Mann verstößt gegen Gewaltschutzgesetz

Ein teurer Besuch

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden/Espelkamp - Weil ein 60-Jähriger vor der Haustür seiner Ex-Frau in Espelkamp randaliert hatte, wurde er wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz vor dem Amtsgericht Rahden zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Denn aufgrund einer einstweiligen Verfügung durfte er sich seiner ehemaligen Partnerin zu dem Zeitpunkt nicht auf weniger als 20 Meter nähern.

Obwohl er sich dessen bewusst gewesen sei, habe sich der Angeklagte auf dem Grundstück seiner Ex-Frau aufgehalten, geklingelt und Gegenstände gegen die Rolladen geworfen, warf ihm die Staatsanwaltschaft vor. Als die Polizei angerückt sei, habe sich der 60-Jährige gegen die Beamten gewehrt – so sehr, dass diese in fesseln mussten. Ein Atemalkoholtest habe ergeben, dass er getrunken hatte.

Der Angeklagte räumte das Geschehen auf dem Grundstück seiner ehemaligen Lebensgefährtin ein. Weitere Kontaktversuche wurden ihm zur Last gelegt, doch es stellte sich heraus, dass er sich zum Zeitpunkt dieser Taten seiner Ex-Partnerin wieder nähern durfte. Somit wurden die anderen Vorwürfe zu den Akten gelegt. Ebenso wie der Vorwurf, einen Polizisten verletzt zu haben. Er habe so sehr randaliert, dass ein Polizist gestürzt sei, hieß es in der Anklage. Der betroffene Beamte klärte die Angelegenheit jedoch auf: „Wir sind ein bisschen runtergefallen“, bestätigte er – allerdings sei nicht der Angeklagte Schuld gewesen, sondern der „dämliche“ Weg auf dem Grundstück. Dieser sei uneben gewesen.

Der Polizist erinnerte sich, dass der Angeklagte an dem Tattag „nicht mehr so ganz schlüssig“ gewesen sei, rumgeschrien und nach seinen Möbeln verlangt habe. Er sei stark angetrunken gewesen. Aufgrund dieses Umstandes sah der Verteidiger seinen Mandanten als vermindert schuldfähig an und plädierte für eine milde Strafe.

„Der Vorfall zeigt, dass Sie es nicht geschafft haben, das Ende ihrer Ehe würdig zu begehen“, warf der Staatsanwalt dem Angeklagten, der bereits wegen Beleidigung und Körperverletzung vorbestraft ist, vor. Er müsse lernen, die Dinge, die es in seiner gescheiterten Ehe noch zu klären gilt, anders zu regeln. Er forderte 40 Tagessätze zu je 15 Euro wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Dies deckte sich mit dem Urteil von Richter Hagenkötter. Auch er ging bei seiner Entscheidung davon aus, dass der Angeklagte wegen seines Alkoholkonsums vermindert schuldfähig war.

„Das war nicht schön, was ich da gemacht habe“, gab der Angeklagte zu. „Haben Sie noch Kontakt zu Ihrer Ex?“, wollte Hagenkötter am Ende des Prozesses wissen. „Nein, gar nicht“, antwortete der Angeklagte. „Ich weiß gar nicht, wo sie wohnt. Das will ich auch gar nicht wissen.“

ks

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