent Krüger (Bäckermeister), Cara Leppek (Lehrer Lämpel), Matthias Boelk (Onkel Fritz), Lentje Buck, Marie Bödecker und Marie Buschendorf (alle Sprecher/Hühner).

Von den „Puppen up Platt“ waren dabei: Gisela Wimmer, Heidi Behl, Carmen Hahler, Silvia Boelk und Annette Meier-Topp.

mer

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Droht Venezuela eine Diktatur?

Droht Venezuela eine Diktatur?

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Kommentare